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Längs der ganzen Strecke von Tamarinda bis zum Cap Desolada ist die
Küste sehr unrein, bis San Martin liegen die Klippen etwa eine Seem. vom
Lande ab, während das Cap noch in einem Abstand von 4 Seem. von Untiefen
umgeben sein soll. Hat ein Schiff die Bestimmung, an einem dieser Plätze zu
laden, so hat man die dazu nöthigen Lanschen sammt Bemannung (8 Mann)
von Corintho mitzunehmen und später dahin zurück zu bringen. Da’ es an
Land an Allem fehlt, so hat man während der ganzen Zeit die Leute an Bord.
Auch geht das Geschäft des Ladens recht langsam von statten, weil die fort-
während hohe Brandung die Verbindung mit dem Lande äusserst schwierig macht.
Lothungen auf und bei der Korallenbank Gorringe, westlich des Cap
St. Vincent.
Der Lieutenant Commander H. H. Gorringe, Commandant des V. St. D.
„Gettysburg“, hat auf der Reise von den Azoren nach Gibraltar im November
1876, 130'/2 Seem. rw. 575° W von Cap St. Vincent entfernt, eine Korallen-
bank entdeckt und auf derselben geankert.‘!)
Die „Hydrographic Notice“ No. 68, Washington, d. d. 13. December 1876,
brachte zunächst folgende vorläufige Notiz über diese Korallenbank:
„Am 16. November 1876 wurde eine Reihe Tiefseelothungen genommen
und dabei gefunden, dass die Wassertiefe von 5031 Met. (2751 Fad.) bis zu
1342 Met. (734 Fad.) abnahm; bei einer vorläufigen Untersuchung dieser
Gegend fand man, 11”/2Seem. von ‘der letzten Lothung entfernt, eine Tiefe von
nur 59 Met. (32 Fad.) in 36° 80‘ 8“ Nord-Br. und 11° 37‘ 5“ West-Lg.; der
Grund bestand aus Fels, Muscheln und Korallen. Die an die Oberfläche ge-
brachten Korallenstücke waren grösstentheils von hellrother Farbe. .
Am Abend des 17. November ankerte die „G'ettysburg“ auf 62 Met. (34 Fad.)
Wasser, etwas über 1 Seem, von der 59 Met.-Stelle entfernt. Bei der von
dieser 62 Met.-Stelle aus angestellten Untersuchung konnte jedoch keine geringere
Wassertiefe und auch kein Anzeichen irgend einer für die Schifffahrt gefährlichen
Untiefe aufgefunden werden, obgleich das Schiff sich drei Tage lang zur Unter-
suchung dieser Bank daselbst aufhielt, und an zwei von diesen Tagen dazu
yünstiges Wetter war.
Eine vollständige Auslothung der Bank konnte wegen Mangel an Zeit
nicht gemacht werden, obgleich der Commandant glaubte, dass in der Nähe
derselben höchst wahrscheinlich eine gefährliche Untiefe vorhanden sei,
Am 18., 19. und 20. November wurden einige Lothungslinien abgelaufen,
welche in die Nähe der zweifelhaften Klippe Daedalus,?) und zwischen ihr und
dem Cap St. Vincent führten, aber die Klippe selbst konnte nicht aufgefunden
werden.“
Die am 10. Januar d. J,. zu Washington herausgegebene „Hydrographie
Notice“ No. 1 enthält bereits einen Bericht über eine theilweise Vermessung
dieser Bank durch den Dampfer „Getiysburg“, welche von dem „Navy-Department“
Gorringe-Bank benannt ist, und den wir nachstehend wiedergeben:
„Die genaue Länge der Stelle, an welcher die geringste Wassertiefe von
59 Met, (832 Fad.) gefunden wurde, ist 11° 35‘ 20“ West. Zwei Versuche wurden
yemacht, diese Bank genau auszulothen, das Wetter war aber so stürmisch und
die See so hoch, dass es grosse Schwierigkeiten verursachte, diese theilweise
Aufnahme, deren Resultate in der anliegenden Skizze (s. pag. 130) und in
nachstehender Tabelle wiedergegeben sind, zu bewerkstelligen.
Die Länge der 59 Met.-Stelle ist von dem Meridian des Flaggenmastes
am : Landungsplatze der neuen Mole zu Gibraltar abgeleitet, welcher in
5° 21‘ 17“ West von Greenwich liegt.
Das „Navy-Department“ der Vereinigten Staaten beabsichtigt im Sommer
dieses Jahres eine noch genauere Untersuchung: und Auslothung dieser Bank
ausführen zu lassen.
‘) s. „Nachr. f. Seef.“, 1877, No. 54.
?) s. „Nachr, f. Seef,“, 1875, No. 384.