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ist die herrliche Shuay Dagon-Pagode. Diese ist ungefähr 148 Met. über
Hochwasser und vom Fusse bis zur Spitze vergoldet. Ausserdem sind noch
mehrere andere Pagoden in der Stadt und Umgegend, von denen die zu Syriam,
6 Seem. südöstlich der Stadt, die nächstgrösste ist. Verschiedene gute Anlage-
brücken zum Laden und Löschen der Schiffe und geräumige Speicher befinden
sich an dem Fluss, Die Stadt ist gut angelegt und reinlich. Eine grosse
Anzahl der Bevölkerung besteht aus Chinesen,
Die Hauptausfuhr- Artikel sind Reis, Teakholz und Cutch (Gummiharz).
Die Verschiffungszeit für Reis beginnt ungefähr Ende Januar, in dieser Zeit
kommen täglich. Schiffe an. Im Jahr 1874 betrug die Zahl der eingekommenen
Schiffe 864, von denen die grössten 7,3 Met. Tiefgang hatten. Ferner wird das
ganze Jahr hindurch ein Holzhandel mit Bombay, Europa und nach den englischen
Niederlassungen in der Rhio- und Malacca-Strasse (den Straits-settlements) be-
trieben. Zwischen letzteren und Rangoon ist auch alle 14 Tage Postverbindung
und zwischen Rangoon und Calcutta, Akyab und den dazwischen liegenden Häfen
alle Woche. Ebenso besteht auch Telegraphenverbindung zwischen Rangoon
und Calcutta, Bassein, Akyab und Prome.
Proviant. Frischer Proviant ist weder reichlich vorhanden noch gut; das
Fleisch ist von untergeordneter Qualität und Hammelfleisch nur schwierig zu
bekommen. Alle Gemüse und Hühner kann man zu billigen Preisen erhalten.
Wasser wird längsseit gebracht, man zahlt 3 Rupien (ungefähr 5 „/) für die
Tonne. Kohlen kosten 20 Rupien (ungefähr 35 A) die Tonne.
Gezeiten. Die Hafenzeit bei der Brücke des Hafenamtes ist 5% 30min;
die Fluthhöhe beträgt bei Springzeit 7.3 Met. und bei Nippzeit 4.3 Met. Die Ge-
schwindigkeit des Stroms ist bei Springzeit 5 bis 6 Seem. die Stunde.
Beschreibung des Mergui-Archipels. Bengalischer Meerbusen.
Die nachstehende Beschreibung des Mergui- Archipels!), sowie die Segel-
Anweisungen für die Route zwischen dem Hafen von Mergui und der Insel
Junkseylon, sind in der „Hydrographie Notice“ No. 33, London, nach einem
Berichte des Commander A. D. Taylor (Superintendent der „Indian Marine
Survey“) veröffentlicht worden. Die Peilungen sind missweisend; die Variation
betrug 2!/2° Ost im Jahr 1876.
Allgemeine Beschreibung. Die Inseln des Mergwui- Archipels er-
atrecken sich von der Insel Tavoy, in 13° 13‘ Nord-Br. bis zu der Gruppe der
Sayer-Inseln, in 8° 30’ Nord-Br., und sind an einigen Stellen 70 Seem. von der
Küste entfernt. Die Inseln sind im Allgemeinen hoch, können 25 bis 40 Seem,
weit gesehen werden und sind mit grossen Bäumen und dichtem Unterholz
bestanden, so dass es schwierig ist, in sie weiter einzudringen. Es befindet sich
kaum ein engl. Acre (ungefähr 40.5 Ar) ebener Boden auf einer der Inseln,
welcher zu cultiviren wäre, weshalb es auch erklärlich ist, dass keine der
Inseln bewohnt ist. Einige wenige herumziehende Fischer einer besondern
Menschenrace, die in ihren Booten leben, sind die einzigen Bewohner des Ar-
chipels. Malaien und einige Chinesen aus der Umgegend von Penang besuchen
einzelne dieser Inseln alle Jahre, um essbare Vogelnester zu sammeln, welche,
mehr oder weniger, auf jeder kleinen Felseninsel gefunden werden. Trepang oder
Beche-de-Mer (essbare Seegurke) wird gleichfalls eingesammelt, aber es ist nur
spärlich vorhanden, da hier keine ausgedehnten Korallenuntiefen sind.
Am Strande einiger Inseln sind Merkzeichen von Wild und von Schweinen
gesehen worden, ebenso Fussspuren, wie man sagt, von Tigern, aber keines dieser
Thiere ist von don die Inseln Vermessenden angetroffen worden. Die Inseln
haben einen felsigen Untergrund; an vielen Felsen werden reiche Austernbänke
angetroffen. Auf der Insel Mainghy, die ungefähr 23 Seem. westlich des
Hafens Merguz liegt, wurde viel Bleierz gefunden. Zwischen den Inseln liegen
1) „Sailing Direetions for the Bay of Bengal“, 1866 von Rosser und Imray, pag. 100:
„Indian Ocean Directory“ von G. Findlay, II. edit. 1870, pag. 963—971 und III. edit. 1876, pag.
1061-—1066; „India Directory“ von Tavlor-Horsburgh. Part. I. 1874 var. 506—512,