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3alzig machen, um es niedersinken zu lassen; in Wirklichkeit wird aber das
Öberflächenwasser durch die Passatwinde und wit Beihülfe der Erdrotation
veständig nach Westen fortgetrieben; an der Westseite des Atlantischen Oceans
ienkt die Küste des südamerikanischen Continents dies Wasser nach Norden
hin ab, so dass der grössere Theil dieser erwärmten Oberflächenschicht in den
nordatlantischen Ocean mit so grosser Kraft hineingezwängt wird, dass aus der
Strasse von Florida ein starker Strom auslaufen kann, welcher unter dem Namen
Golfstrom bekannt ist. Der diesem äquatorialen erwärmten Oberflächenwasser
gegebene Anstoss scheint hinreichend stark zu sein, nicht nur um diesen Strom
als solchen zu erhalten, sondern auch um eine langsamere Bewegung des
Wassers nach Nordwesten, an der Aussenseite der Inseln des Caraibischen (An-
tillen-) Meeres zu erzeugen, welches Wasser sich mit der Südseite des sich
vasch fortbewegenden Golfstroms vereinigen kann.
Nehmen wir für die durchschnittliche Breite, Tiefe und Geschwindigkeit
des Golfstroms diejenigen Angaben an, welche der „Challenger“ bei dem Durch-
kreuzen des Golfstroms von Bermuda nach New- York vorfand, nämlich 183 Met.
(100 Faden) Tiefe und eine Geschwindigkeit von 3 Seem. die Stunde bei einer
Breite von 15 Seem., so werden diese Zahlen ergeben, dass in jeder Stunde
cin Volum erwärmten Wassers von 4'/%2 Kubikseem. (ca. 29 Kubikkilomet.) und
von 108 Kubikseem. (ca, 696 Kubikkilomet.) den Tag in den Nordatlantischen
Ocean einströmt.
Der Salzgehalt dieses erwärmten Wassers, sowie desjenigen, welches
nordwestwärts ausserhalb der Caraibischen See fliesst, ist grösser, als der des
darunter liegenden Wassers, Hieraus folgt, dass, obgleich das nordwärts fliessende
Wasser in Folge seiner höheren Temperatur leichter ist, als das Wasser der
unter der Oberfläche befindlichen Schichten, dennoch bei dem Berühren mit der
kälteren Luft kälter und dichter wird, bis es eine Temperatur erreicht, bei
welcher sein speeifisches Gewicht hinreichend zugenommen hat, um es zum Nieder-
sinken zu bringen; es führt alsdann seine hohe Temperatur nach unten mit sich
and theilt diese den unteren Wasserschichten mit.
Ist die Regenmenge hinreichend gross, um den Salzgehalt des Wassers
in dem Grade zu vermindern, als die Dichtigkeit durch Verlust an Wärme zu-
zenommen hat, so kann kein Niedersinken stattfinden; aber die Regenmengen
der gemässigten Zone, in welche dies erwärmte Wasser geführt wird, scheinen
hierzu keineswegs ausreichend zu sein. Obgleich der Salzgehalt ohne Zweifel
sinige Wirkung ausübt, so ist diese doch so gering, dass die ungeheure Menge
von erwärmtem Wasser, welche fortwährend dem Nordatlantischen Ocean zu-
geführt wird und ebenso beständig niedersinkt, so bald sie sich abkühlt, hin-
reichend gross zu sein scheinen, um die Temperatur und Dichtigkeit der ganzen
Wassersäule in der gemässigten Zone dieses Occans zu erhöhen; in Folge
Jessen liegen die Isothermen hier tiefer, als irgendwo anders im Atlantischen
Ocean.
Dass die Wassersäule in den gemässigten Gegenden des Atlantischen
Öceans schwerer ist, als in irgend einem andern "Cheil desselben, scheint nicht
nur durch die an Bord des „Challenger“ durch Mr, Buchanan gemachten Be-
stimmungen des specifischen Gewichts dargethan zu werden, sondern auch durch
die Thatsachen: 1) dass ihr Gewicht hinreicht, um am Boden der Atlantischen
Becken einen Abfluss des Wassers nach allen Seiten hervorzubringen, wie
wir es z. B. in dem westlichen Theil des Südatlantischen Oceans finden,
wo zweifellos antarktisches Wasser am Meeresboden bis nördlich zum Aequator
fliesst; 2) dass das kalte Wasser fast vollständig auf Tiefen von mehr
als 3475 Met. (1900 Faden) beschränkt ist, d. h. auf Tiefen, die grösser
sind, als die der Erhebungen, welche die einzelnen Becken des Atlantischen
Oceans von einander und von dem antarktischen Becken trennen; 3) dass in
und oberhalb dieser Tiefe von 3475 Met. (1900 Faden) das Wasser die Tem-
peratur von 1,7° C. hat, also nahezu dieselbe wie die der Atlantischen Becken.
Dagegen hat die „ Valouwrous“ bei 63° Nord-Br. in der Baffinsbat eine Boden-
jemperatur von 2.4° C, in einer Tiefe von 2012 Met. (1100 Faden) gefunden; ihre
niedrigste Temperatur traf sie im Eingang in die Baffinsbai (in 57° 50‘ Nord-Br.)
Wasser: in einer Entfernung von nur 18 Seem. von einander war die Boden-
jemperatur in einer Tiefe von 805 Met. (440 Faden) 5.6° C. und in 702 Met.