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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

Am 12, Februar verliess die Schwedische Bark „AMinna“, Capt. Wahl- 
zrcen, die Algoa-Bai, ebenfalls in Ballast nach Akyad bestimmt; auf dieses 
Schiff werde ich später zurückkommen. 
Ein heftiger SE-Wind brachte den „Eduard“ gleich ziemlich südlich. Der- 
selbe segelte seine Länge auf 40° Süd-Br. bis unweit Amsterdam ab, hatte dann 
3 bis 4 Tage flaue Winde nordwestlich von der Insel. Die Wind- und Wetter- 
verhältnisse vom 4. bis 12. März sind in dem unten wiedergegebenen Journal- 
Auszuge des „Eduard“ angeführt (s. pag. 19). Am 12. März war endlich in 
17° 52' Süd-Br. und 81° 12‘ Ost-Lg. der SE-Passat mit der Stärke 6 durch- 
gedrungen. 
Viele stille Tage unter der Linie bewirkten, dass der „Zduard“ orst am 
13. April, 11 Uhr Abends, vor der Barre von Akyab ankerte. Am nächsten 
Tage traf ich in Akyab selbst den vorhin erwähnten Capt. Wahlgreen von 
der „Minna“; derselbe war um 24 Stunden cher angekommen. 
Capt. Wahlgreen’s erste Frage war nach dem am 8, März stattge- 
fundenen Orkan. Die „Minna“ hatte sich, nach ihrem Schiffs - Journal, am 
7. März um einige Grade östlicher wie der „KZduard“ befunden, aber den 
Orkan, welcher nach Aussage des Capitains zwischen dem 8, und 9. März hinten 
umgegangen war, sO heftig gehabt, dass die „Minna“ über 24 Stunden unter 
dem Winde gelegen und keine Segel hätte führen können. Das ganze Meer sei 
nach dem Bericht des Capts. Wahlgreen nur ein Schaum gewesen. Der Orkan 
habe aus einer südlichen Richtung angefangen und sei nach dem Passiren des 
Centrums durch Ost nach Norden gegangen. 
Dies stimmt nun mit der Nachricht von der „Volage“ zusammen, und 
auch, dass die Kraft der Cyelone zwischen dem 8. und 9. März um Mitternacht am 
heftigsten gewesen, so dass man diese beiden Schiffe wohl als nahe bei einander 
gelegen betrachten kann; leider habe ich keine genauen Daten von der „Miına“ 
notirt und keine Journal- Vergleichung der „Minna“ und des „Eduard“ anstellen 
können, weil der „Eduard“ draussen vor der Barre lag und am nächsten Morgen 
nach Bassein segelte. 
Da vom 5. bis 6. März, wo der Wind östlich geworden war und schnell 
an Stärke gewonnen hatte, sonst aber, einige Böen abgerechnet, gutes Wetter, 
das Barometer (ein schr gutes Aneroid) zu Anfang ein wenig gestiegen, dann 
ein wenig gefallen war, so dachte ich wenig an einen bevorstehenden Orkan, 
Vom 6. bis 7. März, wo der Wind stürmisch wurde, die See höher und 
höher lief und die Luft starkböig wurde, fasste ich doch einen möglichen Orkan 
ins Auge, und da der Wind EzS und total fest blieb, musste das Centrum des 
Orkans sich nach althergebrachter Regel in NzE befinden und sich entweder 
von mir weg oder nach mir zu bewegen. KErsteres war nicht gut anzunehmen, 
weil der Wind immer heftiger wurde und ein von Süd nach Nord sich be- 
wegender Orkan ja in jener Gegend gegen alle Regel war. 
Als getreuer Anhänger von Piddington hatte ich natürlich auch dem 
Winde meinen Rücken gezeigt und meinen rechten Arm als Wegweiser benutzt, 
am den Ort des Centrums zu bestimmen. 
Wind EzS, Centrum N7E, das Barometer wenig gefallen: da kann der 
„Eduard“ mit 10 Secem. per Stnnde noch vor dem Centrum die Bahn schneiden 
und damit auf die mit günstigen Windverhältnissen versehene Seite kommen! 
so dachte ich und darum liess ich Segel stehen, so viel wie irgend möglich, und 
liess den „Eduard“ laufen, um nach Norden zu kommen. Als der Wind aber 
um Mitternacht (vom 6, zum 7. März) immer heftiger wurde, ohne dass mein 
Barometer Sturm anzeigen wollte, da war mir die Annäherung an das Sturm- 
ventrum nicht mehr recht einleuchtend, denn mit über 300 Seem. Entfernung 
veim Anfang musste ich das Centrum bald eingeholt haben, selbst wenn es 
stationär gewesen wäre, aber mein Barometer zeigte in nächster Nähe von mir 
kein Sturmcentrum an. Auf mein Barometer vertrauend segelte ich ruhig nord- 
wärts, aber schon um Mitternacht (vom 7. zum 8. März) brach sich die Heftig- 
keit des Sturms; der Wind ging südlicher, der Sturm war vorbei, das Barometer 
fiel wohl noch etwas, der Wind nahm jedoch allmälig ab und drehte sich 
langsam durch Süd nach West, NNW und Nord und das Barometer begann 
wieder langsam zu steigen, wie nachstehender Journal-Auszug des Schiffes 
„Eduard“ für die Zeit vom 4, bis 12, März 1875 zeigt.
	        
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