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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Sicherung des Schiffes und der Benutzung jeder Gelegenheit zur raschen Fort- 
setzung der Reise zugewandt ist. Der Bericht ist so gut, wie man ihn von 
einem einzelnen Beobachter erwarten kann, wären mehrere Beobachter in der 
Nähe gewesen (womöglich so, dass sie sich gegenseitig peilen konnten), hätten 
sie die Ausdehnung der Erscheinung im Augenblick, in dem man sie gewahrte, 
mit dem Compass gepeilt und die Entfernung geschätzt, die Zeit des Ein- und 
Austrittes angegeben und die Peilungen soviel als thunlich fortgesetzt — so 
würde die Zusammenstellung ihrer Angaben, annähernd Aufschluss über Gestalt, 
Grösse und Fortbewegung des Meteors geben. Die Kreisform der Fig. I. 
ist gewählt, weil sie die am wenigsten willkürliche ist; Capt. Bannau sagt 
aber nicht, dass er sich in Kreisen befand, naturgemäss musste er sich in der 
Erscheinung selbst in einem Kreise wähnen, weil die Sehweite nach allen 
Seiten hin gleichmässig beschränkt war, ihre Radien also augenblicklich gleiche 
Länge hatten. j 
Die zweite Beobachtung leidet theilweise an denselben Mängeln wie die 
dritte; wenn andere Umstände es gestatteten, so wären, jede halbe Stunde an- 
gestellte Beobachtungen des Psychrometers und Barometers in der Nacht vom 
25. bis 26. Januar 1870 nützlich gewesen. 
Bei der dritten Beobachtung muss zunächst bemerkt werden, dass mir, 
durch Mangel an geeignetem Platz zur Anbringung der Instrumente, während der 
vorangegangenen 18 Monate 2 Quecksilber-Barometer zerbrachen und zwei gute 
Aneroide unbrauchbar wurden; auf der Reise selbst zerbrachen alle 6 Thermo- 
meter und weder das Quecksilber- noch das Aneroid-Barometer des Schiffes 
taugten zu etwas anderem als zu Füllstücken des Inventars. 
Hätte man am Bord des „Caesar“ um 6* die extreme Seiten-Ausdehnung 
jener Bank mit dem Compass genau gepeilt und. die Höhe des oberen Randes 
über dem Horizont geschätzt oder gemessen, so wäre dies die Grundlage für 
bessere Verwerthung späterer Beobachtungen gewesen; um 10* würde es geringe 
Schwierigkeiten gemacht haben, die Sterne zu bezeichnen, zwischen denen und 
bis zu deren Höhe das Wetterleuchten oder das Gewölk, in welchem es auf- 
fackerte, sichtbar waren; die Berechnung von Sterndistanzen und Sternhöhen 
lässt sich viel genauer ausführen, als die Peilung eines dunklen Gegenstandes 
bei Nacht, und wird sicherlich richtiger wie jede Schätzung. Ich selbst hielt 
das Wetterleuchten für gewöhnliches Abkühlen der Luft, übergab um 12% die 
Wache dem Steuermann, dieser schlief ein und wurde erst mit mir durch Rufen 
des Mannes am Ruder geweckt, daher fehlen genauere Angaben über die For- 
mirung der Wolke zum Ring. 
Aus dem Vorliegenden ersieht man zunächst nicht, wie weit sich der Ge- 
sichtskreis erstreckte, naturgemäss ist er in der Nacht beschränkter als am 
Tage, wird also die in Fig. II. (in der a der Schiffsort um 138.5* ist) punktirt 
gezeichnete Grenze mit 4 Seem. Radius nicht überstiegen haben, dann fehlt aber 
jeder Anhalt, ob das Ruhen auf dem Horizont nicht eine optische Selbsttäuschung 
war, welche durch die Vereinigung von dem Schatten des Gewölkes mit dem 
Dunst unter letzterem, vielleicht auch von Regen herbeigeführt wurde. War 
dies jedoch nicht der Fall, waren die Peilungslinien Tangenten an das Phänomen 
and war dessen Steigung so gross, um es wirklich auf dem Horizont ruhen zu 
lassen, so würde die gostrichelte Ellipse in Fig. II. seinen äussersten Umfang 
Jarstellen; ihre grosse Achse hätte ca, 4 Seem., die kleine ca. 3 Seem. betragen; 
will man nur die Kreisform als möglich anerkennen, so würde der mittlere 
Kreis mit ca. 4.3 Seem. Durchmesser die Peripherie des Meteors bilden. Die 
Peilungen NNW und ENE waren offenbar nur Schätzungen, nimmt man für 
dieselben einen möglichen Fehler von '/2 Strich an, so bezeichnen in Fig. II, 
der kleinste und der grösste Kreis mit 3'/4 resp. 6 Seem. Durchmesser die 
Grenzen für die Grösse der Erscheinung; der Unterschied ist sehr nahe 100%/9! 
Fragt man: wie rasch und nach welcher Richtung musste sich die Er- 
scheinung bewegen, damit der Wind (wenn er gegen den Lauf des Uhrzeigers 
votirte) NE werden konnte, so ist zunächst zu untersuchen, wohin das Schiff 
von @ aus gelangte, als diese Windrichtung eintrat; hielt es den Kurs SSE 
| Seem., so kam es nach b, bringt man aber den Proportionaltheil der Ver-
	        
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