Gegeuden.!) In der östlichen oder flacheren Hälfte war die Bodentemperatur
zwischen 0.4° bis 1.,5° C.
Um die Mächtigkeit dieser kalten Bodenschicht genau zu bestimmen,
wurden bei jeder Reihentemperatur-Messung 5 oder 6 Thermometer in Zwischen-
räumen von 200 Fad. (366 Met.) mit der Lothleino herabgesenkt, und zwar so,
dass das unterste dieser Thermometer 200 Fad. vom Boden-Thermometer ange-
bracht war. Aus den Ablesungen an diesen Thermometern geht hervor, dass
in dom westlichen oder tiefsten Theil dieses Schnittes eine kalte Wasserschicht
von unter 0° sich befindet, deren durchschnittliche Mächtigkeit oder Höhe über
dem Mecresgrund 400 Fad. oder 732 Met. beträgt. Oberhalb von dieser Tiefe
beginnt die Temperatur zu steigen, bis die Isotherme von 1.7° C. in einer durch-
schnittlichen Höhe von 1241 Met. (680 Fad.) über dem Meeresboden erreicht ward.
Alsdann nimmt die Temperatur innerhalb 512 Met. (280 Fadı) um 1.7° C. zu.
Zwischen den Isothermen von 35° und 40° F. (1.7° und 4.4° C.) ist die durch-
schnittliche Entfernung 2743 Met. (1500 Fad.). Die oberen Isothermen verlaufen
nicht ebenso regelmässig, wie es in einem östlichen und westlichen Schnitt,
namentlich in dem West - Theil des Süd-Atlantic zu sein pflegt; dies mag wohl
seinen Grund in dem Zusammentreffen des von den Falkland-Inseln und Cap Horn
nach NE setzenden kalten Stromes mit dem warmen Brasil-Strom haben,
Zwischen Tristan da Cunha und Ascension betragen die Tiefen zwischen
3700 Met. (2022 Fad.)*) und 2268 Met. (1240 Fad.); die Bodentemperatur war
zwischen 1l.s° und 2.9°, nirgends unter 1.7° C. Zwischen Ascension und dem
Aequator nimmt die Tiefe zu, und zwar von 3292 Met. (1800 Fad.) dicht bei
Ascension?) bis zu 4298 Met. (2350 Fad.). Die Bodentemperatur war in einem
Fall 0.4° C., doch ist dies ein zweifelhaftes Resultat, da die beiden auf den
Meeresboden herabgelassenen Thermometer in dem einen Fall — 0.1° und in
dem anderen Fall + 0.9° C. zeigten; doch genügt dies um nachzuweisen, dass in
dieser Gogend kälteres Wasser am Meeresboden sich befindet. Die oberen
Isothermen erwiesen sich als fast ganz parallel, mit Ausnahme derjenigen nahe
an der Oberfläche.
Ueber den Orkan am 7. und 8. März 1875 in dem Süd-Indischen Ocean. ©
(Nach einer Mittheilung von Capt. Seemann, Führer der Deutschen Bark „Kdwvard“.)
Die deutsche Bark „Eduard“, Capt. Seemann, befand sich am 7. März
1875 ca. 300 Seem. WNW von dem Ort I. Br. M.S. „ Volage“, Capt. H. Fairfax,
welche auf der Reise von Kerguelen nach Ceylon (mit den englischen Astronomen
der Venus-Expedition auf Kerguelen an Bord) am 7. März 1875 in 29° Süd-Br.
und 84° Ost-Lg., also weit östlich von Mauritius und an dem südlichen Rand
des Gebietes des Südost-Passates, von. einem heftigen Sturm betroffen wurde,
der ganz den Charakter eines Wirbelsturmes oder einer Cyclone trug.
Capt. Seemann hat an diesem Tag ebenfalls einen orkanartigen Sturm
mit seinem Schiff „Eduard“ erfahren und fand durch Vergleichung seines Schiffs-
Journals mit den Angaben der „Volage“ die in der beifolgenden Zeichnung
(s. pag. 20) wiedergegebene Bahn der Cyclone, welche, wie in den „Annalen
der Hydrographie“, 1876, pag. 166, schon angedeutet ist, allerdings innerhalb
der Orkan-Periode des Süd-Indischen Occans, doch in einer Gegend desselben
angetroffen wurde, von welcher uns bis jetzt noch nähere Sturmberichte fehlten.
Wir geben hier zunächst möglichst unverkürzt den Bericht des Herrn
Capt. Seemann wieder.
„Der „Eduard“ war mit einer Ladung Kaufinannsgüter von London im
Januar 1875 in der Algoa-Bai angekommen, hatte die Ladung daselbst gelöscht
und verliess die Bai am 13. Februar in Ballast für Akyab.
ı) Am 26. Februar 1874 ergab eine Lothung des „Challenger“ in 62° 26‘ Süd-Br. und
950 44‘ Ost-Lg. in einer Tiefe von 3612 Met. eine Temperatur von — 1.0°, während die Oberflächen-
temperatur 0.6° C. betrug (&. „Hydr. Mitth.“ 1874 pag. 264). A. d. R-
2) Gemessen October 1873.
3) Diese Lothung ist in der obigen Tabelle nicht enthalten, auch ist hier keine Reihen-
temperatur genommen worden, A, d. R.
4) Vgl. Ann. d. Hvdr. 1876 pagı 166.