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gus welchen er wicder die Grenzeurven der Störung ableitet. Diese letzteren
Curven sind in den Karten durch punktirte Linien angedeutet und zeigen die-
selben eine ziemliche Uebereinstimmung mit den Borissow’”schen Linien. Diese
Uebereinstimmung ist im Osten grösser als im Westen, weil, wie oben bemerkt,
westlich vom Meridian von /ussar-ö grössere Störungen noch auftreten, die das
Resultat beeinflussen müssen, während der Osten des finnischen Meerbusens
mehr normale Verhältnisse zeigt. Kin weiterer Grund der Abweichung kann
auch darin gesucht werden, dass die den Lenz’schen Berechnungen zu Grunde
gelegte Declination, wie oben gezeigt, als nicht ganz correct zu erachten ist
und daher einer Correctur bedarf,
Nach den Untersuchungen von Lenz und Borissow scheint sich auch zu
ergeben, dass der Pol F nicht in die Gegend der stärksten Anomalie (also in
die Gegend von Stenland) fällt, sondern in die Gegend von Ek-haru. Es deuten
dieses sowohl die Einbuchtung bei g der Borissow’schen Grenzlinie, wie auch
die damit im Allgemeinen übereinstimmende der aus den Lenz’schen Gleichungen
abgeleiteten Curve an, welche auch erweisen, dass die Längenachse der Kin-
buchtung in beiden Fällen genau mit der Richtung des magnetischen Meridians
übereinstimmt.
Die Lenz’sche Abhandlung enthält noch einige Beobachtungen über die
magnetischen Elemente, welche um dieselbe Zeit im Süden des gegenwärtig in
Frage stehenden Gebietes angestellt wurden. Da dieselben zu einer genaueren Be-
urtheilung der Verhältnisse von Wichtigkeit sein könnten, so werden dieselben
hier angefügt:
d i J
Auf Nuk-ö — 4° 23.5‘ 70° 6.s‘ 1495.2
Worms-ö — 4.53° 71° 9° 1446.»
“
Neue Darlegung der Modification der Gauss’schen Interpolations-
methode für Berechnung der Compassdeviationen, welche einfacher
und genauer ist, als „Archibald Smith’s Methode‘.
Von J. J. Aslrand. Director der Sternwarte zu Bergen in Norwegen.
Nachdem ich vor mehreren Jahren, durch Transformation der Gauss-
schen Formel für Interpolation in der Mitte, eine Formel gefunden hatte, nach
welcher solche Interpolationen sehr einfach, und ohne dass man nöthig hat,
die successiven Differenzen der Functionswerthe zu berechnen, ausgeführt werden
können, stellte ich diese Formel als eine leicht zu memorirende Regel dar, für
Berechnung der unbekannten Localdeviationen des Compasses, wenn die Devia-
tionen für acht Hauptstriche gegeben sind. Nachdem ich mich später, durch
mehrmalige Anwendung dieser Modification der Gauss’schen Interpolations-
methode, überzeugt hatte, dass solche Anwendungen mit Gewinn von Zeit,
Sicherheit und Genauigkeit vereint sind, und also wesentliche Vortheile vör
der bisher angewandten Methode von Archibald Smith besitzt, wurde ich
somit veranlasst, die genannte Regel zu veröffentlichen. Meine Absicht damit
war hauptsächlich, den Steuermanns- und Schiffercandidaten ein Erleichterungs-
mittel anzubieten, womit dieselben ihre etwaigen Deviationsberechnungen ein-
facher und mit grösserer Sicherheit und Genauigkeit, als nach Smith’s Methode,
ausführen können. Die letztgenannte Methode ist, wie ich mit Sicherheit weiss,
bei Steuermanns- und Schifferexamina eher eine ermüdende, als eine bequeme
Rechnungsmethode.
In „Öfversigt af Kongl. Vetenskaps- Akademiens Förhandlingar“, 1875,
pag. 49—57, sowie in „Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie“,
1875, pag. 474—478, veröffentlichte ich eine kleine Abhandlung: „Ueber
Archibald Smith’s Methode für Berechnung der Localdeviationen
des Compasses und eine einfachere und genauere Methode für den-
selben Zweck.“
X Vel. „Ann. d. Hvdrogr.“ ete., 1875. pag. 474.