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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Viel bestimmter als die Wege nach den nördlichen Häfen, sind dieselben 
für die Reisen nach den südlichen Häfen Savannah, Wilmington u. 8. w. vorge- 
zeichnet, indem man sich während der Wintermonate fast ausschliesslich und 
mit allcm Rechte für die Passatroute entscheidet, Selten nur wird ein Capitain 
die nördliche oder direkte Route einschlagen, in Folge dessen auch in der 
Tabelle nur eine Reise, die des „Carl Georg“ vom Kanal nach Savannah direkt 
und eine Reise des „Arracan“ von Nordschottland verzeichnet ist, welche letztere 
Reise aber in ihrem weitern Verlaufe in die Passatroute fällt. Wegen der so 
grossen Ungleichheit der Anzahl der Reisen nördlich und südlich (zu den 
arsten gehört streng genommen nur diejenige des „Carl Georg“) kann ein 
Vergleich zwischen beiden Ronten hier nicht stattfinden; es mag nur vermerkt 
werden, dass die Reise des „Carl Georg“ 11.5 Tage mehr als die Durchschnittsreise 
der andern Schiffe und 4 Tage mehr als die Reise des Schiffes „Arracan“, 
welches, von Nordschottland kommend, den Passat aufsuchte, betrug. 
Für eine Reise von Europa nach den südlichen Häfen Amerika’s giebt 
Maury folgende Segelanweisung für die Herbst- und Wintermonate: „Nachdem 
man gut klar vom Lande, steuere man den Kurs, der gewöhnlich von den nach Häfen 
südlich der Linie bestimmten Schiffen eingeschlagen wird, halte sich vielleicht 
etwas westlicher, so dass man 30° Nord-Br. in etwa 25° West-Lg. nach unge- 
fähr 14 Tagen schneidet. Von hier steuere man noch südwestlich, so dass man 
in 20° Nord-Br. zwischen 25° und 30° West-Lg. wirklich den Passat erreicht 
hat. In dieser Breite die Länge abgelaufen bis 60° West-Lg., bringt das Schiff 
nach 2 Wochen, oder im Ganzen nach 32 Tagen, vom Kanal in die Linie der von 
Süden kommenden nach Amerika bestimmten Schiffe. Von diesem Punkte den 
Kurs direkt auf den Hafen gesetzt, in 10 Tagen als Durchschnitt denselben 
erreicht, würde die ganze Reisedauer auf 42 Tage beziffern. Verlässt man mit 
cinem günstigen Winde Europa, so steuere man direkt auf seinen Bestimmungs- 
ort los, bis der günstige Wind, was in der Regel bald geschieht, aufhört, und 
strebe jetzt, indem man den Passat aufsucht, durch denselben den verlorenen 
günstigen Wind zu ersetzen“. Dieses gilt im Allgemeinen für die Winterreisen 
aach Nordamerika, speziell auch für die Reisen nach New-York, Die Durch- 
schnittsreise der in der Passatroute gemachten Reisen unserer Beobachter 
beträgt 41.5 Tage, und die schnellste Reise, die der Brigg „Martha“, welche 
ziemlich genau Maury’s Rath folgend, sich erst wirklich des Passats verge- 
wissert und in Folge dessen am allersüdlichsten ihre Länge absexgelt, wurde 
in 35.6 Tagen nach Wilmington gemacht. 
Um auf der Passatroute die möglichst schnellste Reise zu machen, (so- 
wohl nach den südlichen als nach den nördlichen am Atlantischen Ocean gelegenen 
Häfen Nordamerika’s, ist es von entscheidender Wichtigkeit sich erst gut in 
den Passat zu begeben, ehe man anfängt seine Länge abzulaufen. Gar häufig 
halten die Capitaine die ersten, vielleicht eben südlich vom 30. Breitengrade 
auftretenden Ostwinde für den Passat und schicken sich sofort an, einen west- 
lichen Kurs zu steuern, um keinen allzugrossen Umweg zu machen, sie haben 
dann nicht selten leichte veränderliche Winde, oder, wie man sich auszudrücken 
pflegt, einen schlechten Passat, wodurch die Reise oftmals eine recht langwierige 
wird, 
Aus diesem Grunde geben wir hier die ungefähre nördliche Grenze des 
NE-Passats an, wie sie für die Wintermonate aus Maury’s Karte entnommen ist. 
Grenze des NE-Passats im Winter. 
West-Le. 
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Nord-Br. 127.10 24.s0/24.20l25.10'97 0025.50 [29.40 121 .20]25 1025.49 97.50) 
Diese Grenze dürfte indess als die nördlichste anzusehen sein, 
Von ebenfalls grosser Bedeutung zur Ausführung einer schnellen Passat- 
reise nach den nördlichen Häfen Amerika’s ist es, dass man, die Länge grössten- 
cheils abgelaufen, nicht zu früh einen nördlichen und westlichen Kurs einschläegt.
	        
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