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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Am 12° Januar wurde die Insel San Antonio bei diesigem, nebeligem Wetter, 
wie solches hier oft beobachtet ist, gesehen, Es wurde von nun an etwas öst- 
lich von Süd gesteuert, so dass 5° Nord-Br. in 24.5° West-Lg. geschnitten 
wurde, Mallung wurde nördlich der Linie gar nicht gefunden, Letztere passirte 
das Schiff in 24.5° West-Lg. am 18. Januar, worauf eben südlich davon der 
NE-Passat endete. Dann herrschte an zwei Tagen Mallung und leichter südlicher 
Zug, bis in 1.4«° Süd-Br. und 26.4° West-Lg. der SE-Passat angetroffen wurde. 
Kine östliche Strömung wurde nirgends beobachtet; den Aequatorialstrom traf 
man in der Nähe der Linie, nach SWzW setzend mit einer Geschwindigkeit von 
40 Seem. im Etmale. 
In 20.s° Süd-Br. und 31.1° West Lg., am 27. Januar, scheint die südliche 
(Grenze des SE-Passates gelegen zu haben; es folgten dann mehrere Tage leichter 
veränderlicher Wind und Stillen, und später nochmals NE-Wind. Mit diesem 
wurde 30° Süd-Br. in 26.2° West-Lg. am 1. Februar gekreuzt und nun nach 
Tristan da Cunha gesteuert, welche Insel in einem Abstande von etwa 50 Seem. 
südlich passirt wurde. Man bemerkte hier eine auffallende Veränderung der 
Farbe des Seewassers, auch wurde viel Tang treibend gesehen. Der Wind lief 
dann wieder nach SE, womit die „Anna“ nach NE lag; erst als jener Wind 
sich nach letzterer Richtung drehte, konnte wieder ein südlicher Kurs gesteuert 
werden. Der Meridian von Greenwich wurde in 39.7 Süd-Br. am 16. Februar 
geschnitten, worauf von hier an die Winde für die nächste Zeit günstiger wurden. 
Diese brachten das Schift am 26. Februar nach 49° Ost-Lg. in 44.5° Süd-Br., 
wo dann leichte nordöstliche und veränderliche Winde zu wehen begannen, die 
mehrere Wochen anhielten und die Reise des Schiffes sehr verzögerten. Erst 
östlich von 80° Ost-Lyg. stellten sich wieder westliche Winde ein, mit denen 
dann allmählich nordöstlich aufgesteuert wurde, Die höchste südliche Breite, 
welche das Schiff erreicht hatte, war 45.8° Süd-Br. in 76.7° Ost-Lg.; 40° Süd-Br. 
wurde damn in 87.1° Ost-Lg. am 17. März, 30° Süd-Br. in 97.8° Ost-Lg. am 
21. März und 20° Süd-Br. in 101.s° Ost-Lg. am 25, März geschnitten. Das 
Schiff steuerte nach der Sunda-Strasse. In 29.0° Süd-Br. und 97.2° Ost-Lg. 
wurde die südliche Grenze des SE-Passates angetroffen, welcher bis 10° Süd-Br. 
recht frisch wehte, später aber sehr flau und unbeständig wurde. Mit diesen 
leichten Winden erreichte die „Anna“ am 2. April die Sunda-Strasse, nach 
einer Reise von 107 Tagen von Cardiff. 
Diese Strasse, sowie die Karimata-Passage (welche letztere anstatt der 
Gaspar-Strasse gewählt wurde, weil der fast bis zur Untauglichkeit träge Regel- 
kompass die Schifffahrt in engen Gewässern sehr schwierig machte) wurden dann 
mit günstigem südwestlichem Winde in kurzer Zeit durchsegelt. Die Strömung 
in der Karimata-Passage war nur eine sehr geringe. 
Mit leichten, zwischen SE und SW umlaufenden Winden wurde dann etwa 
Nord gesteuert, um zwischen den Anamba- und XNatuna-Inseln durchzusegeln; 
auch hier wurde nur schwacher Strom beobachtet. In 8° Nord-Br. setzte leichter 
NE-Wind ein, der dann fast ohne Unterbrechung bis nach Hongkong hin anhielt. 
Der in der China-See angetroffene Strom setzte im Allgemeinen nach NNE etwa 
15—25 Seem. im Etmale. 
Am 9. Mai, in 17° Nord-Br. und 114° Ost-Lg., hatte die „Anna“ einen 
teifunartigen Sturm zu bestehen; in demselben lief der Wind von NE durch Nord 
nach SW um, wehte jedoch nicht übermässig schwer, denn es konnten noch die 
gereeften Marssegel geführt werden. Der geringste während der Dauer dieses 
Sturmes beobachtete Luftdruck war 749.6”, Am 12, Mai, nach einer Reise 
von 147 Tagen ankerte das Schiff auf der Rhede von Hongkong, 
Von diesem Platze segelte die „Anna“ in 16 Tagen nach Manila. Die 
auf dieser Route angetroffenen Winde waren umlaufend zwischen SSW und SSE. 
Der beobachtete Strom setzte im Mittel ENE 25—30 Seem. im Etmale, Am 
16. Juni wurde die Bai von Manila erreicht und am 22, ‚Juli wieder verlassen, 
um eine Reise nach New- York anzutreten. 
Es wurde gleich nach dem Verlassen des Hafens gefunden, dass der 
Schiffsboden während des Stillliegens in der Manila-Bai so angewachsen war, 
dass die Segeltüchigkeit des Schiffes dadurch sehr beeinträchtiet wurde.
	        
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