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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Weg durch die Strasse Le Maire zu nehmen, zog der Capitain es vor, östlich 
von Staten Island zu passiven. In der Gegend des Cap Horn traf das Schiff 
aussergewöhnlich mässige Winde mit öfteren Windstillen und wiederholten Ost- 
winden. Sturm wehte an keinem einzigen Tage. Die höchste südliche Breite, 
welche hier erreicht wurde, war 57.9° Süd-Br. Am 3. Juni wurde 50° Süd-Br. 
wieder in 82.2° West-Lg. geschnitten, 19 Tage, nachdem derselbe Parallel im 
atlantischen Ocean passirt war, — für ein Schiff wie die „Emma Römer“ immer- 
hin eine gute Leistung. 40° Süd-Br. wurde dann weiter in 81° West-Lg, am 
11. Juni und 30° Süd-Br. in 91.3° West-Lg. am 18. Juni geschnitten und in 
27° Süd-Br. und 95.2° West-Lg. am 20. Juni die Südgrenze des SE-Passates 
angetroffen. Letzterer herrschte recht frisch und wurde mit ihm der Aequator 
in 117.4° West-Lg. am 5. Juli erreicht. In 7° Nord-Br. lag die nördliche 
Grenze des SE-Passates. Im Stillengürtel herrschten leichte veränderliche 
Winde aus West vor; der Strom setzte nach Osten. Es wurde hier etwas 
westlich von Nord gesteuert und endlich in 14° Nord-Br. und 121.7° West-Lg. 
am 17. Juli der NE-Passat erreicht. Mit diesem nach NW segelnd wurde 30° 
Nord-Br. am 28, Juli in 134.6° West-Lg. und 40° Nord-Br. in 141.7° West-Lg. 
gekreuzt, woselbst der NE-Wind erst sein Ende erreichte. Dann begannen 
nordwestliche Winde zu wehen und es konnte ein direkter Kurs nach dem 
goldenen Thor gesteuert werden. Am 16. August erhielt das Schiff bei hier so 
häufig herrschendem Nebelwetter einen Lootsen und ankerte an demselben Tage 
in der Bai von San Francisco, 223 Tage nach dem Abgange von Marseille (den 
41ltägigen Aufenthalt zu Montevideo mit eingerechnet) und 44 Tage nach dem 
Passiren der Linie im Stillen Ocean. 
Capt. Albrand bemerkt in seinem Journale, dass sich bei seiner An- 
wesenheit in San Francisco dort ein Schiff befunden hätte, welches 300 Tage 
zu einer Reise von Glasgow gebraucht hätte, während zur selben Zeit die 
Bremer Bark “ Werra“ nach einer Reise von nur 113 Tagen dort anlangte, wo- 
bei die Strecke von 50° Süd-Br. im Atlantic nach 50° Süd-Br. im Pacific in 
nur 5 Tagen zurückgelegt wurde. 
Mit Weizen beladen ging die „Emma Römer“ am 21. September wieder 
in See, um nach Antwerpen zu segeln, Der frische NW-Wind der kalifornischen 
Küste ging in 23.4° Nord-Br. und 1253.4° West-Lg. am 28. September in den 
NE-Passat über. Es wurde nun so gesteuert, dass das Schiff am 3. October, 
als es die südliche Grenze des NE-Passates erreichte, in 13.9° Nord-Br. und 
121.6° West-Lg. stand. Im Stillengürtel herrschten anfangs nordwestliche, 
dann südwestliche Winde vor, durch welche das Schiff in der östlichen Strö- 
mung, die hier angetroffen wurde, sehr nach Osten gedrängt wurde, so dass es 
in 6.5° Nord-Br. bereits in 112.s° West-Lg. stand. Hier wurde bei südlichem 
Winde gewendet und am 16. October in 5° Nord-Br. und 117° West-Lg. der 
SE-Passat angetroffen, mit dem man die Linie am 21. October in 129° West-Lg. 
passirte, 31 Tage nach dem Abgange von San Francisco. Dieser sehr west- 
liche Schnittpunkt liess den Capitain mit Grund befürchten, dass er die Pamotu- 
Inseln nicht werde freisegeln können, wie es vor zwei Jahren der Bremer Bark 
„Ellida“ erging, welche die Inselgruppe dann westlich umsegeln musste und 
jadurch viel Zeit verlor. Jedoch blieb dieses der „Emma Römer“ erspart. 
Der Passat wurde in 3° Süd-Br. so raum, dass mehrere Tage hindurch südöst- 
lich gesteuert werden konnte, in 17° Süd-Br. wurde derselbe sogar durch 
leichten Westwind unterbrochen, eine Erscheinung, die hier in der Nähe der 
Inseln, obgleich dieselben in Lee liegen, nicht selten zu sein scheint. 20° 
Süd-Br. wurde darauf am 1. November in 131° West-Lg. geschnitten und dann 
westlich von den Inseln Oeno und Pitcairn nach Süden gesegelt. In 29.4° 
Süd-Br. und 135° West-Lg. wurde die Südgrenze des SE-Passates angetroffen, 
aber erst südlich von 30° Süd-Br. beständige Westwinde gefunden, mit denen 
dann auf Cap Horn zugesteuert werden konnte. In 52° Süd-Br. und 87° 
West-Lg. wurde das Schiff noch für mehrere Tage durch Ostwinde aufgehalten, 
am 2. December setzte jedoch wieder Westwind ein, der am 6. December, an 
welchem Tage die Länge des Cap Horn passirt wurde, zu einem sehr schweren 
Sturm anwuchs. Die Bark lenzte in demselben platt vor dem Winde und liess 
aus Vorsorge gegen die ungewöhnlich hochlaufenden Brechseen eine Trosse 
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