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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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10 Tage nach dem Verlassen des Kanals, 30° Nord-Br. in 19° West-Lg. ge- 
schnitten werden konnte. In 29.2° Nord-Br. und 20° West-Lg. glaubte man 
den NE-Passat erreicht zu haben, jedoch hatte man sich hierin getäuscht, denn 
der NE-Wind lief durch Ost und Süd nach SW um, und wehte, wie es im 
Monat November und December oft vorkommt, bis weit südlich der mittleren 
Grenzen des NE-Passates, in diesem Falle sogar bis südlich der Cap Verde’schen 
Inseln. Dem Schiff blieb keine andere Wahl, als östlich von den Inseln zu 
passiren, was in dieser Jahreszeit ein Nachtheil ist. Erst am 11. December in 
14.4° Nord-Br. und 20.s° West-Lg. lief der SW-Wind in wenigen Wachen durch 
West und Nord nach NE um. 10° Nord-Br. wurde dann weiter in 23° West-Lg. 
am 14. December erreicht, die südliche Grenze des NE-Passates am 17, December 
in 4.1° Nord-Br. und 24° West-Lg. gefunden, und nach kurzer Unterbrechung 
am 18, December in 3.5° Nord-Br. und 24.2° West-Lg. der SE-Passat angetroffen. 
Am 20. December schnitt der „, H. Drews“ in 28.1° West-Lg. die Linie. 
Ueber Strömungen in der Region des Stillengürtels fehlen alle Angaben, 
weil dort während vier Tagen keine astronomischen Ortsbestimmungen möglich 
waren. In der Nähe der Linie traf man den Aequatorialstrom mit einer Stärke 
von etwa 1 Seem. die Stunde nach WSW setzend, 
Der SE-Passat hielt sich zicmlich südlich, so dass ein rechtweisender 
Südkurs erst in 16° Süd-Br. eingehalten werden konnte. In 24.7° Süd-Br. und 
32.1° West-Lg. am 29. December schien die südliche Grenze des SE-Passates 
erreicht zu sein; es folgten dann Mallung und leichte südwestliche Winde für 
einen Tag, worauf der Wind wieder aus SE durchkam, im Verlaufe mehrerer 
Tage durch NE und Nord nach West umlief, und nun vorherrschend aus dieser 
Richtung wehte. 
Am 9. Januar 1876 lief man die Gough-Insel in Sicht und am 12, Januar 
passirte das Schiff in 45° Süd-Br. den Meridian von Greenwich. Von 47.8° 
Süd-Br. und 16.83° Ost-Lg, wurde östlich gesteuert. Die Winde waren meistens 
westlich und nicht zu stürmisch, häufig jedoch wehten auch nördliche Winde, 
die aber ebenfalls die Reise gut förderten. Nur an zwei Tagen wehte für kurze 
Zeit Ostwind. Am 20. Januar wurden die Prinz Edward-Inseln gesehen, welche 
in einem Abstande von circa 12 Seem. an der Südseite passirt wurden. Am 
27. Januar wurde bei Nebelwetter in 48.2° Süd-Br. — der höchsten erreichten 
Breite — und 67,3° Ost-Lg. (also in der Nähe der Kerguelen-Inseln) ein ziemlich 
grosses Stück Treibeis erblickt. Die Temperatur des Meerwassers (7.8s° C.) war 
zur Zeit ungefähr dieselbe, wie an den letztvorhergehenden Tagen. Von hier 
steuerte das Schiff allmählich nördlicher. 40° Süd-Br. wurde am 3. Februar in 
92° Ost-Lg. geschnitten, 30° Süd-Br. am 11. Februar in 107° Ost-Lg., und 20° 
Süd-Br. in 114° Ost-Lg. am 15. Februar. In 35.6° Süd-Br. und 103.8° Ost-Lg. 
erreichte man die südliche Grenze des SE-Passates, worauf letzterer in 21.s° 
Süd-Br. und 113.2° Ost-Lg. zuerst nach SW, bald darauf nach NW umlief, Am 
22. Februar war das Schiff in 10° Süd-Br. und 121° Ost-Lg. und wurde hier 
durch Stillen und Mallung, begleitet von schweren Gewittern, mehrere Tage 
aufgehalten. Auch eine Wasserhose wurde hier beobachtet. 
Am 28, Februar, nach 102tägiger Reise, erreichte der „FF. H. Drews“ die 
Ombay-Strasse. Es wurden hier schr starke Stromkabbelungen beobachtet und 
war es, des Stromes und der sehr leichten Winde wegen, schwierig, durch die 
Strasse zu gelangen. Nachdem dieselbe endlich passirt war, segelte man mit 
leichten nordwestlichen Winden weiter; am 5. März war man bei der NW-Spitze 
der Boero-Insel, passirte dann die Gillolo-Passage, und erreichte am 13. März 
in 131.3 Ost-Lg. die Linie im Stillen Ocean. 
Die nordwestlichen Winde begleiteten das Schiff bis nach 3° Nord-Br., 
worauf dieselben ohne Unterbrechung durch Nord nach NE umliefen. Zwischen 
5—8° Nord-Br. beobachtete man eine östliche Strömung mit einer Stärke von 
1 Seem. die Stunde, im Uebrigen setzte der Strom, nördlich und südlich von 
jenen Breiten, beständig nach West. Ein günstiger NE-Monsun gestattete, den 
letzten Theil der Reise in kurzer Zeit zurückzulegen, so dass das Schiff am 
25. März die Ballintang-Strasse und am 28. März 1876, nach einer Reisedauer 
von 129 Tagen, den Hafen von Hongkong erreichte. Unter den gleichzeitig mit 
ihm von Europa gesegelten Schiffen hatte der .F. H. Drews“ die Reise am
	        
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