1920
Hat man die Barre passirt, so ist die grösste Schwierigkeit überstanden und
man trifft gewöhnlich dann hinreichenden Wind, um über die Resolute Bank
zu segeln, an. Als Regel beim Aussegeln müssen die Schiffe, welche beim Fort
Amsterdam auf die nächste Ebbe warten, beim Aussegeln sich längs der Tonnen
halten,
Schiffe mit einem geringeren Tiefgang als 4.9 Met. können auskreuzen
und haben dabei nur zu beachten, dass sie die flachsten Stellen bei Hochwasser
passiren.
Die Stadt Paramaribo ist regelmässig gebaut; ihre längste Seite zioht
sich am Flusse entlang. Die Stadt wird von drei Kanälen durchschnitten, von
denen der grösste der Steen Vakkers Kanal ist. Bei Annäherung an die Stadt
vom Fluss aus kommt das Regierungs-Gebäude zuerst deutlich, mit den präch-
tigen Bäumen des Tamarinden - Gehölzes und dem Fort Zelandia, in Sicht; die
Gebäude an der Wasserseite der Stadt gewähren einen prächtigen Anblick.
Da sich keine Werft zu Paramaribo befindet, so können hier auch
keine Reparaturen ausgeführt werden,
Es ist rathsam, sich hinreichend mit Proviant zu versehen, ehe man
hierher geht, besonders mit Butter, Schinken, Kartoffeln, Thee, raffinirtem Zucker,
Wein und Oel, da diese Artikel hier 100 Procent mehr kosten als in Holland
und auch nicht immer angeschafft werden können.
Um in den Fluss Surinam einzusegeln, muss man Hochwasser abwarten,
wenn das Ufer in Lee mit dem Loth und einem EzS- oder ESE-Kurse vom
Ankerplatz aus, welcher östlich von der Ostspitze des Flusses entfernt liegt,
angesteuert werden soll. In der Mündung hat man bei Hochwasser 3.7 bis
4.0 Met. und bei Hochwasser Springzeit 4.5 Met. Wasser, weissen Schlamm-
grund, gefunden.
Der Fluss Cappename*) kann nur bei Hochwasser, wenn man dio
Ostspitze des Flusses in ESE in Peilung bringt, eingesegelt werden. Bei klarer
Luft kommt die weisse Kirche der Niederlassung; Batavıa in Sicht. Die Schiffe
müssen sich ungefähr in '/s der Flussbreite von der Leeseite aus auf 5.5 Met.
Wasser halten, um die Bank bei Batavia, welche sich von dem Steuerbord-Ufer
bis in die Mitte des Flusses erstreckt und nur 2.1 bis 2.4 Met. bei Niedrigwasser
anter dem Wasserspiegel liegt, zu vermeiden.
Der NE-Passat ist der Einsegelung günstig, da sich der Fluss NNE - SSW
erstreckt. Beim Stromabwärtsgehen können die Schiffe sich treiben lassen, die
beste Zeit dazu ist die Nacht, da der NE-Passat Mittags am frischesten
weht. Ein starker Strom setzt in die Einbuchtungen des Flusses und ein
kleiner Warpanker thut beim Schwaicn gute Dienste,
Verhaltungs - Massregeln für die in Port Alfred (Süd-Afrika) ver-
weilenden Schiffe und die Bedeutung der daselbst gebräuchlichen
Signale.
Der Hafenmeister zu Port Alfred hat in der „The Cape of Good Hope
Government Gazette“ vom 21. November 1876 nachstehende Verhaltungs-Mass-
regeln für die Port Alfred (Kowie)?) ansegelnden Schiffe, sowie die Bedeutung
der daselbst gebräuchlichen Sieynale veröffentlicht.
Verhaltungs-Massregeln für die in Port Alfred yverweilenden Schiffe.
I, Man muss sein Schiff stets seeklar halten.
2, Sobald man zu Anker gegangen ist, muss man die nothwendigen
Anordnungen treflen, um bei Kintritt von schlechtem Wetter sogleich wieder
nach See gehen zu können.
A
‘) ibid. pag, 43.
®) „African Pilot for the South and East Coasts of Africa“, 2, Edit. with an Appendix
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