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schnellsten ausgeführt, und zwar betrug die stündliche Durchschnittsfahrt auf
der Route vom Kanal bis zur Ombay-Strasse 5.7 Seem.
Von Hongkong segelte Capt. Vorsatz dann in 10 Tagen nach Saigon,
welche Reise in die letzte Hälfte des April fiel. Man fand noch den NE-Monsun
wehend, jedoch wurde derselbe in 16° Nord-Br. durch frische SW-Winde, die
zwei Tage anhielten, unterbrochen.
Die Rückreise nach Hongkong wurde am 19. Mai angetreten; auf der-
selben fand man bis 17° Nord-Br. bereits den SW-Monsun, von da ab aber
musste das Schiff gegen NE-Winde nach Hongkong aufkreuzen. Dennoch kam
das Schiff nach einer 13tägigen Reise am 31. Mai dort an.
Die nächstfolgende Reise hatte Manila zum Ziel und wurde dieser Hafen
nach 11 Tagen Reise am 21. Juni erreicht. Von Manila wurde der „FF, H. Drews“
nach San Franzisco befrachtet und verliess ersteren Hafen am 13. Juli. Auf
dieser Reise führte der SW-Monsun das Schiff anfänglich rasch nach Norden,
doch schon in 23.s° Nord-Br. und 122.5° Ost-Lg. hörte jener auf, und folgten
nun leichte veränderliche Winde zwischen NE und SE.
In 28.1° Nord-Br. und 127° Ost-Lg., in der Nacht vom 283. auf den 24.
Juli, wurde das Schiff von einem Teifun getroffen, der aber nur geringe Aus-
dehnung gehabt zu haben scheint. Der schon seit mehreren Tagen aus NEzN
wehende Wind nahm allmählich an Stärke zu, das Barometer fiel stetig, die
See wurde ‘sehr unregelmässig und die Luft nahm ein stürmisches, drohendes
Aussehen an. Der Capitain, rechtzeitig das Herannahen eines Teifuns be-
fürchtend, legte das Schiff vor Sturmsegeln über Backhbord-Bug an den Wind,
Der Sturm nahm fortwährend an Stärke zu, die Richtung des Windes änderte
aber nicht, wodurch der Capitain zu dem Schluss kam, dass das Schiff sich
recht in der Bahn des nach nordwestlicher Richtung fortschreitenden Centrums
befände. Um letzterem nun aus dem Wege zu gehen, beschloss der Capitain,
ım 12 Uhr Nachts platt vor dem Winde nach SW abzuhalten. Schon nach
einer Stunde, nachdem das Schiff 10 Seem. nach SW zurückgelegt hatte, nahm
der Wind an Stärke ab, indem er nach NzE und bis 2 Uhr Nachts nach WNW
umlief. Eine Viertelstunde später wurde es fast ganz windstill, bald jedoch kam
der Wind wieder aus West durch, und um 4 Uhr des Morgens wehte es wieder
orkanartig aus SW, so dass das Schiff den nun günstigen Wind nicht mehr
benutzen konnte, sondern abermals an den Wind gelegt werden musste. Ks
regnete in Strömen, allmählich aber legte sich der Wind und gegen Mittag
konnte das Schiff wieder alle Segel führen. Der geringste Luftdruck in diesem
Teifun war um 2 Uhr Nachts am 24. Juli == 741.0",
Am 25. Juli Abends passirte der „F. H. Drews“ die Strasse zwischen den
Inseln Luwa und Naka in der Linschoten-Gruppe, und hatte am folgenden Tage
wieder einen schweren Sturm aus NE durchzumachen. Der Luftdruck während
desselben war verhältnissmässig hoch == 750.0". Nachdem auch dieser Sturm
nachgelassen, blieb der Wind östlich, so dass das Schiff bis in die Nähe der
Küste Japan’s gebracht wurde, und trotz des nordöstlich setzenden Stromes nur
langsam vorwärts kam. Am 29. Juli kreuzte das Schiff noch vor der Van Diemens-
Strasse, wo heftige Stromkabbelungen beobachtet wurden; am 3. August wurde
die Küste von Nipon gesehen und ein Yokohama-Lootsenkutter angesprochen.
An demselben Tage lief der Wind endlich nach SW und West, war aber an-
fänglich noch sehr flau und unbeständig. Frischer beständiger Westwind wurde
fast während der ganzen Reise nicht angetroffen.
Der Meridian von 180° Länge wurde in 42.3° Nord-Br. am 19. August
gekreuzt, die höchste nördliche Breite, welche das Schiff erreichte, war 43.4°
Nord-Br. in 145° West-Lg. am 31, August. Am 8, September passirte der
„F. H. Drews“ das „goldene Thor“ und ankerte in der Bai von San Franzisco,
nach einer Reisedauer von 58 Tagen von Manila und 36 Tagen von der
nächsten Nähe Yokohama’s, Drei Mitsegler, von China ausgegangen, welche
jedoch durch den Bashee-Kanal in den Grossen Ocean segelten, hatten sämmt-
lich 7—10 Tage längere Reisen als der „/". H. Drews“.
Am 3. October 1876 verliess Capt. Vorsatz mit seinem Schiffe San
Franzisco, um nach Antwerpen zu segeln. Der an der Küste von Californien
fast immer wehende frische NW-Wind lief ohne Unterbrechung, sowie das Schiff
südlicher kam, durch Nord nach NE. Es wurde nicht versucht. Ost zu machen,