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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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West-Lg. am 18. November angekommen, woselbst der Wind frisch aus WSW 
wehte, wurde jedoch nicht weiter nach Süden gesteuert, sondern die directe 
Route von hier nach dem Bestimmungshafen eingeschlagen. Die Folge davon 
war eine stürmische und ungewöhnlich lange Reise, wie aus Nachstcehendem 
hervorgeht. 
Vom 19. bis 22. November wehten die Winde zwischen SW und WzS 
mit Stärke 5—8, darauf ging der Wind nordwestlich, nahm bis zur Windstille 
ab, und wurde später südöstlich. Mit diesen Winden erreichte das Schiff am 
27. November 41° West-Lg. in 42° Nord-Br. Am 29, November in 42° Nord-Br. 
und 43° West-Lg. wehte ein schwerer Sturm, der von SW beginnend, recht- 
üdrehend nach NNW umlief, und schliesslich von dieser Richtung Stärke 11 er- 
reichte. Das Barometer zeigte seinen niedrigsten Stand kurz vor dem Um- 
springen des Windes nach NW, 736.1”" Auch in der Folge herrschten West- 
winde vor, die nur selten durch Ostwinde von kurzer Dauer unterbrochen wurden. 
Am 11. December hatte das Schiff in 43° Nord-Br. und 54° West-Lg. abermals 
pinen schweren Sturm durchzumachen; derselbe begann aus SSE bei einem 
Barometerstande von 738,5", lief nach WNW um und wehte aus dieser Richtung 
am heftigsten. Am 13. December in 43.5° Nord-Br. und 563° West-Lg. folgte 
cin schwerer West-Sturm, wobei das Barometer bis auf 737.4” fiel, und anı 
18. December in 43.4° Nord-Br. und 57.6° West-Lg. ein dritter Sturm aus WNW, 
bei verhältnissmässig hohem Luftdrucke. 
Im weiteren Verfolg der Reisc hielt sich das Schiff am Nordrande des 
Golfstroms, und beobachtete dort oft starke Stromkabbelungen, sowie schnell 
wechselnde Temperaturen des Seewassers und rasche Uebergänge von dessen 
tief indigoblauer zur grünlichen Färbung. Die Temperatur der Luft sank hier 
zuweilen mehrere Grade unter den Gefrierpunkt. Am 29. December lothete 
man mit 46 Faden (84 Met.) die Georges-Bank an. Darauf hatte die „Caroline“ 
am 31. December in 40.s° Nord-Br. und 71° West-Lg. noch einen schweren 
Sturm, den letzten dieser Reise, zu bestehen. Derselbe begann aus SE, lief 
rcechtdrehend durch SW nach West, und stürmte aus letzterer Richtung am 
neftigsten. Als der Wind nördlicher ging, nahm der Sturm ab, uud das Baro- 
meter, welches bis auf 739.4” gesunken war, begann zu steigen. Am 2. Januar 
1877 kam das Feuer von Montauk in Sicht, am 5. Januar erhielt das Schiff 
einen New-Yorker Lootsen und ankerte am 8. Januar nach einer Reise von 
62 Tagen, von 7° West-Lg. an gerechnet, in der unteren Bai von New- York, 
Auf der Rückreise nach Bremen war die „Caroline“ am 3. Februar 1877 
in 40° Nord-Br. und 72.6° West-Lg. Das Schiff segelte im Golfstrom ostwärts, 
iraf dort zwar nur leichte westliche Winde, aber anfänglich einen starken Ost- 
strom, der an einem Tage das Schiff 50 Seem. nach EzS setzte. Später nörd- 
licher steuernd kam die „Caroline“ am 11. Februar in 42.6° Nord-Br. und 
51° West-Lg. wieder an die nördliche Grenze des Golfstromes und der südlichen 
Spitze der Newfoundland-Bänke nahe. Die Temperatur des Meeres sank hier 
innerhalb weniger Wochen um mehrere Grade und erreichte nahezu den Gefrier- 
punkt. Stromkabbelungen, sowie Tümmler und Möven, die gewöhnlichen Be- 
gleiter der nördlichen Golfgrenze, wurden hier vielfach wahrgenommen. 
Am 15. Februar, als das Schiff sich in 45.5° Nord-Br. und 38.7 West-Lg. 
befand, hatte cs einen schweren Sturm durchzumachen, der aus Süd begann 
und später nach SW und West umlief; der geringste während desselben beobachtete 
Luftdruck war 746.2”, Mit Ausnahme dieses Sturmes war die Heimreise 
meistens von gutem Wetter begleitet, und wehten häufig leichte, umlaufende 
Winde. Trotzdem befand sich die „Caroline“ schon nach 24 Tagen, seit der 
Abfahrt von New-York, am 26. Februar in 48.9° Nord-Br. und 8.4° West-Lg., 
an welchem Tave auch das meteorologische Journal veschlossen wurde. 
2. Reise der Deutschen Bark „F.H, Drews“, Capt. W. Vorsatz. 
Die Stralsunder Bark „FF. H. Drews“, auf einer Reise von Cardiff nach 
Hongkong begriffen, befand sich am 21. November 1875 in 50° Nord-Br. und 
7.;° West-Lg. Oestliche Winde brachten das Schiff bis zum 24. November nach 
45° Nord-Br. und 12.8° West-Lg.; dort lief der Wind südlich, westlich und 
nordwestlich, wurde also schliesslich wieder günstig, so dass am 1, December,
	        
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