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wurde eine Ostströmung, etwa 12 Seem. im Etmale setzend, beobachtet, während
der Aequatorialstrom, eben nördlich der Linie, an einem Tage sogar mit einer
Geschwindigkeit von 52 Seem. nach WSW lief, Am 21. Juni passirte die
„Charlotte“ die Linie in 29.5° West-Lg. Der SE-Passat wurde, wie zu dieser
Jahreszeit häufig der Fall ist, auf und etwas südlich der Linie, ziemlich
raum gefunden, so dass, beim Winde segelnd, sogar etwas Ostlänge gewonnen
werden konnte. So wie man sich aber der brasilianischen Küste näherte, schralte
der Wind und wurde in 10° Süd-Br. ganz südlich, dabei in Böen heftig wehend.
In 11° Süd-Br. lag die „Charlotte“, welche der Küste ziemlich nahe gekommen
war, während eines Etmals nach Osten, da der Wind aus Süd und SzE wehte,
Am 6. Juli in 20° Süd-Br. und 38° West-Lig. wurde die südliche Grenze
des SE-Passates gefunden; es folgte dann ein Tag Windstille und später sehr
veränderliche Winde, Der Wind lief in einer Woche mehrere Male rechtdrehend
um den ganzen Compass, eine Erscheinung, welche sich in diesem Theile des
Oceanes, an der südlichen Grenze des SE-Passates, häufig findet.
30° Süd-Br. wurde am 14. Juli in 45.5° West-Lg., 50° Süd-Br. am
28. Juli in 64.6° West-Lg. geschnitten. Stürme wurden auf dieser ganzen Strecke
nicht angetroffen, dagegen wehte am 31. Juli ein schwerer Sturm aus West,
Am 1, August segelte die „Charlotte“ mit WNW-Wind in die Strasse Le Maire
ein, welche in 3 Stunden passirt wurde. Auch bei Cap Horn traf das Schiff
es recht günstig. Der Wind lief oft bis Nord und NNE, dann wieder nach SW,
und war nicht übermässig heftig, so dass dieser sehwierigste Theil der Reise
verhältnissmässig rasch zurückgelegt wurde. 50° Süd-Br. im Stillen Ocean wurde
sehon am 13. August in 79° West-Lg. erreicht, 12 Tage nach dem Passiren der
Strasse Le Maire.
Weitersegelnd nach Norden wurde dann 40° Süd-Br. in 76.4° West-Lg.
am 21. August und 30° Süd-Br. in 77.5° West-Lg. am 27. August geschnitten.
In 24.6° Süd-Br. und 78.6° West-Lg. traf man den SE-Passat an, der in 5° Süd-Br.
und 81.5° West-Lg. am 7. September in den längs der Küste wehenden SSW-
Wind überging. Am 8. September wurde die Insel Santa Clara am Kingange
des Busens von Gwayaquil gesichtet, und am 9. September, nach einer Reise
von 105 Tagen, ankerte das Schiff unter Punta Arenas.
Am 23. November hatte die „Charlotte“, nach den Scilly-Inseln für weitere
Ordre bestimmt, den Guayaqwil-Fluss wieder verlassen und befand sich in 0.7°
Süd-Br. und 81° West-Lg. Der anfänglich aus SW wehende Wind lief allmählich,
sowie das Schiff nach Westen hin gelangte, südlicher und später nach SE. In
19° Süd-Br. und 98° West-Lg. am 6. December hörte der SE-Passat auf, es
folgten dann mehrere Tage hindurch sehr leichte Winde und später wieder NE-
Wind. Die westlichste erreichte Länge war 101° West-Lg. in 308° Süd-Br.
Erst südlich von 35° Süd-Br. wurden frische Westwinde gefunden, die, selbst
in höheren Breiten, selten sehr stürmisch waren.
Am 31. December passirte das Schiff die Länge des Cap Horn, begünstigt
von stetigem Westwinde, 39 Tage von Guayaquil in See. Auch fernerhin ging
die Reise zunächst gut von Statten. 50° Süd-Br. wurde in 504° West-Lg.
am 4. Januar 1877, 40° Süd-Br. in 35° West-Lg. am 9. Januar und 30° Süd-Br.,
in 21° West-Lg. am 18. Januar gekreuzt. Seit dem 14, Januar wehten NNW-
and Nordwinde, die am 21. Januar nach NNE umliefen. 20° Süd-Br. wurde
daher erst am 25. Januar in 23° West-Lg. erreicht. Die südliche Grenze des
zuerst aus nordöstlicher Richtung einsetzenden Passates passirte das Schiff am
23. Januar in 255° Süd-Br. und 20.6° West-Lg. Am 3. Februar wurde die
Linie in 31° West-Lg. geschnitten, nach 33 Tagen von Cap Horn. Der SE-
Passat hielt bis 4° Nord-Br. an, und ging dann fast ohne Unterbrechung in
den NE-Passat über. Auch dieser wehte frisch und beständig, nur einmal in
23° Nord-Br. und 41.3° West-Lg. erlitt er eine kurze Unterbrechung, indem der
Wind durch SE, SW und Nord nach NE einen Kreislauf beschrieb. In 28,7°
Nord-Br. und 41.6° West-Lg. am 19. Februar wurde die nördliche Grenze des
Passates erreicht. Der Wind hielt sich in der Folge vorzugsweise südlich, wo-
bei es an mehreren Tagen stürmisch wehte; am 6. März ankerte die „Charlotte“,
nach einer raschen Reise von 103 Tagen, auf der Rhede von St, Mary, eiuer
der Scilly-Inseln. Die ganze durchsegolte Distanz auf dieser Reise beträgt
12855 Seem., so dass die Durchschnittsgeschwindigkeit 5.2 Seem., die Stunde war,