Man liegt hier auf 13 Met. Wasser, dickem Schlamm-Grund, ca. 2 Seem.
vom Lande ab und hat den Vortheil, bei den herrschenden Winden mit Segel-
booten nach der Flussmündung bequem hin- und herliegen zu können.‘')
Vor der Flussmündung liegt eine Barre, welche bei Niedrigwasser 3.4 Met.
und bei Hochwasser 4,3 Met. unter Wasser ist; im Hafen selbst sind bis 7.6 Met.
Wasser. Das Fahrwasser über die Barre läuft vom Nord-Molen-Ende fast quer
Jurch die Flussmündung nach SSW, und ist jetzt durch zwei rothe spitze Tonnen
bezeichnet, an welchen man dicht entlang gehen muss.
Die vorherrschenden Winde in dieser Jahreszeit sind des Morgens leichte
östliche und nördliche Winde oder Stillen. Erst gegen 2* p. m. beginnt der SE
einzusetzen, erreicht gegen 5* die Windstärke 4 und nimmt gegen 8* Abends
von da bis zur Stille ab. Es eignet sich deshalb die Zeit von 2" p.m. ab am
besten zum Verlassen des Hafens unter Segel, während die Morgenstunden den
Schiffen das Aufkreuzen auf die Rhede gestatten.*)
Die oben erwähnte grosse weisse Kirche Santa Domingo bietet beim
Verlassen der Rhede und beim Ansegeln bis auf 20 Seem. Abstand eine vorzüg-
liche Landmarke, die sich sehr gut als Peilobject eignet.“
Das Resultat zweier Reisen von der Linie zum Kanal östlich der
Cap Verde’schen Inseln, im Vergleich zu gleichzeitigen Reisen
westlich dieser Inseln.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte)
Von E, Mewes, Assistent bei der Deutschen Seewarte,
Der eigenthümliche Umstand, dass im Sommer des Jahres 1876 zwei
Deutsche Schiffe durch die Windverhältnisse nördlich der Linie gezwungen wurden,
ihre Heimreise von der Linie zum Kanal auf einer Route auszuführen, die von
der in der Regel eingeschlagenen gänzlich abweicht, so dass dieselbe als eine
yanz aussergewöhnliche hingestellt werden muss, bietet Veranlassung, diese Sache
einer eingehenderen Untersuchung und Besprechung zu unterziehen. Es soll durch
dieselbe festgestellt werden, ob die betreffenden Schiffe beim Einhalten dieser
Route einen wesentlichen Nachtheil erlitten, oder vielleicht gar einigen Vortheil
vor denjenigen Schiffen erreicht haben, welche auf der gewöhnlichen Route ihre
Reise vollendeten, und so zugleich die von einem der Führer der betreffenden
Schiffe, in dem von ihm geführten meteorologischen Journale, nach dieser Rich-
jung an die Seewarte gestellte Anfrage ihre Erledigung finden.
Es handelt sich um die Reisen der beiden Schiffe „Carl August“, Capt.
Segebarth, und „Capella“, Capt. Jachens, welche, von Süden her in der
Nähe der Cap Verden angekommen, im August 1876 durch westliche und nord-
westliche Winde gezwungen wurden, ihren Weg innerhalb, d. h. östlich dieser
Inselgruppe zu nehmen und ihre Reise nach dem Kanal auf diesem Wege zu
vollenden.
Wenn aus diesen Reisen nachgewiesen werden könnte, dass genannte
Schiffe, durch die unfreiwillige Wahl dieser aussergewöhnlichen Route, nichts
oder doch nur wenig an Zeit, anderen zur selben Zeit westlich passirenden
Schiffen gegenüber, eingebüsst, oder sogar noch vor diesen einen Vortheil erlangt
hätten, so würde man in Zukunft Schiffsführern unter ähnlichen Verhältnissen
vielleicht anrathen können, ohne weiteres Bedenken sofort diese Route einzu-
schlagen, eine Sache, die namentlich für diejenigen Capitaine, welche von der
Westküste Afrika’s kommen, von der allergrössten Bedeutung sein würde.
Es lässt sich zwar mit Recht einwenden, dass die Resultate zweier vor-
einzelter Reisen nicht als Norm gelten können; sie gewähren aber immerhin
einigen Anhalt, zumal da bei der Seewarte Journale solcher Schiffe vorliegen,
1) S. M. S. „Hertha“, Capt, z. See Knorr, ankerte auf 10 Met. Wasser, Schlammgrund,
Leuchtthurm von Manila in NE%4E und Leuchtthurm von Cavite in SzW (s. „Annal. d. Hydr.“,
1875, pag. 323).
a Ueber das Klima der Philippinen, speciell von Mania, vgl, „Annal, d. Hydr.“, 1875.
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