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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Kurzgefasste Beschreibung der von den oben angeführten Kauffahrteischiffen 
ausgeführten Reisen. 
ı. Reise der deutschen Bark „Amaranth“, Capt. D. Brauer, 
Das Journal des Schiffes „Amaranth“ Weginnt am 6. Januar 1876 in 
493° Nord-Br. und 5.2° West-Lg. Das Schiff schnitt 30° Nord-Br. in 22.4° 
West-Lg. am 15. Januar; NE-Wind begünstigte die Fahrt ganz vom Kanal her 
and der Wind ging ohne Unterbrechung unmerkbar in den Passat über. In 
i.5° Nord-Br. und 26° West-Lg. am 25. Januar trat Stille ein und schon in 
1° Nord-Br. und 26° West-Lg. am 26. Januar setzte der Süd-Ost-Passat ein, 
freilich für die nächsten Tage noch sehr flau, erst in 2.5° Süd-Br. auffrischend. 
In 21.5° Süd-Br. und 35.2° West-Lg. am 5. Februar lief der Süd-Ost-Passat 
nordöstlich, und in 25.2° Süd-Br. und 37.4° West-Lg., am 7. Februar hörte auch 
dieser Wind auf. Weiter segelnd nach SW wurde dann 40° Süd-Br. in 528° 
West-Lg. am 20. Februar und 50° Süd-Br. in 623° West-Lg. am 28, Februar, 
yekreuzt. Rund um Cap Horn wurde wenig stürmisches Wetter, meistens um- 
Jaufende westliche Winde angetroffen; 50° Süd-Br. im Stillen Ocean wieder in 
78.90 West-Lg. am 20. März geschnitten; am 29, März ankerte das Schiff in der 
Bai von Valparaiso. 
Von Valnaraiso segelte die „Amaranth“ in 8 Tagen nach Zquique und 
verliess diesen Hafen wieder am 25. Juni 1876, nach Newyork bestimmt. Die 
2 ersten Tage der Reise trieb das Schiff in Stillen und veränderlichen Winden 
in Sicht der Küste, dann stellte sich leichter Südwind ein, mit dem südwest- 
wärts gesteuert wurde. In 28.2° Süd-Br. und 84° West-Lg. am 5. Juli wurde 
die südliche Grenze des Südost-Passates erreicht, Dann traf man erst nörd- 
liche, später vorherrschend südwestliche, nicht sehr starke Winde an. Am 16. Juli 
in 44.1° Süd-Br. und 85.5° West-Lg. wehte frischer SE-Wind, welcher anhielt und 
erst am 22, Juli in 48.9° Süd-Br. und 94.5° West-Lg. nach West umlief. Am 30. Juli 
wurde das Cap Horn passirt, heftige Stürme wehten während der vorhergehenden 
Tage aus West. In der Folge war der Wind dann meistens günstig; 50° 
Süd-Br. wurde in 52.4° West-Lg. am 2. August, 40° Süd-Br. in 38.2° West-Lg. 
am 8. August, 30° Süd-Br. in 30.2° West-Lg. am 16. August und 20° Süd-Br. 
in 29.2° West-Lg. am 22. August geschnitten, Den Südost-Passat fand man in 
27.4° Süd-Br. und 28.3° West-Lg. 
In 31.4° West-Lg. am 28. August wurde die Linie erreicht und in 5.8° 
Nord-Br. und 35.2° West-Lg. hörte der Südost-Passat auf; im Stillengürtel traf 
man westliche Winde, jedoch keinen regelmässigen Monsun und in 13° Nord-Br. 
und 39.2° West-Lg. am 6. September fand man wieder den Nordost-Passat. 
Im weiteren Verlaufe der Reise wurde 30° Nord-Br. in 64° West-Lg. am 
18. September gekreuzt, in welcher Breite man auch zur selben Zeit den Nordost- 
Passat verlor; am 30. September Abends kam das Schiff im Hafen von Newyork an. 
2, Reise der deutschen Bark „Aequator“, Capt. E. Wallis. 
Das Schiff „Aeguator“ war am 28. December 1875, an welchem Tage das 
Journal beginnt, in 55.5° Nord-Br. und 1.1°. West-Lg. Das Schiff erreichte den 
Kanal am 4. Januar 1876, verliess denselben am 6. Januar, begünstigt von demselben 
frischen Ostwind, der die gleichzeitig sich hier befindende „Amaranth“ nach 
Süden führte; ohne Störung ging der NE-Wind in den Passat über; 30° Nord-Br. 
wurde in 21.2° West-Lg. am 15. Januar geschnitten, und in 0.6° Nord-Br. und 
27.8° West-Lg. am 28. Januar, die südliche Grenze des Nordost-Passates an- 
getroffen; in 27.3° West-Lg. am 28. Januar wurde die Linie gekreuzt. In 0.2° 
Süd-Br. und 28° West-Lg. am 29. Januar’ stellte sich der Südost-Passat ein, 
gleich ziemlich frisch; zu derselben Zeit, wie für die „Amaranth“ (s, oben) in 
2.5° Süd-Br., frischte der bis dahin sehr flaue Passat auf. In 16.5° Süd-Br. und 
37.,° West-Lg. am 6. Februar lief der östliche Wind nordöstlich und in 24.1° 
3üd-Br. und 40.s° West-Lg. am 10. Februar hörte auch dieser auf, 40° Süd-Br, 
wurde in 57.,5° West-Lg. am 22. Februar und 50° Süd-Br. in 643° West-Lg. 
am 6. März geschnitten. Am 11. März segelte das Schiff durch die Strasse 
le Maire, traf rund um Cap Horn gar kein stürmisches Wetter und verhältniss- 
mässig recht günstige Winde, erreichte 50° Süd-Br. wieder in 82.5° West-Lg. 
am 21. März und Valparaiso schliesslich am 2. April, Von Valparaiso segelte 
das Schiff am 7. April nach Zguiqgue, wo es am 15. April eintraf.
	        
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