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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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nach 11.4 Tagen. Der Wind, seit einigen Tagen südlich, holte Jetzt westlich, 
zogen welchen an gekreuzt wurde! Der Wind war nur schwach, 50° West-Lg. 
in 31.6° Nord-Br., bei noch immer mässigem NNW-Winde, geschnitten. Dann 
holte der Wind nördlich und östlich bis zum 71.° West-Lg. Am nächsten Tage 
kam nördlicher Wind durch, mit welchem man 75° West-Lg. erreichte und 
mit leichtem Südwinde nach 45 Tagen Cap Henry. Wie schon erwähnt, war 
diese Reise 15 Tage länger als die der „Preciosa‘, und wenn man auch nicht 
erwarten darf, dass die südliche Reise eben so schnell von statten gegangen 
wäre, so möchte doch der Unterschied ein geringerer gewesen sein, wenn 
„Athena‘“ sich um etwa 5—6° südlicher begeben hätte. 
22. „Ernst“, Capt. Krafft, passirte Lizard den 14. November 1873 mit 
mässigem SE-Winde und steuerte SW. 20° West-Lg. wurde in 39.6° Nord-Br. 
nach 4.3 Tagen geschnitten. In 30° Nord-Br. und 30° West-Leg. tritt mässiger 
SE-Wind auf, welcher östlicher werdend in den Passat überging. In etwa 
23° Nord-Br. lief der „Krnst“ mit mässigem Passatwinde nach 25 Tagen bis 
50° West-Lg. seine Länge ab und steuerte von hier einen nordwestlichen Kurs, 
Wegen der später meistens vorherrschend nördlichen Winde kam das Schiff 
in 37.2 Tagen nach 35.9° Nord-Br. und 75° West-Lg. Leichte nördliche Winde 
längs der Küste verzögerten die Reise sehr, so dass man nach 48 Tagen 
zwischen Cap Henlopen und Cap May eintraf. 
23. „Hermann Friedrich‘, Capt. Niejahr, passirte Lizard den 7. Decem- 
ber 1873 mit mässigem SE-Winde und schlug einen südwestlichen Kurs ein. 
Der Wind war sehr beständig und führte schliesslich zum Passat. In 45° West 
schwache Winde und Windstillen, welche mit wenigen Ausnahmen den Rest der 
Passatregion anhielten. Es scheint, als ob südlicher die Reise besser gegangen 
sein möchte, doch hierzu bemerkt der Capitain, dass er vor sechs Jahren im 
December auf einer Reise von Gibraltar nach New- York etwa 3° südlicher eben- 
falls leichte veränderliche Winde und eine ebenso lange Reise gehabt hätte, 
Die ganze Dauer der jetzigen Reise ist 54.4 Tage. „Ernst“ machte die Reise 
nach Philadelphia etwa 3 Wochen früher 6 Tage schneller. Er lief seine Länge 
fast in derselben Breite ab und hatte bis 70° West-Lg. einen Vorsprung von 
13.6 Tagen. Dann überholte ihn „Hermann Friedrich‘. 
24 und 25. Die beiden Reisen der „Preciosa‘“ im Februar 1874 und 1875 
unterscheiden sich nicht sehr, Auf der ersten Reise passirte man Lizard mit 
sehr günstigem Winde und steuerte SW. Der Wind war Vorzugsweise mässig 
SE. In 42° Nord-Br. und 23° West-Lg. traten NW-Winde ein, welche bald 
SW und West liefen, wodurch man gezwungen wurde südlich zu steuern und 
30° West-Lg. in 27,5° Nord-Br. nach 17.9 Tagen schnitt, Jetzt erhielt man 
leichten Passat, lief in ungefähr 25.5° Nord-Br. seine Länge bis 60° West-Lg. 
ab. Alsdann wurde nördlicher gesteuert, 65° West-Lg. in 26.8° Nord-Br. und 
70° West-Lg. in 31.s° Nord-Br. geschnitten. Von hier mit mässigen östlichen 
und südlichen Winden, welche am letzten Tage in westliche übergingen, erreichte 
man nach 37.8 Tagen Cap Henry. 
Die folgende Reise der „Preciosa“, ebenfalls eine gute zu nennen, wurde 
in 39.7 Tagen gemacht. Man schnitt 30° West-Lg. in 383° Nord-Br. nach 
7.8 Tagen. Mit westlichen Winden kam man nach 15 Tagen in 35° West-Lg. 
anf 27.2° Nord-Br. und erhielt in 25.3° Nord-Br. leichten ENE-Wind. Von 
Passat kann eigentlich während der ganzen Reise wenig die Rede sein. So 
bemerkt der Capitain, dass er viele Windstillen und veränderliche Winde und 
einen schlechten Passat hatte, welcher südlicher wahrscheinlich besser getroffen 
sein möchte, wodurch die Reise verkürzt worden wäre. 
26. „Carl Georg“, Capt. Stöver, auf einer Reise nach Savannah, passirte 
Lizard 1869 den 25. Januar. Gegenwinde und SW- bis West-Stürme waren sehr 
häufig, so dass 20° West-Lg. in 50° Nord-Br. nach 12 Tagen geschnitten wurde, 
Bis 30° West-Lg. in 44.4° Nord-Br., nach 23.2 Tagen erreicht, waren die Winde 
ebenfalls sehr ungünstig. Südlich zu gelangen hatte sehr schwer gehalten. Mit 
westlichen Winden steuerte man jetzt südlich bis 38° Nord-Br. und 32° West-Lg., 
vo wieder südliche Winde auftraten, welche später nach SE holten. 40° West-Leg. 
schnitt man in 36.2° Nord-Br. nach 32.1 Tagen. Lebhafte südöstliche Winde bis 
50° West-Lg. in 32° Nord-Br. Jetzt wieder veränderliche Winde, vorherrschend 
Ann, d, Hydr., 1877, Heft V. (Mai).
	        
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