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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Aus den Reiseberichten S, M. Kbt. „Nautilus“, ° Corv.-Capt. Valois.
Der Commandant 5. M. Kbt. ‚Nautilus‘, Corv.-Capt. Valois, hat nachstehenden
 Bericht über die Mainan-Strasso und über die Plätze Hori-how und
Pak-hoi eingesendet,
„1. Ansegelung der Hainan-Strasse von Ost. Man kann auf drei ganz verschiedenen
 Routen in die Strasse einlaufen.
1) Die innere Passage, — der chinesischen Küste von Nordost—Südwest
folgend.?)
2) Die mittlere Passage, durch die Bänke.?)
3) Die dussere Passage, Taya-Insel anlaufen, und von südlicher Richtung
aus Hainan-head umsegeln.
Die innere Passage wurde anfänglich gewählt, da die chinesischen Seeleute
sich meistens nur in der Nähe der Küsten aufhalten und für diesen Weg sich
daher Lootsen anboten. Die anderen Passagen waren gänzlich unbekannt und
wegen der zalılreichen Bänke und Felsen gefürchtet.
Diese innere Passage ist, wenn erst eine genaue Aufnahme und Vermessung
 der Küsten stattgefunden haben wird, zweifellos praktikabel; — gegen.
wärtig ist dies noch nicht der Fall und man befindet sich daher völlig in den
Händen des chinesischen Lootsen. Ferner bedingt diese Route einen bedeutenden
 Umweg und ausserdem gelegentliches Ankern bei diekem Wetter
und während der Nacht.
Die mittlere Passage hat den Vorzug der grössten Kürze, ist aber bei
diesigem und stürmischem Wetter gar nicht zu benutzen. Die vor der Strasse
liegenden und (wenigstens die in der Mitte gelegenen) sich in der Richtung der
Strasse nach Sce zu erstreckenden Bänke haben mehr oder minder breite Kanäle
zwischen sich, die sich schon bei nur wenig bewegter See durch Brandung
ınarkiren. Man muss diese Bänke indessen ansteuern, ohne dass Land in Sicht
kommt, hat sich daher also nur nach der Brandung zu richten,
Dass eine solche Passage nur bei gutem Wetter und durch heimische,
jedenfalls häufig dort verkehrende Fahrzeuge gewählt werden kann, ist ersichtlich.
 Diese Bänke sind in der That vom chinesischen Kanonenboote „Ling Föng“
passirt worden (s, a, a. O0. pag. 506). Der von dem „Nautilus angenommene
Lootse weigerte sich jedoch, das Schiff durchzubringen, trotzdem dass wir aus
der Strasse hinaus liefen, mithin also den Vortheil der Peilungen hatten. Es
bleibt dahin gestellt, ob nach Vermessung der Bänke durch Auslegung genauer
Feuerschiffe und Bojen diese Passage nicht völlig brauchbar gemacht wer-Jen
 könnte.
UVebrigens ist noch zu bemerken, dass diese beiden Passagen nur für
Schiffe von noch nicht 3 Met. Tiefgang zu benutzen sind,
Die dussere Passage ist jedenfalls die sicherste und dürfte, da der Umweg
 gegen die mittlere nicht mehr wie ungefähr 20 Seem, beträgt, unzweifelhaft
 den beiden anderen vorzuziehen sein.
Von Norden kommend steuert man die Taya-Inseln an, dieselben sind
170 Met. hoch, liegen über eine grosse Distance ausgedehnt, haben tiefes
Wasser bis in nächster Nähe und sind daher selbst bei diesigem Wetter nicht
leicht zu verfehlen. Schon bald nach dem Passiren der Nord-Taya-Insel sieht
ınan bei klarem Wetter die beiden Berge auf Hainan: Mo-fow und Tonkon.
Bei dickem Wetter steure. man westlich (über den Grund) .bis man den Berg
Mo-fow in Sicht erhält und lothe, da sich eine Bank dort westlich ins Meer
erstreckt, deren Ausdehnung nicht bekannt ist. Nach der Karte bleiben bei
West-Kurs der Berg und die Bank genügend frei an Backbord liegen; — die
Karte ist indessen falsch und daher Vorsicht nothwendig.
Die Bank erstreckt sich keinenfalls weiter wie 2—3 Seem., — eine
Distance von 4 Seem. Abstand bietet genügende Sicherheit. Bei Nebel und
stürmischem Wetter bietet diese Passage den Vortheil, dass man hinter der
Nord-Taya-Insel ankern kann. Diese Insel bietet bei gutem Ankergrund einen
gegen Nord, Nordost und Ost geschützten Ankerplatz.

) Vergl, „Ann, d. Hydr.‘“, 1876, pap. 499.
3) S. a Ann. de Hydr.. 1876, pag. 505,
3) ibid.
            
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