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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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West dicht über dem Wasser das Schiff umkreisten, nach oben hin an Ge- 
schwindigkeit abnahmen und sich anscheinend mit der oberen Wolke ver- 
»inigten, den Gesichtskreis auf 1—1'/2 Seem. Die „/no“ lag regungslos in 
Windstille, augenscheinlich in der Mitte eines Wirbelwindes, dessen innerer 
sichtbarer Theil einen Durchmesser von 2—3 Seem. haben mochte, Der 
Beobachter erwartete, der Wirbel solle über ihm fortziehen, dieser schien aber 
keine Fortbewegung zu haben, daher musste versucht werden, aus ihm heraus- 
zukommen, Ein leichter östlicher Luftzug gab dem Schiffe Steuerkraft und man 
segelte nach West; während man sich dem Wirbel an dieser Seite näherte, nahm 
die Stärke des Windes zu, seine Richtung änderte nach SE-—Süd—SSW, man 
segelte mit grosser Geschwindigkeit nach NW in die schnell vorüberjagenden 
Dunstmassen hinein; es wurde sehr finster, dann kam der Wind ca. 5 Minuten 
lang mit Stärke 8 aus SW, er nahm wieder ab und es fiel starker Regen. 
Gegen 3* hörte der Regen auf, Stille trat ein und bald nach 3* leichter öst- 
licher Wind. Die ganze Erscheinung hatte kaum eine Stunde gedauert; die 
dunkle schwarze Bö blieb am südöstlichen Horizont sichtbar. Nach der 
Zeit zu urtheilen, welche das Schiff brauchte, um den Ring oder Gürtel des 
Wirbelwindes zu durchschneiden, kann jener höchstens 1 Seem. breit gewesen 
sein, der Durchmesser des ganzen Meteors mag 4—6 Seem. betragen haben. 
2. Deutsche Schoonerbrigg „Alice“ aus Hamburg, Capt. A. Schück. 
Von Hongkong nach Hamburg (siehe umstehende Tabelle). 
3. Britische Bark „Caesar“, Capt. A. Schück. 1864, August 22. Von 
Singapore nach Macao. 13.5* im 15.9° Nord-Br., 114.1° Ost-Lg. v. Greenw. Um 
Gh hatte man eine Wolkenbank in NNE bemerkt, das übrige Gewölk waren 
eir. cum., die aus West zogen, 5 Zehntel des Himmels waren bedeckt, es lief 
geringe Dünung aus SW; um 8* hatten cir. cum. aus Nord, SW und SE fast den 
ganzen Himmel bedeckt, das Kielwasser leuchtete weisslich und ausser der 
Dünung von SW wurde auch solche von NW bemerkt. 10% sah man im Norden 
beständiges, weisses Wetterleuchten. Kurs und Distanz waren von 6—81 N1!LE 
5.5 Seem.; von 8*—10t N'LAE 5.5; von 10*—13.s* N’ZAE 8 Seem.; von 13!/a* bis 
L4* SSE 1 Seem.; Wind bis 13.s* West 3. 13.s: Die Wolkenbank, welche bisher im 
Norden gestanden hatte, formte sich zu einer dichten Masse, welche die Ge- 
stalt einer tiefen Schüssel (die Oeflhung dem Meere zugekehrt) bildete; sie 
erstreckte sich von NNW-—ENE, der entfernteste Theil schien auf dem Horizont 
zu ruhen, der nächste aber war nur ca. 1 Seem. vom Schiff und wenige 
hundert Fuss über dem Moere. Dieser Theil näherte sich langsam, der Rest 
des Gewölkes trieb sehr rasch von NW, dennoch wurde der Wind nahe still. 
Das Schiff wurde von 13.s"—14* nach SSE 1 Seem. gesteuert, dabei ging der 
Wind sehr langsam von West—NW — Nord -——NE, um 14 wurde gehalst 
(wieder N’A.E gesteuert). Als der Wind NE war, hatte er nur Stärke 3, gleich- 
zeitig zerriss der Wolkenring; der Wind ging dann auf Ost 1, war um 16% 
SE 2, drehte weiter nach Süd und war mit Sonnenaufgang SW 3. Mit Aus- 
nahme der Dünung von SW und NW war das Wasser glatt; der untere Theil 
des Wolkenringes hatte dieselbe bräunlich gelbe Farbe, wie der Mondregen- 
bogen. Am Mittag des 23. August betrug der Unterschied zwischen Schiffsort 
nach Loggrechnung und dem nach Beobachtung 17 Seem., gerichtet nach N 53° E. 
4. Die Hamburger Schoonerbrigg „Alice“, Capt, A. Schück, befand sich 
1866 den 8. August in 21.5° Süd-Br., 111.5° Ost-Lg. v. Greenw. Der Wind war seit 
Mittag NWzN 5 gewesen, um 4" kam er aus SW 3 mit einem Wolkenringe 
(einer Schüssel ähnlich), wie ich schon öfter in tropischen Gewässern bemerkt habe; 
auch am Rande dieses Ringes war der Wind sehr leicht und umlaufend. Der 
Kurs des Schiffes war NEzN, schon am Morgen war die Erscheinung hinter uns 
sichtbar, sie kam langsam und allmählich höher und war bei Sonnenuntergang 
noch nicht ganz vor uns verschwunden. 
Fig. I. der anliegenden Skizze giebt eine ungefähre Darstellung von der 
Grösse der Erscheinung No. 1, welche Capt. Bannau beschreibt. Wer mit 
Schiffsverhältnissen vertraut ist, weiss, dass Beobachtungen an Barometer und 
Thermometer kaum möglich waren, weil unter solchen Umständen die ganze 
Aufmerksamkeit der Besatzung, vom Schiffsführer bis zum Kochsmaat, der
	        
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