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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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1) Weil es das billigste Material ist. 
» Weil es heller brennt als jedes andere. 
3) Weil es bei guter Behandlung der Lampe die Gläser nicht anschwärzt 
und nicht, wie die Oellampen, ein so häufiges Putzen der Dochte erfordert. 
4) Weil Oel nicht überall in gleicher Güte zu haben ist und die Mängel 
des Oels als Brennmaterial, wenn nicht von allerbester Qualität, sich noch 
beträchtlich steigern. 
Die Anwendung von Cylindern, wie solche bei den älteren Lampen der 
H. A. P, A.G. vorhanden sind, ist nicht zulässig, da Petroleum bei gut construirten 
Lampen auch ohne Cylinder brennt. Bei den Versuchen in Glückstadt ging eine 
Petroleumlampe, trotz mehrfach willkürlich verursachter Erschütterungen, niemals 
aus und brannte in jedem Winde und Wetter. Das Commissions - Mitglied 
Herr Capt. Taube constatirt ausserdem, dass er bei seinen 19jährigen Fahrten 
als Capitain auf Dampfern, so lange Petroleum in Gebrauch sei, dasselbe 
ausschliesslich angewandt habe und dass ihm selten durch äussere Einflüsse, 
eine Petroleumlampe, wenn gehörig besorgt, ausgegangen sei, natürlich muss 
als erste Bedingung hingestellt werden, nur möglichst naphthafreies Petroleum 
als Brennmaterial zu brauchen, wie solches ja auch meist zum Brennen ver- 
wandt wird. Kerzen geben zwar, wenn hinter geschliffenen farblosen Linsen 
mit vorgeschobenen gefärbten Gläsern, ein schönes Licht, und bieten der Rein- 
lichkeit und leichten Besorgung wegen manche Vorzüge, doch ist anderer- 
3eits in Betracht zu ziehen, dass bei stark übergeneigtem Schiffe eine Abnahme 
der Helligkeit stattfindet, dass bei kürzer werdender Kerze der Druck der 
Federn schwächer wird und die Kerze dadurch leicht weniger hell brennt, dass 
ferner bei starker Kälte, wie in Glückstadt, beobachtet wurde, ebenfalls leicht 
ein schwächeres Brennen eintritt, und dass endlich der verhältnissmässig hohe 
Preis sie von allgemeiner Einführung ausschliesst. Da die Lichtquelle schwächer 
ist, so erscheint es bei Anwendung von Kerzen nothwendig, ein gefärbtes dünnes 
(las hinter eine geschliffene Linse zu setzen. Die Commission kann auch des- 
halb Kerzen zur allgemeinen Einführung nicht empfehlen. 
Verbieten irgend welche Umstände, Petroleum als Brennmaterial zu 
brauchen, und sollen Oellampen zur Anwendung kommen, so ist es durchaus 
nothwendig, da die Lichtquelle selbst soviel geringer ist als bei Petroleum, die 
Laternen mit geschliffenen farblosen Linsen und hinten vorgeschobenen ge- 
färbten Gläsern zu versehen. Ausserdem muss der Brenner mindestens eine 
Breite von 40 Millimeter haben und Brennmaterial und Reflector von vorzüg- 
lichster Qualität sein, wenn die Laternen den gesetzlichen Anforderungen ent- 
sprechen sollen. 
5. Lampe und Grösse des Dochtes. Eine einfache Petroleumlampe mit 
Aufsatz und Vorrichtung, um ohne Cylinder zu brennen, würde allen Anfor- 
derungen genügen. Die Entfernung der Flamme vom Petroleum, d. h. die 
Länge des Aufsatzes, muss nicht zu klein, nicht unter 3 Centimenter sein, um 
einer zu grossen Erhitzung des Petroleums vorzubeugen und das Flackern der 
Flammen beim Schütteln der Lampe zu vermindern. Was die Breite des 
Brenners anbetrifft, so haben die Beobachtungen gezeigt, dass bei Anwendung 
einer gefärbten Linse dieselbe soviel oder nahe soviel betragen muss, wie die 
der Lampe in der Laterne W. R. No. 3, nämlich 28””- Die Grösse des Brenners 
in W, R. No. 1 (22””) erwies sich als ungenügend. 
Es ist sorgfältig darauf zu achten, dass der Docht von guter Qualität sei 
und genau zum Brenner passe, da bei zu schmalem und dünnem Dochte leicht 
ein Herunterbrennen und damit eine Explosion veranlasst wird. Die kleinen 
Schutzbleche, wie bei W. R. No. 3 und Meyers Lampe, unmittelbar über dem 
Brenner, sind zu empfehlen. Die Stellung der Lampe zur Linse muss so sein, 
dass die von der Mitte der Breite der Flamme nach den Enden der Linsen 
gezogenen Linien einen Leuchtwinkel von mindestens 12 Strich einschliessen, 
weil sonst das Licht nicht bis zu 10 Strich in genügender Helligkeit erscheint, 
Bei den Linsen, bei welchen, wie bei Harvie’s Patent, die Fresnel’schen Streifen 
an den Seiten auch senkrecht stehen, möchte ein etwas kleinerer Winkel ge- 
nügen. Dass die Flamme senkrecht unter dem Schornstein stehen muss, dürfte 
als selbstrerständlich angesehen werden, ausserdem muss bei der Construction 
darauf gesehen werden, dass wenn der Aufsatz fest anufgeschraubht ist. der Docht 
Ann, d. Hydr.. 1877. Heft V. (Mai)
	        
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