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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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einzelnen Reisen der „Amerika“ untereinander, so sicht man, dass die Passat- 
reise 10.2 Tage länger, als die schnellste nördliche Reise, 20.8 Tage kürzer, als 
Jie längste nach New- York, und 32 Tage kürzer, als die Reise nach Philadelphia 
m Februar 1874 auf der nördlichen Route war. 
17. „Helene“, Capt, Jaburg, bestimmt nach Baltimore, passirte am 
21. November 1872 mit schwachem SSW-Winde die Shetland-Inseln. Ueber 
diese Reise lässt sich nichts Besonderes bemerken. Sie wurde durch vor- 
herrschende Westwinde und einen schweren Sturm am 19/20. December zwischen 
43-—42° Nord-Br. und 46—47° West-Lg. sehr verzögert, so dass man Cap 
Henry in 55 Tagen erreichte. Capt. Jaburg bemerkt, dass er gern versucht 
haben würde, den Passat zu erreichen, doch dieses gestatieten nicht die an- 
haltenden südwestlichen Winde. 
18. „Richard“, Capt. Kambach, machte im Februar 1874 die Reise 
nach Philadelphia Nord um Schottland, ungefähr gleichzeitig mit „Preciosa“, 
welche durch den Kanal ging und die Passatrounte wählte. Wir sehen, dass 
„Richard“ 3.8 Tage länger und gewiss nicht unter so angenehmen Umständen 
in See war, als „Preciosa*, „Richard“ passirte Flair Island mit unbeständigem 
Winde, welcher bald südlich und östlich lief. Man steuerte am Winde anfangs 
NW und schnitt 15° West-Lg. nach 5.5 Tagen in 60.2° Nord-Br. Mit mässigen 
westlichen Winden, nachdem man zuvor einen südwestlichen Sturm in etwa 
55° Nord-Br. und 26° West-Lg. bestanden hatte, steuerte man südlich und west- 
lich, bis 30° West-Lg. in 538° Nord-Br. nach 15.2 Tagen geschnitten wurde. 
Hier trat anfangs schwacher, dann harter Ostwind ein, welcher so lange anhielt, 
bis man 45° West-Lg. in 45.8° Nord-Br. nach 19.9 Tagen schnitt. Jetzt stellten 
3zich mässige westliche Winde ein. In 443° Nord-Br. und 50° West-Lg. bei 
den Neufundlandbänken wurden mehrere Eisberge gesehen. Die westlichen 
Winde hielten während der ganzen Weiterreise an; doch da sie sich mehr 
nördlich zogen, wurde eine vergleichsweise gute Reise gemacht, in 40 Tagen 
nach der Delaware-Mündung. Die Reise des „Richard“ war 15 Tage kürzer 
als die der „Helene“, was auch darin mit seinen Grund gehabt haben wird, dass 
„Richard“ stets nördlich vom Golfstrome war, während ‚Helene‘ eine grosse 
Strecke im Golfstrom zurücklegte. Auch ist das Wetter im Golfstrom viel un- 
ruhiger und unbeständiger, als nördlich von demselben. 
19. „Amerika“, 1874, auf einer Reise nach Philadelphia passirte mit 
steifem Südwinde am 7. Januar 1874 Fair Island. Bis zum 14. Januar stürmische 
West- und SW-Winde, welche darauf etwas abschwächten, ohne die Richtung 
wesentlich zu ändern. Nach 28 Tagen war „Amerika in 10° West-Lg. auf 
61.2° Nord-Br. In 20° West-Lg. und 59° Nord-Br. kam etwas SE-Wind durch, der 
jedoch bald wieder südwestlich lief, Fortwährende westliche Stürme liessen 
das Schiff nicht vorwärts kommen. 40° West-Lg. wurde in 49.3° Nord-Br. nach 42.8 
Tagen, und 50° West-Lg. in 34.6° Nord-Br. nach 58.2 Tagen geschnitten. Hier 
schliesst das Journal. Ganze Reisedauer bis zum Delaware, 80 Tage. Vergleicht 
man die Reise der „Amerika“ mit der der „Preczosa“, welche fast gleichzeitig 
die Reise durch den Passat nach Baltimore in 37.8 Tagen machte, so sollte 
man sich doch stets für die südliche Route als die beste entscheiden. Die Reise 
der „Amerika‘‘ ist ein Seitenstück zur Reise des „Johannes“, im December 1875 
aach New-York, 82 Tage. Aus diesen beiden Reisen sieht man so recht, wie 
iaunenhaft das Glück oft ist. Die Reise des „Richard“, etwa 3 Wochen später 
bei den Shetland-Inseln, wurde in 40 Tagen ausgeführt. 
20. „Preciosa“, Capt. Falk, passirte 1874 den 1. November Lizard 
mit mässigem Ostwinde, welcher bald südlicher lief. Man steuerte WSW und 
schnitt nach 8.7 Tagen 30° West-Lg. in 43.s° Nord-Br. Von hier bis 45° West-Lg. 
in 40.4A° Nord-Br. hatte man öfters stürmisches Wetter. Bis 60° West-Lg. in 
36.6 Nord-Br. günstige Winde südlich und östlich, welche mit Vortheil benutzt 
werden konnten. In 70° West-Lg. und 35.6° Nord-Br. traf man steifen WSW-Wind, 
welcher nördlicher und schliesslich östlich wurde, so dass man Cap Henry nach 
einer Reise von 30 Tagen erreichte. Diese Reise ist eine sehr günstige, 15 Tage 
schneller als die der „Athena“, welche eine südlichere Route einschlug. 
21. „Athena“, Capt. Joh. Bellmer, passirte Lizard am 14. December 
1874 mit einem NNE-Winde, welcher bald NW und dann wieder NE lief. Man 
steuerte einen südwestlichen Kurs und schnitt 30° West-Le. in 34.23° Nord-Br.
	        
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