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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Capitain der „Jylland“ etwa 15‘ in seiner Länge unrichtig war und die Ent- 
fernungen von den betreffendon Inseln und Sandbänken zu klein schätzte, müssen 
spätere Beobachtungen zeigen. Es wäre wünschenswerth, dass Schiffsführer 
welche jene Gewässer befahren und im Besitz zuverlässiger Chronometer sich 
befinden, durch sorgfältige astronomische Beobachtungen sowohl Gewissheit über 
die Lage der auf den Karten verzeichneten Inseln und Untiefen lieferten, als 
nuch etwa noch weiter vorhandene bis jetzt unbekannte Gefahren für die Schiff- 
fahrt in jenen Gewässern aufdeckten. 
Segelanweisung für den Fluss Rangoon. Bengalischer Meerbusen. 
Die „Hydrographie Notice“ No. 33, London d, d. 13. December 1876 
enthält nachstehende Beschreibung und Segelanweisung für den Fluss Rangoon!), 
auf Grund der kürzlich erfolgten Untersuchung des Flusses Rangoon durch 
den Navigating-Lieutenant F. W.Jarrad, R. N., Commandant des der Indischen 
Regierung gehörenden Vermessungsfahrzeuges „Clyde“, und nach dessen von 
der Indischen Regierung zu Calcutta, 1876, veröffentlichten Berichten. Die vor- 
kommenden Peilungen sind alle missweisend; die Variation betrug 2%4° Ost im 
Jahre 1876. 
Der Fluss Rangoon oder Meyit maka Choung entspringt in dem 
gebirgigen District von Prome in der Provinz Pegu (Britisch Birma), in 18° 30“ 
Nord-Br. und 95° 50‘ Ost-Lg. Sein Lauf erstreckt sich 150 Seem. weit in der Rich- 
tung SSE, beinahe parallel mit dem grossen Strom Irrawaddy. Ungefähr 50 Seem. 
von der Mündung entfernt, nimmt der Fluss eine mehr östliche Richtung an 
und führt nach seiner Vereinigung mit mehreren grösseren Flussläufen, von 
denen die bedeutendsten Pen-leng, Pegu und Bassein heissen, den Namen Hlein. 
Der Pen-leng und Bassein stehen mit dem {rrawaddy in Verbindung; auf 
ihnen nehmen die Dampfer, welche Rangoon, Prome und Bassein verbinden, 
ihren Weg. Der erstere wird während der Regenzeit und der letztere während 
der trockenen Jahreszeit befahren, 
Der Pegu-Fluss, welcher gleich unterhalb der Stadt Rangoon in den Fluss 
Rangoon eintritt, stellt die Verbindung mit dem Fluss Sittang her und ist 
während der Regenzeit für die Dampfschifffahrt nach der Gronzstation zu 
Tong-how vor kurzem freigegeben worden. 
Der Fluss Kangoon ergiesst sich nach einem Lauf von ungefähr 200 Seem. 
in den Golf von Martaban, in 16° 28‘ Nord-Br. und 96° 20‘ Ost-Lg. Das Land 
in der Umgegend der Mündung ist niedrig und grösstentheils mit Dschungeln 
bis zur Wassergrenze bedeckt, welche dichte Mangrove-Sümpfe oder zeitweise 
im Wasser stehende Wälder bilden; nur wenig Land ist angebaut. In Folge 
des sehr hohen Steigens und eben so tiefen Fallens des Wassers bei den 
(Gezeiten und der grossen Geschwindigkeit des Gezeitenstromes führt das 
Wasser des Flusses grosse Mengen von Senkstoffen mit sich, welche ihm eine 
dunkelgelbe Farbe verleihen. 
Die Spitze Elephant am westlichen Ufer und die Spilze Grove am 
östlichen oder linken Ufer bilden die Mündung des Flusses Rangoon. Die Spitze 
Elephant ist durch einen hohen massiven Obelisk gekennzeichnet, in dessen Nähe 
sich einige Palmengebüsche befinden; eine einzelne, dicht neben dem Obelisk 
stehende Palme ist von ansehnlicher Höhe. Ferner sind auf dieser Land- 
spitze ein Flaggenmast und eine Telegraphenstation vorhanden; letztere steht 
mit der Stadt Kangoon in Verbindung; die Schiffe auf der Aussenrhede können 
mit Hülfe der Flaggen des Internationalen Signal-Buches mit der Telegraphen- 
station sich in Verbindung setzen. Neben dieser befindet sich noch auf der 
Spitze Elephant ein Zollamt und ein Hotel, 
Die Spitze Grove, an der Ostküste, war früher durch einen ähnlichen 
Obelisk, wie der auf der Spitze Elephant, gekennzeichnet, dieser ist jetzt aber 
‘) „Sailing Directions for the Bay of Bengal“, 1866, von Rosser und Imray, pag. 93; 
„Indian Ocean Directory“ von G. Findlay, HL. ed, 1870, pag. 949—952 und III. ed. 1876, pag. 
L045—1048; „India Directory“ von Taylor-Horsburgh, Part. I, 1874, pag. 498 und 499.
	        
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