ww
Maliwoon ist eine kleine, aber im Wachsen begriffene Stadt, bedeutend durch
die Zinnbergwerke am rechten Ufer oder der englischen Seite des Pak Chan-
Flusses, ungefähr 25 Seem. von der Mündung entfernt, an einem Creek zwischen
den hohen Hügeln von Maliwoon. Die „British India Steam Navigation Com-
pany“ unterhält monatlich eine Postverbindung zwischen Rangoon, Moulmein
und Mergut und diesem Ort. Die Postdampfer gehen zuweilen stromaufwärts
und bis 5 Seem. in den Maliwoon-Creek hinauf, in welchem sie 7 Seem. unter-
halb der Stadt liegen bleiben. Zuweilen ankern dieselben auch bei der Mün-
dung des Rehnoung-Flusses an der siamesischen Seite, weil dort gleichfalls etwas
Handel getrieben wird.
Gezeiten. Die Hafenzeit in der Mündung des Pak Chan ist 10%* 30 min.
die Fluthhöhe beträgt bei Springzeit ungefähr 4.3 Met. und bei Nippzeit 2.4 Met.
Der Ebbestrom theilt sich, sobald er aus dem Fluss Pak Chan heraustritt, an
der NE-Spitze der Insel Victoria, in zwei Arme nach West und nach Süd. In
beiden Armen läuft bei Springzeit der Strom mit grosser Geschwindigkeit.
Der Kopah Fluss, zu Siam gehörig, erhält durch den daselbst beste-
henden Zinnhandel grössere Bedeutung. Der Fluss hat zwei Mündungen, von
denen die nördliche besonders während des SW-Monsuns mit Vortheil zu be-
nutzen ist; während des NE-Monsuns aber ist die südliche Mündung vorzu-
ziehen. Diese letztere ist in „Horsburgh’s Directory“ als Bangri (richtig
Bang-yeoe) bezeichnet;’) dies ist aber der Name einer Stadt, welche hinter
dem Berge Quoin liegt. Viele kleine Dschunken vermitteln den Handel zwischen
Kopah, Junkseylon und Penang.
Kopah-Mündung. Wenn man, von Norden kommend, durch die Kopah
Mündung in den Kopah Fluss einsegeln will, so muss man wenigstens 2 Seem.
von der Insel Hayes abbleiben, da sich bei dieser Insel ein Riff befindet. Von
hier halte man auf die NE-Spitze von Kopah Head, mit einem SE-Kurs zu, (das
äusserste NE-Ende der niedrigen Spitze besteht aus Sand und ist mit Bäumen
bedeckt), bleibe ungefähr 1 Kblg. von der Spitze entfernt und steuere dann
SZW, nach dem östlichen Abhang der Spitze Bluf. Die Dampfer der „British
India Steam Navigation Company“. gehen bei halber Fluth stromaufwärts.
Bangri-Mündung. Die südliche Mündung des Kopah Flusses hat nicht
weniger als 4.9 Met. Wassertiefe bei Niedrigwasser Springzeit und ist für kleine
Dampf-Fahrzceuge während des NE-Monsuns sicher zu befahren; während des
SW-Monsuns aber ist es nicht rathsam, diese Mündung zu benutzen. Ihr Fahr-
wasser führt zwischen 2 Sandbänken hindurch, welche bei Hochwasser Spring-
zcit beinahe vom Wasser bedeckt werden. Dor Kurs ist ungefähr ENEVE, und
man muss die niedrige Spitze, welche sich westlich des Berges Quoin erstreckt,
in Linie mit dem ersten südlichen Einschnitt der Hügelkette River halten.
Innerhalb der Barre sind 9 bis 11 Met. Wasser.
Die Stadt Kopah liegt ungefähr 20 Scem. stromäufwärts, zwischen
Bergen und hat wegen der Zinnbergwerke einige Bedeutung, welche der Rajah
bearbeiten lässt. Das Land in der Umgegend und im Norden der Stadt ist
sehr bergig, so dass es schon weit von Sec aus zu sehen ist. Der höchste
Berg, der Pia Sima, liegt 10 Seem. östlich von Kopah Head und gipfelt in 3
fast gleich hohen Spitzen, deren Höhe mehr als 1069 Met. über der Meeres-
fläche beträgt,
Der Ankerplatz für Dampfer im Kopah Fluss ist auf ungefäbr 9 Met.
Wasser, etwa 5 Seem. ESE von der südlichen oder der Bangri Mündung
entfernt.
Die Küste südlich des Kopah Flusses erstreckt sich bis zur Insel
Junkseylon oder Salanga beinahe Süd. Man darf sich derselben nicht mehr
als bis auf 4 Seem. nähern, da sie noch nicht vermessen ist. In 8° 30‘
Nord-Br. ist eine hervorragende Spitze an dieser Küste, welche den Namen
Cap Dolphin führt.
*) In der neuesten Ausgabe von Horsburgh’s „India Directory“, Part. I., herausgegeben von
Taylor (1874) ist keine Notiz über den Kopah-Fluss und über die Bangri-Mündung enthalten.
A. d. R.