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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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sächlichen Anzeichen von schlechtem Wetter noch die Rhede verlassen und 
die offene See gewinnen, wie es bei Dampfschiffen wohl stets der Fall sein 
wird, so würde dies rathsamer sein, als den Sturm vor Anker abzuwarten, 
Was die Regenzeit anbetrifft, so fällt dieselbe hauptsächlich in die 
Monate December bis März und ist durchaus nicht von so heftigem Charakter, 
als sonst in tropischen. Gegenden. Regenschauer, manchmal auch 2—3 Tage 
mehr oder minder anhaltender Regen wechseln mit schönem Wetter ab.“ ') 
3, Reise von Apia nach der Tonga-Gruppe*) und zurück nach Apia. 
„Am 20. October 1876 um 10% Vormittags verliess S. M. S, „Hertha“ 
anter Dampf die Rhede von Apzta. Nachdem der Lootse das Schiff verlassen 
hatte, wurde der Kurs EzS genommen, um zwischen Unolu und Tutuila durch- 
zusteuern. Wenn auch der frische SE- und ESE-Wind, welcher mit heftigen 
Regenböen zeitweise die Stärke 8 erreichte, das Umsegeln des Ostendes von Upol« 
erschwerte, so war dieser Weg doch dem zwischen Upolw und Savait deshalb 
vorzuziehen, weil durch den Gewinn an Luv der grösste Theil des später zurück- 
zulegenden Weges unter Segel abgelaufen werden konnte. 
In der Nacht vom 20. auf den 21. October wurde die Strasse zwischen 
Upolu und Tutuila passirt und am 21, früh konnte die Maschine ausser Betrieb 
gesetzt werden. Der Passat behielt eine Stärke von durchschnittlich 7, so dass 
bei dem statthabenden Seegang nur doppelt gereffte Marssegel geführt werden 
konnten. Voll und beim Winde steuernd, bei einem ungefähr 0O.s bis 1 Seem. 
nach Westen setzenden Strom, wurde Wau-wau an der Ostseite, in einer Entfer- 
nung von 20 bis 22 Seem., passirt. Der innegehaltene Kurs sollte S. M. 8. 
„Hertha“ in unmittelbarer Nähe des mit („dangerous“) bezeichneten Disney- 
Riffes vorbeiführen, welche Stelle um 11* 15min Vormittags erreicht wurde. 
Guter Ausguck von der Marsraa, sowie von der Commandobrücke, liessen jedoch 
keinerlei Anzeichen eines Riffes entdecken, auf welchem bei dem hohen See- 
yang eine leicht erkennbare starke Brandung hätte vorhanden sein müssen, 
Klares Wetter ermöglichte eine gute Ortsbestimmung und da die Chronometer 
einige Tage zuvor in Apia regulirt waren, so darf angenommen werden, dass 
das genannte Riff nicht auf der in der Karte Tit. XII, No. 157 (englische 
Admiralitäts-Karte 2421) angegebenen Stelle liegt. Ebensowenig wurde etwas 
von der, nur auf 11 Seem. passirten und mit „E. D.“ bezeichneten Insel Accow- 
Jago gesehen, welche auch nach Aussage der Kingeborenen nicht vorhanden 
sein soll. Am 24. October befand sich S. M. S. „Hertha“ auf dem Parallel des 
Nordendes des östlichen Riffes von Tongatabu und wurde ein rechtweisender 
Westkurs gewählt. Gegen 11'/a* kam Land in Sicht, um 1* 15=ir war das Ende 
des obengenannten Riffes in mw. S'/2E, ungefähr 4 bis 5 Seem., Abstand, als 
Aeutlich der Meeresboden zu sehen war; das Schiff wurde sofort mit Steuer- 
bordhalsen an den Wind gedreht und trieb langsam, unter kleinen Segeln, nach 
NzW. Die Lothungen ergaben eine Wassertiefe von 24, 26, 30, 34 und 40 Met. ; 
nach ungefähr 10%». befand sich das Schiff wieder auf tiefem Wasser. Da 
mittlerweile auch Dampf auf war, so wurde, um die Lage dieser nicht ver- 
zeichneten Bank etwas genauer zu bestimmen, dieselbe nochmals aufgesucht 
and dann SSE gerade auf die äusserste Spitze des Riffes gehalten, welches, 
nachdem 4.5 Seem. auf obengenanntem Kurs ausgelaufen waren, in West 
Ds Seem, peilte. 
Nach diesen Beobachtungen würde das westliche Ende der Untiefe auf 
20° 55.‘ Süd-Br. und 174° 58.0‘ West-Lg. zu liegen kommen. Die Ausdehnung 
der Untiefe kann nicht mit Sicherheit angegeben werden, dürfte jedoch kaum 
mehr als 2 Seem. in der Richtung Ost—West und 1 Seem. Nord—Süd be- 
tragen. Flachere Stellen als die, welche S, M. S. „Hertha“ passirte, scheinen 
nicht vorhanden zu sein. Der Meeresboden war, trotz des bewegten Wassers, 
deutlich zu erkennen, bestehend aus weissem Korallensand, mit grossen schwarzen 
Stellen abwechselnd, wahrscheinlich Steine. Die geringste gelothete Wasser- 
tiefe betrug nicht unter 24 Met. 
1) Diese Regen treten meist mit NW-Winden anf, welche theils als Regenbüen mit leichteren 
Winden abwechselnd, theils als anhaltende Stürme sich äussern, (S, Heft II des „Journal des 
Museum Godeffroy“, Hamburg, 1873). A. d. R. 
2) Vergl. „Ann. d. Hydr.,“, 1876, pag. 450, 458 und Findlay: „South Pacific Directory“ 
1871), pag. 445—456.
	        
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