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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

Reise des Schiffes „Meteor“, Capitain Rudolph Dinckelberg, von 
Newcastle nach Iquique (Chile), 
‘Mittheilung von Capitain R. Dinckelberg.) 
Das deutsche, 594.63 Registertonnen grosse, Schiff „Meteor“, den Herren 
D. H. Waetjen & Co. zu Bremen gehörend, verliess am 19. Juli 1876 tief- 
geladen (5.49 Met. Tiefgang) den Fluss Zyne. Leichte südöstliche Winde bei 
nebeligem Wetter und westliche Winde im Kanal liessen am 29. Juli erst das 
Schiff die Länge von Cap Lizard passiren. Der Wind blieb West, begleitet 
von Regen, bis am 5. August in 40° Nord-Br. und 12° West-Lg., wo derselbe 
auf NNE ging und das Schiff bis in 15.5° Nord-Br. und 21° West-Lg. am 15. August 
brachte. Zwischen Tenerifa und Canaria betrug die Windstärke 6 und 7, sonst 
nur 4 bis 5. Zwischen 24° und 20° Nord-Br., in 120 Seem. Abstand von der 
afrikanischen Küste, war das Wasser häufig von schmutzig-grüner Farbe. In 
15° Nord-Br. ging der Wind, ohne still oder flau zu werden, nach SE und 
innerhalb 24 Stunden nach SSW und SWzS. Von 13° bis 7%4° Nord-Br. war der 
Wind südwestlich, 5 bis 3, mit anhaltend trübem und regnigem Wetter. Während 
dieser Zeit (3 Tage) wurde das Schiff in 17° West-Lg. 71 Seem. östlich und 
in den folgenden 16 Stunden 13 Seem. Ost versetzt. Am 24. August befand 
sich das Schiff in 3.7° Nord-Br. und 14° West-Lg.; hier wurde gewendet, der 
Wind war zwischen SW und Süd und ging allmälig östlich. Am 27. August 
wurde in 203° West-Lg. die Linie mit SSE-Wind passirt. Eine westliche 
Strömung konnte noch nicht beobachtet werden. 
Diese sehr östliche Route erweist gegen die in den „Annalen d. Hydr.“ ete., 
1876, pag. 242, aufgeführten und zu gleicher Zeit gemachten Reisen der Bremer 
Schiffe „Germania“, „Joseph Haydn“ und selbst gegen die schnellsegelnde 
„Lima“ von 30° Nord-Br. bis zur Linie einen Gewinn von bezw. 3.6, 2,6 und 1.0 
Tagen. 
Südlich vom Aequator war der Wind südöstlich, 5 bis 6, Seegang ebenso. 
Der Weststrom setzte in 6° Süd-Br. mit einer Stärke von 1 Seem, die Stunde 
ein. Hätte das Schiff nicht so östlich gestanden, so hätte es jetzt bei den 
starken südöstlichen Seegang, bei seiner geringen Länge von 44.36 Met., beim 
Winde nur wenig gewinnen können Der Passat hörte bereits am 5, September 
in 19° Süd-Br. und 37° West-Lg. auf; der Strom setzte hier nach SSW 1 bis 
3/4 Seem. die Stunde. 
Der Weg von hier bis Staten Island bildete den längeren Theil der 
Reise und hatte das Schiff dabei viel mit südwestlichem Wind und Seegang 
zu kämpfen. In 44° Süd-Br. und 61° West-Lg. hatte das Schiff einen Sturm 
mit heftigen Böen zu überstehen. 
Es wurde auf dieser Tour 30° Süd-Br. in 42° West-Lg., 40° Süd-Br. in 
58° West-Lg. und 50° Süd-Br. in 64° West-Lg. geschnitten. In der letzten 
Position ging der Wind südwestlich; der Barometerstand war 732%, Südlich 
von Staten Island wehte ein starker Sturm, mit Schneeböen, und nordöstlich 
von Cap St. John wurde es flau. Nach einigen Stunden Windstille setzte eine 
nördliche Brise ein, es wurde nördlich Staten Island nach der Strasse Le Maire 
gesteuert, um so der 1 Seem. starken nordöstlichen Strömung und dem hohen 
südwestlichen Seegang auszuweichen. Am 4. October 4 Uhr Morgens kam 
Cap St. Diego in SW, 7 bis 8 Seem. Abstand, in Sicht; hierauf wurde es wieder 
Aau. Das Schiff trieb mit der Fluth, 3 bis 4 Knoten die Stunde, zuerst nach 
WNW., dann nach NW bis 8 Uhr Morgens. Um diese Zeit trat die Ebhe ein
	        
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