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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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von 1 Seem. Länge und mit einem 3 Met. hohen Felsen und mit starker Bran- 
dung sein soll, wurde von S. M, S, „Elisabeth“ am 11. Januar noch bei Tage, 
4/2 Uhr p. m., mit sehr genauem Besteck angesegelt; ein Lothversuch bis zu 
850 Met. Tiefe ergab keinen Grund. Hoher Seegang und starke Brise ver- 
hinderten weitere Lothungen; ein scharfer Ausguck bis auf 4 Seem. Entfernung 
nach jeder Seite hin zeigte keine Spur von Brandung oder entfärbtem Wasser, 
so dass mit Sicherheit anzunehmen ist, dass zwischen 39° 48‘ und 39° 56’ 
Süd-Br. und 34° 53‘ bis 35° 48‘ Ost-Lg. Potter Shoal nicht liegt. Bei dem 
grossen Schiffsverkehr, welcher auf 39° Süd-Br. im Indischen Ocean stattfindet, 
hätte übrigens diese Untiefe schon wiederholt aufgefunden werden müssen, 
wenn sie wirklich existirte.!) 
3. Die günstigste Breite zum Ablaufen der Länge im Monat 
Januar für eine Reise von der Capstadt nach China ist nach einem 
Bericht des Capt. z. See von Wickede, Commandant 8. M. 8. „Elisabeth“, 
39° Süd. Auf diesem Parallel segelte nämlich „Elisabeth“ die Länge von 
20—70° Ost, also bis zur Insel St. Paul, in der Zeit vom 7.—21. Januar 1877 
ab, also ungefähr 3000 Seem. in 14 Tagen, oder durchschnittlich über 200 Seem. 
den Tag. Wenn auch die See zuweilen sehr hoch ging und der Wind nicht 
beständig aus West wehte, sondern in regelmässigen Zwischenzeiten zwischen 
Nord über West nach Süd und SSE wechselte, so waren doch die Wind- und 
Stromverhältnisse günstig genug, um das erwähnte Resultat zu erlangen. 
„Vergleicht man“, — schreibt Capt. v. Wickede, — „einerseits die Vortheile 
einer südlicheren Route, wie solche von manchen Schiffen der stetigen und 
frischen Westwinde wegen eingeschlagen und auch in verschiedenen Segel- 
anweisungen empfohlen wird,*) mit den erhöhten Anstrengungen, welche für die 
Besatzung durch wiederholten Klimawechsel, durch regnerisches und dickes 
Wetter in höheren Breiten und durch die Möglichkeit, auf Eisberge daselbst zu 
stossen, sich ergeben, und zieht man andererseits noch den durch das Auf- 
suchen höherer Breiten veranlassten längeren Weg in Betracht,% so scheint die 
Ansicht wohl gerechtfertigt, dass für diese Route im Monat Januar die 
günstigste Breite zum Ablaufen der Länge der Parallel von 39° Süd-Br. ist“ 
Anzeige, 
Coneurrenz-Prüfung von Schiffs-Chronometern auf der Deutschen Seewarte 
in Hamburg vom 1. Jumi bis 31. October 1877. ; 
In Gemässheit der von Sr. Excellenz dem Herrn Chef der Kaiserlichen 
Admiralität unterm 2, December 1875 erlassenen Instruction für die Deutsche 
Seewarte $& 2 unter 4, wird in Hamburg auf der, der Leitung der dortigen 
Sternwarte unterstellten IV. Abtheilung der Seewarte (Chronometerprüfungs- 
Institut) in der Zeit vom 1. Juni bis 31. October d. J. eine Concurrenz-Prüfung 
von Schiffs-Chronometern veranstaltet werden, zu welcher es jedem im Gebiete 
des Deutschen Reiches, sowie der Schweiz, etablirten Uhrmacher freistehen 
wird, von ihm angefertigte Schiffs-Chronometer in beliebiger Zahl, unter Be- 
achtung der nachstehenden Bedingungen und Tragung der Transportkosten und 
Verantwortung, einzusenden. 
1) In der Karte Tit. IX, No. 2 (brit, Admir.-Karte No, 748 A) ist überdies in 40° Süd-Br. 
and 351/2° Ost-Lg. eine Tiefe von 1950 Faden (83566 Mei angegeben, A. d. R, 
2%) Vgl. Findlay’s „Indian Ocean Directory“ (1876), pag. 147 u. 159; Rosser-Imray 
„Indian Ocean Directory“ (1874), pag. 737. An letzterem Ort wird bemerkt, dass die gebräuchlichen 
Segelanweisungen für das Ablaufen der Länge auf dieser Route nach Indien und China von 0°—80° 
Ost-Lg, nach den englischen Loggbüchern die Breiten zwischen 38—40° Süd als die günstigsten angeben, 
so wie es auch oben von dem Commandanten S. M. S. „Elisabeth“ empfohlen ist, dass aber nach hollän- 
dischen (allerdings der Anzahl nach wenigeren) Loggbüchern südlichere Breiten (39 — 44° Süd-Br.) 
zum Ablaufen der Länge vorzuziehen seien; für den Monat Januar würde z. B. auf der südlicheren 
Route ein Gewinn von 3.4 Tagen (22,8 gegen 26.2 Tagen) für das Ablaufen der Länge von 0°-—80° 
Ost sich ergeben. Hiernach scheint die Reise S. M. S. „Zlisabeth“, welche zwischen 20—80° Ost-Lg. 
auf dem Parallel von 39° Süd-Br. nur 14 Tage brauchte, eine aussergewöhnlich schnelle und be- 
günstigte gewesen zu sein. A. d. R. 
3) Es ist hierbei aber nicht der Gewinn durch das Segeln im grössten Kreise berücksichtiget 
worden. A.d R.
	        
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