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Full text : Jahresbericht 1991

in  der  nordost-atlantischen  Tiefsee  im  Rahmen
des  NOAMP-Projektes  (Nordost-atlantisches  Monitoring-Programm; ­
  1983-1986).  Beim  Versuch,
Sedimentkerne  aus  unterschiedlichen  topographischen ­
  Situationen  zu  parallelisieren  zeigten
sich  In  der  Verteilung  von  Eisdriftsediment  unerwartete ­
  Regelmäßigkeiten  (Abb.  26).  ln  einem
zeitlich  etwa  gleichbleibenden  Abstand  nimmt  die
Ablagerung  von  silikatischem  Sediment  sprunghaft ­
  zu  und  der  Fossilgehalt  (Im  wesentlichen  Foraminiferen) ­
  ab.  Der  silikatische  Anteil  dieser  Horizonte
  setzt  sich  überwiegend  aus  Tonmineralen,
Quarzsand  und  festländischen  Steinen  unterschiedlicher ­
  Größe  zusammen.  Das  Sediment
zwischen  den  Horizonten  setzt  sich  aus  einer  variierenden ­
  Mischung  von  Tonmineralen  und  Biogenkalk ­
  zusammen.  Insgesamt  werden  In  den
untersuchten  Kernen  11  Ereignisse  beobachtet.
Während  der  Tonmineralgehalt  mit  ozeanischen
Strömungen  und  über  die  Atmosphäre  verbreitet
wird,  werden  der  Quarzsand  und  Steine  durch
Eisberge  transportiert.  Die  11  Horizonte  sind  deshalb ­
  Zeugen  einer  verstärkten  Drift  von  Eisbergen
auf  dem  Nordost-Atlantik.
Das  zeitliche  Auftreten  dieser  Eisdrift-Ereignisse ­
  ließ  sich  mit  Hilfe  von  Sauerstoff-Isotopenmessungen
  einigermaßen  gut  festlegen  (Abb.
26).  In  den  vergangenen  130  000  Jahren,  der
Dauer  des  letzten  Interglazlal/Glazial-Zyklus,
stellte  sich  demzufolge  etwa  alle  11  000  ±1500
Jahren  auf  dem  Nordost-Atlantik  eine  mehr  oder
weniger  dichte  Eisberg-Bedeckung  ein.  Ursache
und  Dauer  sind  noch  nicht  abschließend  geklärt.
Die  gute  Korrelation  mit  den  Zeitpunkten  von  Sonneneinstrahlungsminima
  (s.o.)  legt  jedoch  eine
Koppelung  an  die  halbe  Periode  der  Präzession

Klimaschwankungen

nahe.  In  der  wärmeren  Hälfte  des  letzten  Klimazyklus, ­
  von  120  000-75  000  J.  v.  h.  war  die  Eisbedeckung ­
  während  dieser  Ereignisse  eher  dünn,
sodaß  nicht  immer  ein  entsprechender  Sedimenthorizont ­
  zu  beobachten  ist.  Der  Fossiliengehalt
zeigt  aber  zu  den  entsprechenden  Zeitpunkten
eine  deutliche  Abkühlung  des  Oberflächenwassers ­
  an.  Zwischen  75  000  und  10  000  J.  v.  h.,  der
kalten  Hälfte  des  Klimazyklus,  sind  die  Ereignisse
deutlich  im  Sediment  abgebildet.  Sie  waren  intensiver ­
  und  haben  möglicherweise  auch  länger  gedauert. ­
  Die  Ergebnisse  des  CLIMAP-Projektes  in
den  Siebzigerjahren  haben  gezeigt,  daß  die  Eisbedeckung ­
  auf  dem  Nordatlantik  phasenweise
fast  bis  auf  Höhe  der  Azoren  reichte  (Abb.  27).
Die  Südgrenze  der  Eisdrift  scheint  bei  allen  Ereignissen ­
  immer  die  gleiche  zu  sein,  nur  die  Intensität ­
  variiert.  Dies  gilt  auch  für  die  Kleine  Eiszeit
(600-140  J.  vor  heute).
Die  nachfolgenden  Untersuchungen  über
die  Quellen  der  Eisberge  und  des  mit  ihnen  transportierten, ­
  silikatischen  Sediments  wurden  in  Zusammenarbeit ­
  mit  dem  Geologischen  Institut  der
Universität  Neuchatel/Schweiz  durchgeführt.  Aus
der  Lage  der  Quellen  konnten  Rückschlüsse  über
Entwicklungen  des  oberflächennahen  Strömungssystems ­
  des  Nordatlantiks  gezogen  werden. ­
  Die  Messungen  wurden  am  feinkörnigen  Sediment ­
  (<16  pm)  durchgeführt,  um  sowohl  den
Eistransport  als  auch  den  Suspensionstransport
einzuschließen.
Die  Bestimmung  des  Mineralbestandes  ergab, ­
  daß  das  feine  silikatische  Sediment  überwiegend ­
  von  den  angrenzenden  Kontinenten  des
Nordatlantiks  stammt.  Hauptkomponenten  sind
die  Mineralgruppe  der  Glimmer  und  Quarz.  Durch

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