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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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weiteren Prüfung, da Farbe und Sehwinkel nicht ganz genügend sind, ausser- 
dem die Glaseylinder als unzweckmässig bezeichnet werden müssen; doch soll 
die Gesellschaft ersucht werden zwei andere Seitenlaternen, wie solche auf den 
neueren Dampfern gebraucht werden, einzureichen, Ebenso sind sämmtliche 
Laternen ohne Fresnel’sche Linsen von ferneren Untersuchungen auszuschliessen, 
da diese theils zu schwach, theils in Farbe nicht genügend sind. 
Danach würden bei den nächsten Untersuchungen in GHückstadt noch 
folgende Punkte zu erledigen sein: 
1) Es sind Versuche anzustellen mit verschiedenen Reflectoren und wäre zu 
diesem Zwecke noch eine Laterne wie W. R. No. 3 zu requiriren. 
2) Es sind Versuche anzustellen durch Einsetzung verschiedener Brenner, 
um econstatiren zu können, welchen Einfluss die verschiedenen Bestandtheile der 
Lampe auf die Sichtbarkeit haben. 
3) Es sind Versuche anzustelllen mit verschiedenen gefärbten Gläsern an 
der Laterne der Kaiserlichen Marine. 
4) Es sind die Unterschiede zwischen Kerzen und Petroleum durch Ver- 
gleiche zu constatiren. 
5) Genaue Untersuchungen der Topp- und Ankerlaternen. 
Vor dem Beginn der zweiten Reihe von Versuchen für Prüfung der 
Schiffs - Positions-Laternen hatte Dr. Krüss im Monat Januar 1876 Unter- 
suchungen, mit Hülfe eines Bunsen’schen Photometers, über die Absorption 
farbiger Gläser angestellt, welche im Wesentlichen ergaben, dass die reinen, 
d. h. möglichst homogenen Farben zwar weniger Licht durchlassen, dafür 
aber intensivere Farben zeigen, und dass die weniger reinen Farben zwar ver- 
hältnissmässig mehr Licht durchlassen, aber namentlich bei grün dem gelb- 
lichen Licht nahe kommen. Ebenso wurden nach Beendigung dieser zweiten 
Beobachtungsreihe gegen Ende Februar in dem optischen Institut des Herrn 
Dr. Krüss in Hamburg photometrische Messungen angestellt, welche u. A. er- 
gaben, dass das Vorschieben gefärbter Gläser vor ungefärbten Linsen in Bezug 
auf Lichtstärke einen bedeutenden Vorzug vor den gefärbten Linsen hat, nament- 
lich bei geringeren Entfernungen; bei grösseren Eintfernungen verschwindet der 
Unterschied mehr und mehr. 
Am 27. Januar 1876 begab sich die Commission zur Fortsetzung ihrer 
Versuche wiederum nach GHückstadt und beendete dieselben am 1. Februar, 
nachdem sie ihre vergleichenden Untersuchungen über Form und Beschaffenheit 
ziner guten, allen Anforderungen entsprechenden Schiffs-Positions-Laterne zu 
einem gewissen Abschluss gebracht hatte. 
Von den Einzel- Beobachtungen heben wir hier diejenigen vom 28, und 
30. Januar über die Wirkung gefärbter Gläser, welche statt der ursprünglichen 
Gläser hinter die Linse geschoben wurden, hervor; der Bericht über diese 
Beobachtungen lautet nach dem Original-Bericht der Commission: 
„Am 28. Januar wurden vergleichende Beobachtungen hinter verschieden 
gefärbten Gläsern in der Marine-Laterne angestellt und zu diesem Zwecke die 
grünen Gläser A und B!) so zugeschnitten, dass dieselben in zwei Seitenlaternen 
statt des ursprünglichen Glases hinter die Linse geschoben werden konnten. 
Ausserdem sollte Laterne W, R. No. 1 mit verschiedenen Reflectoren mit Laterne 
W. R. No. 3 als Normallaterne verglichen werden. Um 4 Uhr Nachmittags wurden 
die Laternen angezündet und in folgender Weise aufgestellt: 
Am Ende der Mole Marine-Laterne mit dazugehörigem grünem Glase, unter 
dem Leuchtthurın Marine-Laterne mit Glas B, weiter rechts Marine-Laterne mit 
Glas A, dann W. R. No. 1 mit kugelförmigem Reflector und nahe dem Schuppen 
als Normallaterne W. R. No. 3. 
Gegen Abend stellte sich ziemlich dichter Nebel ein, da es jedoch zeit- 
weise aufklärte, so wurde beschlossen, trotzdem mit dem Dampfer elbabwärts 
zu fahren, umsomehr, da es sich bei diesen vergleichenden Beobachtungen nicht 
um grosse Entfernungen handelte. Der Dampfer fuhr demnach mit den Be- 
obachtern Krüss und Taube um 5'/2 Uhr ab. Der Nebel verdichtete sich in- 
dess dermassen, dass in einer Entfernung von 150 Schritt nichts mehr zu sehen 
)) Glas A ist blaugrün, ebenso wie die Färbung der Linse in W, R. No.3, und Glas B ist 
dunkeleres Grasgrün,
	        
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