Die Isotherme von 15.6° C. (60° F,) und alle höheren verlaufen zwischen
den Parallelen von 2° 30‘ Süd und 12° Nord der Oberfläche am nächsten;
auf diesen beiden Parallelen sind die Isothermen von über 15.6° C. nur auf
eine Tiefe von 55 Met. (30 Faden) beschränkt und gehen zwischen diesen
beiden nur bis zu einer Tiefe von 128 Met..(70 Faden) auseinander; polwärts
von diesen beiden Parallelen, in 22° Nord-Br. und 24° Süd-Br., erreichen sie
eine Tiefe von 256 Met. (140 Faden) und noch weiter polwärts nähern sie sich
wieder der Oberfläche.
In dem Meridional-Schnitt an der Westseite des Nordatlantischen Oceans,
von St. Thomas bis Halifax, wurde in 24° 39 Nord-Br. die Isotherme von
4.4° C. (40° F.) in einer Tiefe von 1372 Met. (750 Faden); von diesem
Parallel steigt sie rasch aufwärts, bis sie die Oberfläche schon in 43° 45‘
Nord-Br. erreicht.
Die Isothermen von 7.2°, 10°, 12.8°, 15.6° C. (45°, 50°, 55°, 60° F.) senken
sich bei Bermuda am tiefsten, nämlich bis zu Tiefen von 951, 805, 704 und
603 Met. (bezw. 520, 440, 385 und 330 Faden). Von Bermuda bis St, Thomas
steigen diese Isothermen allmählich aufwärts bis zu einer Tiefe von bezw. 768,
622, 485 und 366 Met. (420, 340, 265 und 200 Faden); nordwärts von Bermuda
aber verlaufen sie fortwährend parallel der Oberfläche bis 39° 44‘ Nord-Br.;
von diesem Parallel an steigen sie allmählich in die Höhe und erreichen zwischen
41° und 42° Nord-Br. die Oberfläche.
Die Isotherme von 18.3° C. (65° F.) erreicht ihre grösste Tiefo,
329 Met. (180 Faden) in 22° 49‘ Nord-Br.; von da an steigt sie allmählich
aufwärts und erreicht in 40° 45‘ Nord-Br. die Oberfläche.
Die Isotherme von 21.1° C. (70° F.) liegt ebenfalls in 22° 49‘ Nord-Br.
am tiefsten. In dem nördlichen Theil dieses Schnittes zeigen die Temperaturen
der Oberfläche und der oberen Schichten in Folge des Zusammentreffens der-
selben mit dem warmen Golfstrom und dem kalten Labradorstrom grosse Ab-
weichungen.
fn dem Meridional- Schnitt zwischen St. Pauls Rocks und Pernambuco
steigt die Isotherme von 4.4° C. allmählich nach Pernambuco zu aufwärts,
während die von 7.2° C. nahezu parallel der Oberfläche verläuft, und die Iso-
thermen von mehr als 7.2° C. bei Pernambuco tiefer liegen, als bei St. Pauls
Rocks,
Der Diagonal-Schnitt von Abrolhos-Insel bis Tristan da Cunha zeigt, dass
die Isothermen von 4.4°, 7.2° und 10.0° C. in dem mittleren Theil dieses Schnittes
tiefer liegen, als an beiden Enden. Der Diagonal-Schnitt zwischen New- York
und Bermuda verhält sich ähnlich wie der nördliche Theil des meridionalen
Schnittes zwischen St. Thomas und Halifax.
Eine nähere Untersuchung dieser verschiedenen Schnitte, zwischen den
Parallelen von 40° Nord-Br. und 40° Süd-Br., lässt folgende Grundzüge der
Temperaturverhältnisse des Atflantischen Oceans erkennen:
l. In dem Nordatlantischen Ocean ist eine grössere Anhäufung von
warmem Wasser vorhanden, als in dem Südatlantischen Ocean,
2. An der Westseite des Nordatlantischen Oceans ist oberhalb der Tiefe
von 823 Met. (450 Faden) das Wasser wärmer, als an der Ostseite, mit Aus-
nahme derjenigen Stellen, wo der kalte Labrador-Strom dieses Wasser von der
amerikanischen Küste hinwegdrängt.
3. Unterhalb der Tiefe von 823 Met. (450 Faden) ist das Wasser an
der Westseite kälter als an der Ostseite,
4. In den Aequatorial - Gegenden liegen die Isothermen von 15.6° C.
(60° F.) und darüber der Oberfläche näher, als in irgend einem andern Theil
des gesammten Atlantischen Ocecans, wogegen die Isothermen von unter 15.6° C.
nicht in ähnlicher Weise sich verhalten, namentlich nicht die Isotherme von
4.4° C., welche in der Nähe des Aequators eben so tief liegt, wie in irgend
einem Theil des Südatlantischen Oceans.
5. Zwischen den Parallelen von 30° und 40° Nord-Br. erstreckt sich
bis zu einer Tiefe von 549 Met. (300 Faden) und über ein Gebiet von 1,200,000
Quadrat-Seem. (ca. 4 Mill. Quadrat-Kilomet.), nämlich von 2000 Seem. Länge
und einer durchschnittlichen Breite von 600 Seem., eine Wassermasse mit einer
TPemneratur von mehr ale 15.6°.