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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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dem es jedoch gelang, wicder aus dem Golfstronz zu kummen, worauf dann am 
12. Januar die Bai von New- York nach einer schr langen Reise von 174 Tagen 
erreicht wurde, 
Am 3. März verliess die Bark „Anna“ wieder den Hafen von New- York, 
um die Heimreise nach Bremen anzutreten, Mit ausserordentlich veränderlichen 
Winden folgte das Schiff anfänglich dem Laufe des Golfstromes. 40° Nord-Br. 
wurde am 9. März in 58.2° West-Lg., 45° Nord-Bır. am 16. März in 40.7° WestLe. 
und 20° West-Lg. in 47° Nord-Br. am 22, März geschnitten. Am 24. März 
war die „Anna“ glücklich in 48.4° Nord-Br. und 13.3° West-Lg. angelangt, als 
sie von einem ausserordentlich schweren Sturm aus West überholt wurde. Der 
Wind war während der vorhergehenden Tage nordwestlich gewesen, und nahm 
in Böen und bei heftigem Regen mehr und mehr zu. Am Mittage des 24. März 
wehte es orkanartig aus NNW, so dass der Capitain genöthigt war, das Schiff 
anter den Wind zu legen. Der Luftdruck hatte um 4 Uhr Nachmittags bis zu 
727.0” (vgl. pag. 264) abgenommen. Der Sturm hielt den ganzen Tag an, 
erst als der Wind nach Nord umlief, wurde er am folgenden Tage etwas 
schwächer, doch wehte es auch dann noch immer schwer in Böen, Am 26. März 
lief der Wind zurück nach West und nahm an Stärke ab, so dass die Reise 
wicder gefördert werden konnte. Am 28. März erreichte die Bark den Kanal, 
und erhielt am 2. April vor der Weser-Mündung einen Bremer Lootsen. 
2. Reise des Stettiner Schiffes „Der Süd“, Capt. G. Malchow. 
Capt. Malchow, von dem Stettiner Schiffe „Der Süd“ schickte im letzten 
Monat der Scewarte ein meteorologisches Journal cin, welches auf ciner seiner 
[rüheren Reisen im Jahre 1872 von ihm geführt wurde. 
Das Schiff befand sich am 14, April 1872 in 51.5° Nord-Br., und 7.4° 
West-Lg., von Liverpool nach Halifax bestimmt; der anfangs nördlich wehende 
Wind lief in den folgenden Tagen um nach NE, und führte das sich nördlich 
haltende Schiff rasch nach Westen. 20° West-Lg. wurde in 50° Nord-Br. am 
18. April und 40° West-Lg. am 23. April in 46.7° Nord-Br. geschnitten. Schon 
am 27. April war 48° West-Lg. in 45° Nord-Br., also nahezu die Bänke von 
Neufundland erreicht, als durch anhaltende Westwinde das Schiff hier einige 
Zeit aufgehalten wurde. Später lief der Wind südlich, so dass schon am 5, Mai 
nach einer Reise von 21 Tagen, von 7° West-Lg. an gerechnet, das Schiff in 
Halifax eintraf. 
Von Halifax segelte Capt. Malchow nach Bridgewater, welcher Platz 
am 6. Juli wieder verlassen wurde, um nach Liverpool zurückzukehren. Die 
Winde waren auf dieser Reise ausserordentlich unbeständig, oft stürmisch und 
der Jahreszeit nicht entsprechend. Am 17..Juli in 50° Nord-Br. und 37.5 West-Le. 
ing der Wind rücklaufend durch alle Striche der Compassrose. Aus SE wehte 
gs dabei aussergewöhnlich schwer; der Luftdruck erreichte erst, nachdem der 
Sturm schon nachgelassen hatte, und der Wind nach Ost umgelaufen war, seinen 
niedrigsten Stand von 739.9", In den folgenden Tagen herrschte dann west- 
licher Wind, später aber trat wieder Ostwind ein. Am 27. Juli wurde schliess- 
lich das Feuer von Tuskar nach einer Reisedauer von 21 Tagen erblickt; hier- 
mit endet das Journal, 
3. Reise der Bremer Bark „Melusine“, Capt. Th. Pflieger. 
Die Bremer Bark „Melusine“, Capt. Th. Pflieger,. verliess Cardıf, um 
eine Reise nach Singapore anzutreten, am 25. Mai 1876 und stand am 29. Mai 
in 44.1° Nord-Br, und 143° West-Lg. Der Wind wehte aus nordöstlicher Rich- 
lung, zwar nicht sehr frisch, aber stetig, und führte das Schiff ohne jede Unter- 
brechung in den NE-Passat. 30° Nord-Br. wurde, Maury’s Anweisungen folgend 
‘wie der Capitain ausdrücklich bemerkt), in 25° West-Lg. am 5. Juni geschnitten, 
und dann etwa S'AW gesteuert. 17° Nord-Br., die Breite der Insel San 
Antonio, wurde in 27.2 West-Lg. gekreuzt, und in dieser Entfernung von der 
Inselgruppe die so häufig in Lee der (‚ap Verde’schen Inseln beobachtete Störung 
des Passates nicht angetroffen. In 6.6° Nord-Br. und 27.7° West-Lg. am 15. Juni 
fand man die südliche Grenze des NE-Passates, worauf. schon in 5.s° Nord-Br.
	        
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