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Landes. Die Einfuhr repräscntirt einen Werth von 80535 X (ca. 1,610,700 „A);,
wovon 57600 & auf britische Baumwolle und wollene Fabrikate, sowie auf
Colonial-Waaren kommen; die Ausfuhr, bestehend aus Oel, Datteln, Getreide,
Wolle, Esparto - Gras etec., crreicht einen Werth von 134,929 &. Von dieser
Summe werden Waaren im Werthe von 78783 Z nach Malta und Grossbritannien
verschifit, darunter 7000 bis 8000 Tonuen Esparto-Gras. Im Jahre 1874 haben
nicht weniger als 426 Schiffe, unter denen 79 britische Schiffe waren, den
Hafen besucht.
Die Insel Gerba (Jerbah) oder Meninx?) bildet das Südende des
Golfes von Kabes (Gabes) und trennt den Hafen von Kabes von dem von
Zerghis, welcher im südlichen Theil des Landes, beinahe an der Grenze zwischen
Tunis und Tripolis liegt. Die Insel ist 19 Seem, lang, 14 Scem. breit, niedrig
und von dem Festlande durch 2 schmale Fahrwasser getrennt, von denen die
eine bei Niedrigwasser zu durchwaten ist. Genau genommen ist auf der Insel
kein Hafen, jedoch befinden sich 4 Landungsplätze auf derselben, und zwar an
der Nord-, Süd-, Ost- und Westseite der Insel. Derjenige an der Nordseite
heisst Marsa-es-Souk (Zoug) und ist der eigentliche Marktplatz. Er besteht
aus einigen gut gebauten Magazinen und einer Karavanserei. Die Bevölkerung
ist fleissig, geschickt und unternehmend. Viele derselben haben sich als Kauf-
leute zu Constantinopel, Alexandria, Tripolis und beinahe an jedem Hafenplatz
der Levante niedergelassen.
Die Ausfuhr besteht aus Getreide, Gemüse, Schwämmen, wollenen Stoffen,
Stoffen aus Wolle und Seide bereitet, Ziegenfellen, getrockneten Feigen,
Lumpen, Butter, Datteln, Seife, Schafen, Maulthieren, Kameelen und Töpfer-
waaren. In Folge des flachen Wassers, welches die Insel umgiebt, wird
der Handel mit kleinen Fahrzeugen betrieben, von denen 283 im Jahre 1874
den Hafen besuchten; von diesen fuhren 24 unter englischer Flagge,
Der Hafen von Bizerta (Benzert),*) das römische Hippo Zaritus,
liegt an der Innenseite der Bucht, welche sich zwischen dem Cap Ras-el-Zebib
und dem Cap el-Abzad oder el Guerra (Guardia) befindet. Dieser Hafen war
in früherer Zeit von grosser Bedeutung. Die Stadt ist an einem schönen See
erbaut, welche mit dem Meere durch einen Kanal (Port Hippo) in Verbindung
steht, der für kleine Fahrzeuge genügende Wassertiefe besitzt. Der See ist
veich an verschiedenen Fischsorten; die Fischerei ist als Monopol von der Re-
gierung für 1600 Z. (ca. 32000 A) verpachtet. Die Fische werden jeden
Morgen auf Packpferden nach der 40 Secm. entfernten Stadt Tunis auf den
Markt gebracht.
Bizerta ist eine Korallenfischerei-Station und ungefähr 50 italienische Fahr-
zeuge halten sich jährlich aus diesem Grunde hier auf. Ausser diesen Fahrzeugen
betreiben ungefähr 200 andere die Ausfuhr, welche aus Weizen, Gerste, Bohnen,
Mais, Buchweizen, Oliven etc. besteht. Der Hafen war früher der sicherste
und am mejsten besuchteste im ganzen Lande, ist jedoch durch die Verschlam-
mung des Kanals nur noch von Schiffen von 30 bis 35 Tons Tragfähigkeit zu
benutzen. Schiffe von grösserem Tonnengehalt können Bizerta jetzt nur im
Sommer befahren, da die Rhede, auf welcher dieselben ankern müssen, in den
Wintermonaten unsicher ist.
Beschreibung von Inseln und Untiefen in der Carimata-Strasse,
Das „Hydrographische Amt“ in London hat in der „Hydrographic Notice“
No. 28, 1876, und No. 8, 1877, nachstehende, nach den Vermessungsberichten
der Offiziere von I. Br. M. Vermessungsschiffen „Sylvia“ Capt. St. John, 1874,
und „Nassau“, Commander R. H. Napier, 1876,%) zusammengestellte Beschrei-
') a. a. O. pag. 285,
A a. a. O, pag. 262.
3%) Die Beschreibung der Svuih- und North- Osterly-Untiefen, sowie diejenigen der Insel
Montaran, nebst den in ihrer Nähe liegenden Untiefen ist von dem Navigating-Lieutenant W. Pearce,
von I, Br. M. S. „Sylvia“, 1874, gegeben worden.