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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

A 
0 
Bei 30tägigen Beobachtungs-Intervallen haben sich demnach die Fehler 
der vorausberechneten Stände folgendermassen ergeben: 
Rechn. — Beob. 
April 
Mai X 
Mai 31 
Juni 30 
Juli 30 
August 9 
September |” 
October * 
November 
— 0.345060. 
+ 221 
+ 6.14 
+ 2,37 
— 1.62 
— 0,87 
+ 2.19 
— 1.78 
+ 5.56 
Wahrscheinlicher Fehler einer Be- 
stimmung = -}- 2,3800. 
In vielen Fällen ist bei der Führung der von S. M. Schiffen der König- 
lichen Sternwarte in Kiel eingelieferten Observations - Journale auf die durch 
Temperaturdifferenzen bewirkte Gangänderung der Chronometer keine Rücksicht 
yenommen, sondern mit dem auf der Sternwarte aufgegebenen letzten Gange 
von Tag zu Tag bis zur ersten Zeitbeobachtung weiter gerechnet, darauf mit 
verbessertem‘ Gange bis zur nächsten Beobachtung u. s. w. Hätte man in 
dieser Weise die Stände des obigen Chronometers berechnet, so wären folgende 
Fehler entstanden: 
Rechn. — Beob. 
April 
Mai 1 
Mai 31 
Juni 30 
Jali 27 
August 
September 5 
Oetober 23 
November 27 
1.6500. 
+. 42,9 
7A 
40.6 
14.4 
„S 
1,7 
Wahrscheinlicher Fehler einer Be- 
stimmung = + 19.8000. 
Die verschiedenen Werthe von g, waren also bei obigem Chronometer 
folgende: 
7 
März 
April 
Mai 
Mai S 
Juni r 
Juli N 
August } 
September © 
Jetober 
2 bis 
” 
» 
w 
en 
April 
Mai 4 
Mai 31 
Juni 32) 
Juli f) 
August ©“) 
September 
Jetober | 
Vovember 
— 0O.61sec. 
— 0.68 
— 0.88 
— 0.96 
— O.91 
— gr 
— 0.85 
— M9g 
— 9 
Während der neunmonatlichen Beobachtungen von März 2 bis November 27 
hat also eine kleine Beschleunigung des Ganges stattgefunden, und man kann 
die 9 Werthe von g, ziemlich gut durch die Formel 
8% = — 0.68 — 0.0017 T 
darstellen, wo T die Zahl der Tage seit dem 17. März bezeichnet. Aus den 
oben angegebenen, für die Ermittelung der Temperatur-Coefficienten benutzten 
Beobachtungen vom 2. Januar bis 21. Februar ergiebt sich aber im Gegentheil 
eine Neigung des Chronometers zum Retardiren; und es folgt daraus, dass, 
wenn man aus diesen letzteren Beobachtungen eine der Zeit proportionale 
Gangänderung abgeleitet hätte, die Berücksichtigung dieser Gangänderung bei 
der späteren Berechnung der Stände des Chronometers schädlich gewirkt haben 
würde. Einen weit grösseren Fehler würde man aber noch begangen haben, 
wenn man in die Rechnung noch einen dem Quadrate, oder höheren Potenzen 
der Zeit proportionalen Ausdruck eingeführt hätte, wenngleich im Allgemeinen 
die Darstellung der zur Ermittelung der Constanten a und b benutzten Beobach- 
tungen selbst dadurch gewinnen wird. Es ist dies einfach eine Folge der in
	        
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