3. Der grosse Ueberschuss
iu der Regenmenge in der Gegend
von Arkansas nürdostwärts in’s Ohio-
thal, während die ganze atlantische
Küste nur etwa die Hälfte der nor-
malen Regenmenge erhielt.
Die Spärlichkeit merkbarer
Niederschläge und Häufigkeit der
Nebel. Die gesammte Niederschlags-
menge des Monats betrug in Dänemark
nur etwa !/s und im grösseren Theile
Westdeutschlands und der Schweiz
Vs bis '/ (Baden %s) der normalen
Menge und übertraf nur in einem
Streifen der Ostschweiz und einem
Theile Ostdeutschlands dieselbe um
Einiges; auch auf den britischen Inseln
blieb sie meist erheblich unter dem
Durchschnittswerth.
Zusammenstellung der Schiffsunfälle an den Deutschen Küsten
in den Jahren 1872, 1873, 1874, 1875.
(Mit einer Skizze.)
Bis zum Jahr 1873 waren die Schiffsunfälle an den Deutschen Küsten
noch nicht Gegenstand einer, für die Aufgaben und Zwecke der Statistik der
Deutschen Seeschifffahrt, nach einem bestimmten Plan abgefassten Zusammen-
stellung gewesen. Es sind bis 1873 nur in einzelnen Deutschen Staaten amt-
liche oder private (letztere namentlich durch die „Deutsche Gesellschaft zur
Rettung Schiffbrüchiger“) statistische Angaben, theils beschränkt auf die Küsten
des betreffenden Staates, theils, wenn auch allgemein auf die Deutschen Küsten-
strecken bezogen, nur auf gewisse Umstände bei den Schiffsunfällen beschränkt,
periodisch veröffentlicht worden, so z. B. in der Zeitschrift des Königl. Preussischen
Statistischen Bureaus und in den Organen der oben erwähnten Deutschen Gesell-
schaft zur Rettung Schifbrüchiger. Sie konnten aber weder eine Uebersicht über
sämmtliche bei den Seeunfällen längs der gesammten Deutschen Ost- und Nord-
seeküsten in Betracht kommenden Umstände gewähren, noch eine Vergleichbar-
keit durch übereinstimmende Vollständigkeit des Materials für den einzelnen
Fall ermöglichen.
Für die Erkenntniss der Ursachen und für die Verhütung der Schiffs-
unfälle an bestimmten Küsten sind genaue, vergleichbare und regelmässig fort-
gesetzte Erhebungen über Zahl, Art, Ort u. s. w. der Unfälle von hohem Werth;
die mehr oder weniger häufig eintretende Wiederkehr von Schiffsunfällen an
demselben Ort oder an derselben Küstenstrecke vermag Anhaltspunkte dafür zu
geben, wo und in welcher Art Anstalten für Sicherung der Schifffahrt (Leucht-
thürme, Seezeichen, Hafen- und sonstige Schutzbauten, Lootsen- und Rettungs-
stationen u. s. w.) einzurichten, und welche Verbesserungen an bereits vor-
handenen derartigen Anstalten vorzunehmen sind. 7
Wir haben schon in diesen „Annalen“ (1876, pag. 132) auf die Wichtig-
keit der Bearbeitung solches statistischen Materials für die Zwecke der Sicher-
heit der Seeschiflfahrt atfmerksam gemacht und für die englischen Küsten einige
hierauf bezüglichen Angaben mitgetheilt. Für unsere deutschen Küsten hat das
Kaiserliche Statistische Amt in seiner alljährlich erscheinenden Statistik der See-
schifffahrt nach einem vom .Bundesrath des Deutschen Zollvereins, d. d. 7. De-
cember 1871, genehmigten KErhebungs-Formular, vom 1. Januar 1873 ab .die
längs der ganzen Deutschen Sceküste bis auf 20 Seem. ins Meer und auf den
mit dem Meere in Verbindung stehenden und von Seeschiffen befahrenen Binnen-
gewässern angestellten Erhebungen veröffentlicht (s. Statistik des Deutschen
Reiches, Band XI1I (1875), pag. 346--380; Band XVIII, 1. Abth. (1876), pag.
98—138: Band XXI, 1. Abth. (1877), pag. 1— 43).
Auf Grund dieser amtlichen Angaben und mit Hinzuziehung der von dem
Königl. Preussischen Statistischen Bureau für das Jahr 1872 veröffentlichten
Schiffsunfälle an den preussischen Küsten der Ost- und Nordsee sind in der
diesem Heft IV. der „Annalen“ beigefügten Skizze die in den Jahren 1872 bis
1875 an den Deutschen Küsten vorgekommenen Schiffsunfälle zusammengestellt.