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steuern, sobald jedoch die Nordspitze des Agua Cay in Deckpeilung mit dem
Ost-Cay, in WNW kommt, ändere man den Kurs auf NNW und halte einige
weisse Abhänge in der Little Merte Bucht an Steuerbord voraus. Diesen Kurs
halte man ein, bis Ost-Cay in Linie mit dem NW-Ende der Insel Vache, in
WzS ist, und steuere dann WNW. Hier erhält man mit dem Handloth zum
erstenmal 18 Met. Wasser, und zwar gleich nachdem man den Ost-Cay passirt
hat. Diesen Kurs halte man bis das Ostende des Agua-Cay SW peilt, wo die
Wassertiefe plötzlich wieder zunimmt. Das Wasser ist hier aber so klar, dass
die Tiefe viel geringer erscheint.
Ankerplatz. Sobald das Nordende von Agua-Cay in Deckpeilung mit
der NW-Spitze der Insel Vache, in SEzS kommt, führt ein WzN-Kurs frei von
dem Great Reef nach dem Ankerplatz, auf welchem man auf 13 Met. Wasser, Sand-
grund, wenn die weissen Abhänge gerade südlich frei von der kleinen Insel
Compania in N 47° E, die Spitze Battery in N 15° W und das Consulats-Gebäude
in N 69° W peilen, ankern kann.
Will ein Schiff nach Osten von dem Ankerplatz Cayes segeln, so muss
es EzS steuern, sobald aber der Kast-Cay Süd peilt, muss der Kurs südöstlich
geändert werden.
Bemerkung. Mehrere Untiefen sollen sich auf Cayes Ankerplatz befinden.
I. Br. M. S. „Druid“ kam dicht an und auch über einige dunkele Stellen,
jedoch mit Ausnahme von einer Stelle, rührte die Färbung von dem dunkelen
auf dem Meeresboden wachsenden Seegras her. Die geringste Wassertiefe,
welche gefunden wurde, betrug 9 Met. Es ist aber jedenfalls zu empfehlen,
dass die Schiffe diese dunklen Stellen soviel als möglich vermeiden.
Die Insel Compania hängt jetzt mit der Hauptinsel durch ein trocken-
fallendes Riff zusammen.
Die Spitze Battery ist leicht an den daselbst befindlichen Festungswerken
zu erkennen; sie ist von den Häusern am östlichen Theil der Stadt ganz frei.
Die Kirche hat einen niedrigen Thurm, auf welchem sich eine Kugel befindet,
Die Städte Aum Cayes und Jacmel sind nach Cape Haitien in Bezug auf Handel
und politischer Wichtigkeit die bedeutendsten. Dampfer von 6 verschiedenen
Linien besuchen diese Plätze jeden Monat. Die Segelschiffe kommen meistens
von den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Der ganze europäische Handel
wird durch Dampfer betrieben.
Hafen von Jacmel.‘) Die nach dem Ankerplatz führende Leitmarke ist
der En Senmasl in der Stadt in Deckpeilung mit der Mitte der Mole, in
N 34° E.
Eine trockenfallende Sand- und Kieszunge von ungefähr 2 Kblg. Aus-
dehnung, hat sich quer vor der Mündung des Flusses Gauche gebildet, so dass
das Wasser des Flusses um das Westende dieser Zunge herum fliessen muss,
um sich in das Meer zu ergiessen.
Die Dampfer der „West-India Mail Company“ laufen Jacmel zweimal
im Monat an. Kohlen sind hier nicht zu haben, aber Wasser und Proviant
sind im Ueberfluss vorhanden,
Spitze Beata. Die Südspitze von San Domingo hat auf ihrem Ende einen
kegelförmigen Felshügel, welcher aus einer Entfernung von 10 Seem. in nord-
westlicher Richtung gesehen, wie eine Insel erscheint und dann viel Aehnlichkeit
mit Alta Vela hat, Das SW-Ende der Spitze ist lang, niedrig und felsig, bei
ihrem Ende ist eine kleine felsige Klippe. Die kleine Bucht zwischen diesen
Spitzen bietet gegen die hier herrschenden Winde keinen Schutz. Die Küste
ist steil abfallend und hat nur einen sehr schmalen Strand. Die Felsen und
Abhänge in der Bucht sind viel weisser als diejenigen im NE von der Spitze
Beata. 4 bis 5 Seem. nördlich der Spitze erscheint die Küste von Ost oder
West gosehen wie ein langes Vorgebirge, welches sich vom Fusse der Bauruco
Berge erstreckt; und dessen Mitte eine Höhe von 24 bis 27 Met, erreicht; die
ganze Strecke ist mit niedrigem dichtem Gebüsch bedeckt. Die Küste nach NE
zu besteht aus dunkelen niedrigen Abhängen,?)
) West-India Pilot, II, ete. pag. 254.
i) ibid. pag. 259—261.