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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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war, nicht einmal das Glückstädter Feuer, Beim langsamen Näherkommen er- 
schien zuerst W. R. No. 3 am Schuppen, die andern Lichter kamen abwechselnd 
zum Vorschein, je nach den dazwischen liegenden Nebelschichten. 
Auf eine Aufforderung vom Schiff aus wurde in W. R. No. 1 ein flacher 
Reflector eingesetzt, eine Wirkung hiervon war aber nicht zu erkennen. Anstatt 
der dazu gehörigen Lampe wurde dann eine vom Mitgliede Meyer construirte 
Lampe !) in W. R. No. 3 eingesetzt und erschien diese Laterne dann sehr hell. 
Die Farbe wurde als sehr schön erkannt. 
Am Lande wurden von Dr. Krüss mit dem Speetroskop die folgenden 
Beobachtungen gemacht: 
W. R. No. 3 Spectrum: roth, ganz wenig und schwach; gelb, sehr schwach: 
grün, sehr hell; blau, etwas geschwächt, 
W. R. No. 1 Spectrum: roth, heller als No. 3, das übrige wie No. 3. 
Marine-Laterne mit Glas A: roth und gelb, etwas geschwächt; grün, sehr 
hell; blau, Anfangs sehr hell; violett, schwach. 
Marine-Laterne mit Glas B: roth, schwach; gelb, Anfangs schwach; grün, 
hell; law, schwächer. . 
Marine-Laterne mit zugehörigem Glase: yoth und gelb, schr hell; grün, 
Anfangs ebenso; blau, wenig. 
Diese Beobachtungen wurden durch Beobachter Koldewey bestätigt. 
Es fiel dabei auf, dass die Gläser A und B, von welchen das Glas A bei 
Tageslicht W. R, No. 3 sehr ähnlich schien, verhältnissmässig sehr viel roth 
durchliessen, woraus geschlossen wurde, dass der Grund hiervon in der Licht- 
quelle, also der Kerze, liege. Es wurde, um dies näher zu constatiren, in die 
Marinelaterne mit dem Glase A anstatt der Kerze cine Petroleumlampe gestellt. 
Im Spectrum erschien jetzt das Roth nicht allein von geringerer Ausdehnung, 
sondern auch schwächer, welches von den Beobachtern Krüss und Koldewey 
übereinstimmend erkannt wurde. 
Um ganz sicher zu sein, wurde nochmals die Kerze hineingestellt und in 
derselben Entfernung beobachtet, wobei wieder mehr Roth im Spectrum erschien, 
Hieraus würde folgen, dass Kerzenlicht mehr rothe Strahlen enthält als 
Petroleumlicht, dass mithin ersteres wenigor günstig für die grüne Laterne ist, 
als letzteres.“ 
Wegen des am 29, Januar fortdauernden dichten Nebels waren weitere 
Versuche über die Wirkung gefärbter Gläser an diesem Abende unmöglich 
(Wind SE, still). 
„Am 30. Jannar wurde der Nebel im Laufe des Tages dünner, der 
Himmel war wolkenleer. Abends sternhell bei leichtem Nebel, so dass man 
etwa 1'/2 Seem. weit sehen konnte. Die Versuche konnten deshalb Abends 
fortgesetzt werden. Es wurden zunächst drei Marine-Laternen mit grünen 
Gläsern östlich vom Schuppen in einer Entfernung von etwa 60 Fuss (18.s Met.) 
von einander aufgestellt und zwar so, dass die Mitte der Laternen nach dem 
Fahrwasser hin gerichtet war, 
Der Dampfer fuhr um 6 Uhr ab. In 1 Seem. Entfernung wurde. zum 
Beobachten gestoppt, da die Helligkeit der Laternen durch den Nebel schon 
bedeutend geschwächt war, Die Lichter waren indessen noch gut sichtbar und 
zwar mit folgender relativer Helligkeit. Die Laterne mit Glas A zeigte ein 
schönes Grün und war dabei nicht schwächer, als die mit dem Original-Glase, 
welches, wie sich schon bei früheren Untersuchungen ergeben hatte, gelblich 
durchschien. Die Laterne mit dem Glase B erschien allerdings dunkelgrün, 
war jedoch von erheblich geringerer Helligkeit, als die mit dem Glase A, so 
üass dieses letztere vor allen andern vorzuziehen sein dürfte. Die Laterne mit 
dem Glase B war in der angegebenen Entfernung kaum mit blossem Auge 
sichtbar. 
Ks wurde darauf die grüne Laterne W, R. No.3 mit der dazu gehörigen 
Lampe und dem Refleetor in der Richtung auf das Fahrwasser hin dicht am 
Schuppen aufgestellt; 6 Fuss (l.9 Met.) östlich davon wurde die Laterne 
!) Lampe mit zwei Brennern, von denen jeder für sich einen kugelförmigen Reflector hatte, 
die indess fest mit. einander verbunden waren; Brenner und Reflectoren waren so yvestellt. dass das 
Licht von jedem über 10 Strich geworfen und auch reflectirt werden konnte.
	        
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