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über dem Heck nachschleppen. Der geringste Luftdruck während dieses aus
SW wehenden Sturmes war — 742.9" Am folgenden Tage hatte der Wind
fast ganz nachgelassen und es herrschte dann in der Folge meistens sehr
schönes Wetter und leichte unbeständige Winde. 50° Süd-Br. im Atlantischen
Ocean wurde in 48.3° West-Lg. am 14, December, 40° Süd-Br. in 37.0° West-Lg.
am 20, December und 30° Süd-Br. in 32.4° West-Lg. am 25, December ge-
kreuzt. Die nächsten 10 Breitengrade zurückzulegen, fiel wieder der vor-
herrschenden Nord- und NNE-Winde wegen sehr schwer; erst am 5. Januar 1877
wurde 20° Süd-Br. in 32.3° West-Lg., also schon westlich der Insel Trinidad
erreicht. Der Wind hielt sich noch immer sehr nördlich, wodurch der Capitain
veranlasst wurde, in 16.5° Süd-Br. und 33° West-Lg. nach Osten aufzukreuzen,
wobei mehrere Tage verloren gingen. Am 13. Januar wurde der Passat end.
lich südöstlich mit diesem nach Norden gesteuert und am 22. Januar die Linie
in 30° West-Lg. geschnitten.
In 2.5° Nord-Br. und 30° West-Lg. hörte der SE-Passat auf zu wehen.
Nach 4 Tagen in 42° Nord-Br. und 30.7° West-Lg. wurde der NE-Passat er-
reicht, der im Ganzen nur sehr flau, von 17° Nord-Br. ab gar nicht mehr
wehte, In 18° Nord-Br. und 40° West-Lg. herrschte an zwei Tagen voll-
kommene Windstille. 20° Nord-Br. wurde am 10. Februar in 42,8° West-Lg.
und 30° Nord-Br. in 41.2° West-Lg. am 15. Februar gekreuzt. Am 24. Februar
kamen die Inseln Flores und Corvo in Sicht, der Kanal wurde ohne weiteren
Aufenthalt am 4. März erreicht und am 8, März kam das Schiff nach einer Reise
von 169 Tagen in Antwerpen an,
Innere Route von 30° Nord-Br. nach Callao im September und
October 1871.
Auszug aus dem Journal der Deutschen Bark „Eduard“ aus Hamburg,
Capt. A. G. Sohst.
(Mitgetheilt von Capt, A. Schück in Hamburg.)
Die Bark „Eduard“ (Herrn C. Woermann in Hamburg gehörend),
Capt. A. G. Sohst, verliess Hongkong am 22, Juni 1871. Der Wind war Ost
und EzS bis des Morgens am 25. Juni in ca. 182° Nord-Br. 115° Ost-Lg.,
am Nachmittag desselben Tages und bis zum Mittag des 26, Juni wehte ein
Sturm, der von NNE durch Nord und West bis Süd ging; während desselben
fiel das Aneroid in 16 Stunden um 7.6%"- und stieg nachher ebenso rasch; am
26. Juni Mittags befand sich das Schiff in 18.7° Nord-Br., 116.2° Ost-Lg. Der
Wind blieb dann zwischen SSE, Süd und WSW; am 29. Juni passirte das
Schiff nördlich von Y’Ami (Bachee-Inseln). Bei langsam fallendem Barometer
zing der Wind allmählich von SW durch West und Nord auf NNE, — vom
2. bis 4, Juli zwischen 223° Nord-Br., 125.3° Ost-Lg. und 21.7° Nord-Br.,
127.3° Ost-Lg. wehte ein starker Sturm aus NNE, NE und Nord, der am 3. Juli
6» Abends von Nord rasch nach West, dann nach SW ging. Bis zum 7. Juli
in 25.8° Nord-Br., 135.9° Ost-Lg. von Greenw. blieb der Wind zwischen Süd
and West; alsdann ging er durch SE—Ost—NE und wurde still: am 11. Juli
Mittags passirte das Schiff nördlich von Aoga Sima.
Während der weiteren Reise nördlich von 30° Nord-Br. muss der all-
yemeine Charakter des Windes als unbeständig bezeichnet werden. Die höchste
nördliche Breite erreichte das Schiff am 1. August in 42.1° Nord-Br. und
172.7° West-Lg. Am 29. August befand sich das Schiff in 30.s° Nord-Br.,
128.2° West-Lg. von Greenwich.
In der folgenden Tabelle ist in ähnlicher Weise, wie in dem Bericht über
lie Reise der Brigg „Christoph“, Capt. C, F, Ringe, von Hongkong nach