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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Vorpommern und Rügen Preussen sechs Kanonenschaluppen zur Küsten- 
vertheidigung sich ausbedungen hatte, traten die Marine-Interessen wie deren 
Verwirklichung wieder mehr in den Vordergrund. Zur richtigen Zeit fand sich 
auch der richtige Mann. Der schwedische Seelieutenant Longe, welcher jene 
— sich allerdings als unbrauchbar zeigenden — Kanonenschaluppen nach Stral- 
sund überführte, erklärte sich bereit, in preussische Dienste zu treten und erwies 
sich sofort als eine im ganzen Marinewesen bewanderte Persönlichkeit. Er 
stand“ als erster preussischer Seeoffizier noch 30 Jahre lang, bis zu seiner Ver- 
abschiedung im Jahre 1846, zuletzt als Oberst, in preussischen Diensten. 
Nach seinen Angaben wurde zunächst ein Schooner „Stralsund“ mit ge- 
ringem Tiefgang (2.09 Met.) und niedrigem Bord gebaut; er war 22.26 Met. lang 
und 6.ss Met. breit und wurde durch sieben Segel und 12 Paar Ruder bewegt, 
segelte schnell und trug vorn und hinten je einen 24-Pfünder und auf jeder 
Seite vier 12-Pfünder. Das Schiff erfüllte alle von ihm gehegten Erwartungen. 
Gleichwohl kam seine Verwendung, sowie die ferneren Vorschläge des Kriegs- 
ministeriums, betreffs einer localen maritimen Vertheidigung der einzelnen See- 
festungen Preussens durch ähnliche Schiffe, wie der „Stralsund“, wegen Mangels 
an hierfür disponiblen Fonds nicht zur Ausführung. Allerdings entschied sich 
das Kriegsministerium nach einem der Vorschläge der im Jahre 1823 unter 
dem Vorsitze des General-Lieutenants v. Rauch zusammengetretenen Commission, 
welche über das Erforderniss und die Ausführbarkeit einer Seewehr für Preussen 
berathen sollte, im Jahre 1825 dahin, sich über die Schiffstypen der zu grün- 
denden Flotte schlüssig zu machen. Nach den im Jahre 1826 günstig aus- 
gefallenen Versuchen über die Manövrirfähigkeit der von Longe construirten 
Fahrzeuge: des Schooners „Stralsund“, des Haffkanonenbootes „Danzig“ und 
des Flusskanonenbootes No. 1, wurden diese ausdrücklich als die Modellschiffe der 
zukünftigen Flotte erklärt. Gleichzeitig wurde als vorläufige Hauptstation der 
Marine Stralsund festgestellt und für Thorn ein zweites Flusskanonenboot No. 2 
arbaut. 
Die ausführliche Darlegung dieser Anfänge der maritimen Entwickelung 
Preussens, welche bis zu den Beschlüssen der im Jahre 1835 zusammengetretenen 
Commission von Sachverständigen unter dem Vorsitze des General - Majors 
v. Reiche sich erstreckt, wonach eine Küstenflottille, mit Pillau und Swine- 
münde als Stations-Hauptorten, zu schaffen sei, ist in der hier besprochenen 
Abhandlung des Geh. Admiralitäts-Raths Wandel gegeben, auf welche wir die 
Leser dieser Zeitschrift besonders aufmerksam machen. Sie gewährt einen 
interessanten Einblick in die Anfänge unserer maritimen Entwickelung, insofern 
die Bestrebungen jener Periode von 1811—1835 die Grundlage für die spätere 
Organisation der deutschen Marine gebildet haben. 
Anzeige. 
Diesem Hefte ist die Karte des Hafens von Sabanilla beigefügt, welche 
zu dem Artikel im Januarheft dieser Annalen: „Der Magdalenenstrom von seiner 
Mündung bis Barranquilla. Inseln und Bänke bei Sabanilla“ gehört. 
Die „Annalen der Hydrographie“ etc. erscheinen in Monatsheften. Der halbjährige Prä- 
numerationspreis beträgt A 1.50. Einzelne Nummern kosten AM 0.50. Die „Nachrichten für 
Seefahrer“ als Beiblatt zu den „Annalen der Hydrographie“ ete., erscheinen wöchentlich einmal, 
in dringenden Fällen in Extrablättern; Abonnementspreis A. 1.00 halbjährlich, einzelne Num- 
mern 4 0.50. Man abonnirt auf dieselben — getrennt zu obigen Preisen oder zusammen 
für M 2,50 halbjährlich — ausserhalb bei den Postanstalten und Buchhandlungen (in Kiel bei 
der Universitätsbuchhandlung, Schuhmacherstr. 86), in Berlin bei der Expedition, Kochstr. 69 
Gedruckt und in Commission bei E. S, Mittler & Sohn. 
Königliche Hofbuchhandlung, 
Kochstrasse 69/70.
	        
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