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Reisen in europäischen Gewässern enthält. Das Schiff ging zunächst von Danzig
yach London, von da nach Soederhamn und wieder zurück nach London. Von
London wurde das Schiff dann nach Philadelphia bestimmt, auf welcher Reise
28 am 21. October 1876 in 44° Nord-Br. und 14° West-Lg. stand, während der
„von Werder“ sich in 49.s° Nord-Br. und 10° West-Lg. befand. Der „Jupiter“
zteuerte dann mit nördlichen Winden nach SW. Der in der Folge wehende
Wind war sehr veränderlich, oft östlich und nicht stürmisch. 30° West-Lg.
wurde damit am 1. November in 32° Nord-Br. erreicht und 40° West-Lg. in
29.7° Nord-Br. am 8. November. Hier wurde, wie es den Anschein hat, ange-
nommen, man habe die nördlichen Grenzen des NE-Passates überschritten, und
daher mit dem damals wehenden NE-Winde nach Westen gesteuert. Am 12. No-
vember in 30° Nord-Br. und 50° West-Lg. lief der Wind aber wieder nach West
ınd SW um, und hielt das Schiff, welches jetzt ohne weiteres Bedenken süd-
lichere Breiten hätte aufsuchen müssen, um den Passat zu erreichen, für längere
Zeit zurück, In 24.7° Nord-Br. und 55° West-Lg. am 19. November schien man
wieder den NE-Passat gerade zu berühren, aber anstatt jetzt noch weiter nach
SW zu steuern, um sich eines frischen beständigen Passates zu versichern,
wurde gleich wieder nordwestlich gesegelt; in Folge dessen hörte der Ostwind
bald wieder auf und Westwind nahm dessen Stelle ein. Es konnte denn natür-
lich von einer auch nur halbwegs guten Reise nicht die Rede sein, 60° West-Lg.
wurde in 27.4° Nord-Br. am 22, November gekreuzt, Zwischen 28° und 30°
Nord-Br., einer zu dieser Jahreszeit höchst ungünstigen Breite, wurde dann noch
immer versucht, gegen westliche Winde nach Westen aufzuarbeiten, und so kam
der 11. December heran, bevor 70° West-Lg. in 33° Nord-Br. geschnitten
werden konnte. Am 18. December endlich wurde der Delaware-Fluss, nach einer
Reise von 62 Tagen seit dem Verlassen des Kanals, erreicht, ein Resultat,
welches gegen die Reise des „von Werder“, der einen Monat früher als der
„Jupiter“ 70° West-Lg. schnitt, sehr wenig befriedigend ist.
Voraussichtlich würde die Reise sich günstiger gestaltet haben, wenn vom
Kanal aus sogleich die nördliche Route eingeschlagen wäre, die in den Winter-
monaten mit Rücksicht auf Zeit den Vorzug vor der südlichen verdient, voraus-
gesetzt, dass das Schiff die für dergleichen Reisen nöthigen Eigenschaften besitzt,
(Hanz unzweckmässig erscheint es aber, wenn einmal die südliche Route durch
den Passat gewählt ist, diese auf halbem Wege wieder aufzugeben und in eine
Mittelroute einzubiegen, auf welcher die Vortheile der Passatreisen niemals
erlangt werden können.
Am 7. Februar 1877, vier Tage später, als die oben angeführte Bremer
Bark „Caroline“ New-York verliess, ging der „Jupiter“ vom Delaware-Fluss
wieder in See, mit einer Ladung Petroleum nach Bremen bestimmt. Während
ıjer ersten vier Tage wehte ein nordöstlicher Wind, mit dem ein südöstlicher
Kurs verfolgt werden musste, so dass der Golfstrom schon am 9. Februar er-
reicht wurde. Am 13. Februar begann Westwind zu wehen, der am 16. Februar
zu einem Sturm aus NW zunahm. Am 19, Februar wurde 50° West-Lg, in
40.6° Nord-Br., geschnitten. Am Tage vorher hatte ein harter Sturm aus SSE
yeweht, während dessen der niedrigste Luftdruck 751.0“ war. Südöstliche
Winde wehten in der Folge noch an mehreren Tagen, erst später lief der Wind
lurch Süden nach Westen um. 30° West-Lg. wurde in 46.3° Nord-Br. am
L. März und 20° West-Lg. in 48.7° Nord-Br. am 7. März gekreuzt. Am 13. März
erreichte der „Jupiter“, nahezu 14 Tage später als die „Caroline“, den Kanal,
worauf seine Ankunft auf der Weser am 17. März erfolete.
5. Reise der Deutschen Bark „Charlotte“, Capt. 6. Bruno.
Capt. Bruno von der Oldenburger Bark „Charlotte“, von Bordeaux nach
Auayaquıl bestimmt, beginnt das meteorologische Journal am 27. Mai 1876,
als das Schiff sich in 44.6° Nord-Br. und 3.s° West-Lg. befand. Der damals
wehende Westwind lief zwei Tage später nach NE um, und führte ohne weiteren
Aufenthalt das Schiff in den Passat. 30° Nord-Br. wurde in 203° West-Lg. am
5. Juni und 10° Nord-Br. in 26° West-Lg. am 13. Jumi geschnitten. In 7.4°
Nord-Br. und 25.6° West-Lg. hörte der frische NE-Wind auf und es trat Mallung
ein, jedoch nur für eine kurze Zeit, denn schon am 17. Juni in 6.6° Nord-Br.
and 25,;° West-Le, setzte der SE-Passat ein. Zwischen 6° und 4° Nord-Br.
Ann, d, Hydı., 1877, Heft V. (Mai).