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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

1920 
Hat man die Barre passirt, so ist die grösste Schwierigkeit überstanden und 
man trifft gewöhnlich dann hinreichenden Wind, um über die Resolute Bank 
zu segeln, an. Als Regel beim Aussegeln müssen die Schiffe, welche beim Fort 
Amsterdam auf die nächste Ebbe warten, beim Aussegeln sich längs der Tonnen 
halten, 
Schiffe mit einem geringeren Tiefgang als 4.9 Met. können auskreuzen 
und haben dabei nur zu beachten, dass sie die flachsten Stellen bei Hochwasser 
passiren. 
Die Stadt Paramaribo ist regelmässig gebaut; ihre längste Seite zioht 
sich am Flusse entlang. Die Stadt wird von drei Kanälen durchschnitten, von 
denen der grösste der Steen Vakkers Kanal ist. Bei Annäherung an die Stadt 
vom Fluss aus kommt das Regierungs-Gebäude zuerst deutlich, mit den präch- 
tigen Bäumen des Tamarinden - Gehölzes und dem Fort Zelandia, in Sicht; die 
Gebäude an der Wasserseite der Stadt gewähren einen prächtigen Anblick. 
Da sich keine Werft zu Paramaribo befindet, so können hier auch 
keine Reparaturen ausgeführt werden, 
Es ist rathsam, sich hinreichend mit Proviant zu versehen, ehe man 
hierher geht, besonders mit Butter, Schinken, Kartoffeln, Thee, raffinirtem Zucker, 
Wein und Oel, da diese Artikel hier 100 Procent mehr kosten als in Holland 
und auch nicht immer angeschafft werden können. 
Um in den Fluss Surinam einzusegeln, muss man Hochwasser abwarten, 
wenn das Ufer in Lee mit dem Loth und einem EzS- oder ESE-Kurse vom 
Ankerplatz aus, welcher östlich von der Ostspitze des Flusses entfernt liegt, 
angesteuert werden soll. In der Mündung hat man bei Hochwasser 3.7 bis 
4.0 Met. und bei Hochwasser Springzeit 4.5 Met. Wasser, weissen Schlamm- 
grund, gefunden. 
Der Fluss Cappename*) kann nur bei Hochwasser, wenn man dio 
Ostspitze des Flusses in ESE in Peilung bringt, eingesegelt werden. Bei klarer 
Luft kommt die weisse Kirche der Niederlassung; Batavıa in Sicht. Die Schiffe 
müssen sich ungefähr in '/s der Flussbreite von der Leeseite aus auf 5.5 Met. 
Wasser halten, um die Bank bei Batavia, welche sich von dem Steuerbord-Ufer 
bis in die Mitte des Flusses erstreckt und nur 2.1 bis 2.4 Met. bei Niedrigwasser 
anter dem Wasserspiegel liegt, zu vermeiden. 
Der NE-Passat ist der Einsegelung günstig, da sich der Fluss NNE - SSW 
erstreckt. Beim Stromabwärtsgehen können die Schiffe sich treiben lassen, die 
beste Zeit dazu ist die Nacht, da der NE-Passat Mittags am frischesten 
weht. Ein starker Strom setzt in die Einbuchtungen des Flusses und ein 
kleiner Warpanker thut beim Schwaicn gute Dienste, 
Verhaltungs - Massregeln für die in Port Alfred (Süd-Afrika) ver- 
weilenden Schiffe und die Bedeutung der daselbst gebräuchlichen 
Signale. 
Der Hafenmeister zu Port Alfred hat in der „The Cape of Good Hope 
Government Gazette“ vom 21. November 1876 nachstehende Verhaltungs-Mass- 
regeln für die Port Alfred (Kowie)?) ansegelnden Schiffe, sowie die Bedeutung 
der daselbst gebräuchlichen Sieynale veröffentlicht. 
Verhaltungs-Massregeln für die in Port Alfred yverweilenden Schiffe. 
I, Man muss sein Schiff stets seeklar halten. 
2, Sobald man zu Anker gegangen ist, muss man die nothwendigen 
Anordnungen treflen, um bei Kintritt von schlechtem Wetter sogleich wieder 
nach See gehen zu können. 
A 
‘) ibid. pag, 43. 
®) „African Pilot for the South and East Coasts of Africa“, 2, Edit. with an Appendix 
1865 pay 67,
	        
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