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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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beständigeres Wetter sein würde, als zwischen denselben. Freilich war er nur 
sehr flau, aber ich möchte doch wissen, ob ich besser gefahren wäre, würde ich 
westlich von den Inseln gegangen sein?“ 
Um diese Frage beantworten zu können, wird es zunächst nothwendig, 
zu untersuchen: 
1) wie die zu derselben Zeit westlich von den Cap Verden passirenden 
Schiffe verführen und welchen Erfolg dieselben erzielten, und 
2) wie sich die Resultate der verschiedenen Reisen zu einander verhalten; 
zu letzterem Zwecke würden die verschiedenen Segelfähigkeiten der betreffenden 
Schiffe zu ermitteln und zu berücksichtigen sein, 
Wie aus vorstehender Tabelle hervorgeht, passirten fast zu gleicher Zeit 
mit der „Capella“ die Schiffe „Lima“, Capt. Ellerbrock, und „Esmeralda“, 
Capt. Hansen, 1—2° westlicher die Linie. Die Winde wurden dann ebenfalls 
südöstlich und südwestlich gefunden, mit diesen aber nordwestlich gesteuert, so 
dass 14° Nord-Br. in resp. 25° und 26° West-Lg. erreicht wurde. Den Nord- 
ost-Passat fanden die beiden letzterwähnten Schiffe dann in 16° Nord-Br. und 
wurden von diesem bis in 36° West-Lg. gebracht, während die „Capella“ nicht 
westlicher als 33° West kam. Die ganze, von der „Capella“ durchsegelte 
Distanz beträgt 3816 Seem. und wurde in 32.7 Tagen zurückgelegt, während die 
von der „Lima“ und „Esmeralda“ befolgte Route 4019 Seem. lang ist und in 
31.2 Tagen vollendet wurde. 
Man sicht sofort, dass sämmtliche drei Reisen als schnelle zu bezeichnen 
sind, da das Mittel aller im August ausgeführten Reisen von den mit der See- 
warte sich in Fühlung haltenden Schiffen 42.6 Tage, das der vier schnellsten 
dieser Reisen 31.s Tage ergiebt; ebenso ist leicht ersichtlich, dass die „Capella“ 
auf ihrer östlichen Route durchaus kein ungünstiges Resultat erzielt hat, wenn 
man in Betracht zieht, dass das Schiff von Eisen erbaut, mithin seinen beiden 
Mitseglern, gekupferte und als schnelle Segler bekannte Schiffe, gegenüber im 
Nachtheil war, da sie durch Anwachsen des Schiffsbodens erheblich an Schnellig- 
keit eingebüsst hatte, wie aus den hier folgenden weiteren Untersuchungen in 
Bezug auf die relativen Segelfähigkeiten der Schiffe zur Genüge hervorgeht. 
Um diese Eigenschaften der drei in Frage stehenden Schiffe mit einiger 
Sicherheit beurtheilen zu können, erscheint es nöthig, etwas weiter auf die, in 
Jen ersten Abschnitten dieser Reisen zurückgelegten Distanzen zurückzugreifen. 
Die „Capella“, von Bassein kommend, schnitt die Linie im Indischen 
Ocean in 91.3° Ost-Lg. am 30. Mai, nach 26 Tagen Reise. Die „Lima“, von 
Rangoon kommend, passirte die Linie in 98.4° Ost-Lg. am 10. Juni, also 11 Tage 
später.  „Capella“ passirte 20° Ost-Lg. in 35.4° Süd-Br. am 11. Juli, und zwei 
Tage später, am 13. Juli, befand sich die „Zima“ auf 20° Ost-Lg. in 35.9° 
Süd-Br., hatte also auf diesen Abschnitt gegen die „Capella“ 9 Tage gewonnen. 
Unterwegs gesellte sich die „Esmeralda“, von den Philippinen kommend, am 
27. Juni in 258° Süd-Br. und 41.s° Ost-Lg. zur „Lima“, sprach dieselbe wieder 
am 4., 7. und 9. Juli und passirte gleichzeitig mit ihr 20° Ost-Lg. oder das 
Yap der guten Hoffnung am 13. Juli, so dass aus diesen Daten die Segeleigen- 
schaften der „Lima“ und „Esmeralda“ als gleiche angesehen werden können. 
Vom Cap der guten Hoffnung bis zur Linie in 20,s° West-Lg., eine Entfernung 
von 3120 Seem., gebrauchte „Capella“ 26 Tage, während die „Zima“ bis zur Linie 
in 22.s° West-Lg., eine Entfernung von 3203 Seem., 23 Tage benöthigte, woraus 
sich für diesen Abschnitt der Reise für die „Capella“ eine Durchschnittsfahrt von 
5.0 Knoten und für die „Lima“ eine solche von 5.8 Knoten ergiebt. 
Aus den oben schon angeführten Distanzen und der Reisedauer der drei 
Schiffe von der Linie zum Kanal, ergiebt sich für die „Capella“ eine mittlere 
Fahrt von 4,9 Knoten, für die beiden anderen Schiffe 5.4 Knoten; es geht also 
zur Evidenz‘) hervor, dass die „Capella“ an Segelfähigkeit entschieden der „Lima“ 
und „Zsmeralda“ nachstand, und ist daher die längere Reisedauer der „Capella“ 
auf der östlichen Route lediglich auf die geringere Segelgeschwindigkeit des 
Schiffes zurückzuführen. 
’%) Hierzu ist zu bemerken, dass die betreffenden Schiffe nicht zusammen segelten und daher 
auch verschieden starke Winde angetroffen haben konnten, A. d. R.
	        
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