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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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3ehr nahe war. Offenbar behinderte die Alpenkette wie eine hohe Wand die 
Ausgleichung, was nicht Wunder nehmen kann, wenn man bedenkt, dass etwa 
Va der ganzen Atmosphäre unterhalb der Kammhöhe der Alpen von 2340 Met. 
sich befindet, und dass zahllose Gipfel und ganze Gebirgsstöcke sich noch weit 
über dieses Niveau erheben, bis zu einer Höhe hinauf, wo der Luftdruck nur 
die Hälfte jenes am Meeresspiegel beträgt. Um den grossen, in neuerer Zeit 
vielleicht nicht genügend beobachteten Einfluss der Gebirge auf die Luft- 
eirculation ganz zu würdigen, muss man bedenken, dass der Himalaya mit 
seiner mittleren Kammhöhe von nahe 4600 Met. für die ganze, uns unmittelbar 
angehende untere Hälfte der Atmosphäre als eine derartige undurchdringliche 
Scheidewand dient, welche erst in den höheren sehr verdünnten Luftschichten 
die Einflüsse z. B. der mongolischen Wüsten und des Indischen Oceans zur 
gegenseitigen Berührung und Ausgleichung gelangen lässt, 
Zum Schluss sei es gestattet, das Verhältniss der verschiedenen Methoden 
der Bearbeitung der Barometerstände zu einander, und zwar der Methode der 
Reduction auf den Meeresspiegel zur Methode der Abweichungen vom Normal- 
stande in aller Kürze zu resumiren. 
Das Ziel ist in beiden Fällen dasselbe, wie Eingangs hervorgehoben, 
nämlich: die direct abgelesenen Barometerstände vergleichbar zu machen, zum 
Zwecke der Ableitung der horizontalen Druckvertheilung; der Einfluss der 
Lufttemperatur und der absoluten Höhe des Barometerstandes ist in beiden 
Fällen derselbe. Es ist klar, dass die Abweichung vom Normalstande auf einer 
hochgelegenen Station nicht gleichwerthig ist mit einer solchen von einer tief- 
liegenden Station; denn wenn in der zwischenliegenden Luftschicht nicht gerade 
Temperaturverhältnisse herrschen, die diesen Einfluss compensiren, so wird 
durch einen geringeren Druck im oberen Niveau auch ein geringeres specifisches 
Gewicht der unteren Luftschichten hervorgerufen und muss sich der Ausfall, die 
negative Abweichung des Barometerstandes, mit der Tiefe immer weiter summiren 
und vergrössern. Kbenso ist leicht einzusehen, dass diese Zunahme der nega- 
tiven und positiven Abweichungen mit der Tiefe resp. mit dem Barometerstande 
abhängen muss von der Temperatur der betreffenden Luftschichten, und zwar 
genau in derselben Weise, wie die Grösse der Reduction auf den Meeresspiegel 
davon abhängt. 
Wenn nun trotzdem die Methode der blossen uncorrigirten Abweichungen 
lange Zeit von Vielen, und von Manchen auch jetzt, für besser als die Reduction 
auf das Meeres-Niveau angesehen ist, wenn mit jener Methode eine ganze Reihe 
grundlegender Untersuchungen durchgeführt und wichtige Gesetze zu Tage ge- 
fördert werden konnten, so scheint es wohl gerathen, an dieser Methode nur 
die Hauptmängel zu beseitigen und die Hauptvortheile derselben nicht aufzu- 
geben. Diese Hauptvortheile sind deren Einfachheit und die verhältnissmässige 
Integrität der einzelnen beobachteten Daten resp. der Veränderungen des Luft- 
drucks, der Zeit nach, an einer und derselben Station. Die Hauptnachtheile aber 
sind erstens die Nichtberücksichtigung der normalen räumlichen Differenzen des 
Luftdrucks, die stets vorhanden, zu jeder Jahreszeit anders und die Ursachen 
des normalen Vorherrschens bestimmter Luftströmungen sind; zweitens die Nicht- 
berücksichtigung der absoluten Höhe des Barometerstandes, insbesondere der 
constanten Unterschiede zwischen hoch und niedrig gelegenen Stationen; diese 
Fehler hätten allerdings vermieden werden können, wenn man die Abweichung 
nicht mittelst Differenzen, sondern durch Quotienten resp. in Procenten des 
mittleren Luftdruckes ausgedrückt hätte, doch wäre dadurch der Vortheil der 
Einfachheit der Methode verloren gegangen. 
Diese Hauptfehler sind vermieden und jener Hauptvortheil ist erhalten 
in der oben dargelegten, an der Seewarte angewandten Methode der Behandlung 
der Barometerstände, welche sich deshalb wohl zur allgemeineren Annahme 
empfehlen dürfte, 
ZZ
	        
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