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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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und NNE verändernden Winde die Reise, so dass erst am 19. Februar in 24.,5° 
West-Lg. der Parallel von 20° Süd-Br. erreicht wurde. In 22.4° Süd-Br. schien 
der anfangs aus nordöstlicher Richtung wehende Passat zu beginnen, jedoch 
hielt sich der Wind bis nach 10° Süd-Br. nördlich von Ost und wurde erst 
später südlicher, Am 26, Februar wurde in 27.4° West-Lg. die Linie ge- 
schnitten und die nördliche Grenze des SE-Passates in 1.9° Nord-Br. und 27.3° 
West-Lg. angetroffen. Der Aequatorial-(Passat-) Strom setzte südlich und nörd- 
lich der Linie !/s—1 Seem. die Stunde nach Westen; östlicher Gegenstrom 
wurde im Stillengürtel nicht beobachtet. In 3° Nord-Br. und 28° West-Lg. 
irat der NE-Passat ein und wurde mit diesem, beim Winde segelnd, 10° 
Nord-Br. in 36° West-Lg. am 5. März, 20° Nord-Br. in 44.2° West-Lg. am 
10. März und 30° Nord-Br. in 44.6° West-Lg. am 14. März geschnitten. In 
31.5s° Nord-Br. und 46.4° West-Lg. am 15. März wurde die nördliche Grenze 
des NE-Passates erreicht, worauf Windstille eintrat. Später kam dann der 
Wind aus SE durch, lief jedoch bald durch Süd nach SW um. In 44° Nord-Br. 
und 27.5° West-Lg. am 27. März wehte ein sehr schwerer Sturm aus West mit 
heftigen Hagel- und Regenböen; der Luftdruck war auffallenderweise erst nach- 
dem der Sturm schon abgenommen hatte am niedrigsten, nämlich 741.5”" Am 
5. April langte die Bark nach einer Reise von 104 Tagen im Kanal und am 
12. April glücklich auf der E!/be an. Die auf der Heimreise befolgte Route 
natte eine Distanz von 13,000 Seem., woraus sich als mittlere Durchschnittsfahrt 
für die Stunde 5,2 Seem. ergeben. Auf der ganzen Reise um die Erde war das 
Schiff 248 Tage in See und legte in diesem Zeitraum eine Distanz von 
32,400 Seem. zurück, mithin 5.4 Seem, in der Stunde. 
8. Reise der Rostocker Bark „Emma Römer“, Capt. P. Albrand, 
Die Rostocker Bark „Emma Römer“ trat am 5. Januar 1876 eine Reise 
von Marseille nach San Francisco an und befand sich am 26. Januar in 31.s6° 
Nord-Br. und 16° West-Lg., an welchem Orte der Capitain P. Albrand mit 
den Eintragungen für das meteorologische Journal beginnt. Der Wind war an 
den nächstfolgenden Tagen ziemlich veränderlich, jedoch nicht ungünstig für 
den Fortgang der Reise. Am 1. Februar wurde in 24° Nord-Br. und 292,6° 
West-Lg. der NE-Passat angetroffen, und mit diesem westlich von der Insel 
Antonio, welche am 5. Februar in Sicht kam, nach SW gesteuert. Auf süd- 
lichem Kurse dann, noch etwas West machend, wurde 10° Nord-Br. am 
9. Februar in 27,8° West-Lg. gekreuzt und dann recht Süden hinuntergesteuert. 
Am 13. Februar in 0.9° Nord-Br. und 28.3° West-Lg. endete der NE-Passat und 
das Schiff trat in den Stillengürtel, der sich südlich bis über die Linie, welche 
in 287° West-Lg. am 15. Februar geschnitten wurde, erstreckte. In 1.s° 
Süd-Br. und 29.7° West-Lg. wurde der SE-Passat erreicht, welcher in der Folge 
nur leicht und schral wehte. In 21° Süd-Br. und 37° West-Lg. lief derselbe 
nach NE um, und machte in 26° Süd-Br. und 42° West-Lg. am 4. März einen 
vollständigen Rundlauf durch Nord und West nach NE zurück. Wegen Krank- 
heit des Capitains und mehrerer Leute wurde beschlossen, Montevideo anzu- 
laufen, worauf das Schiff am 11. März einen Lootsen für diesen Hafen erhielt. 
Am folgenden Tage wehte es stürmisch aus SE bei trübem, unsichtigem Wetter; 
in Folge dessen brachte der Lootse, che er sich dessen versah, die „Xmma 
Römer“ in so gefährliche Nähe des Landes, dass, um von demselben frei zu 
kommen und die Strandung zu verhüten, übermässig schwer gesegelt werden 
musste. Zugleich wurden, um das Schiff zu erleichtern, die Bramstengen ge- 
kappt, und gelang es dann, da auch der Wind gleichzeitig nach Süden umlief, 
die Bark aus ihrer gefahrvollen Lage zu befreien. An den folgenden Tagen 
wehten sehr leichte unbeständige Winde, so dass die Rhede von Montevideo 
erst am 18. März erreicht wurde. 
Nachdem der Schaden, welchen das Schiff erlitten, reparirt und die ge- 
wünschte ärztliche Hilfe erlangt war, ging Capt. Ahlbrand am 29. April 
wieder in See, um seine Reise nach San Francisco fortzusetzen. Es wurde 
dann 40° Süd-Br. in 57° West-Lg. am 2, Mai und 50° Süd-Br. in 64.4° West-Lg. 
am 12. Mai erreicht, worauf am 16. Mai bei frischem nordwestlichem Winde 
Staten Island in Sicht kam. Weil das Wetter nicht klar genug war, um den
	        
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