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Nachdem dasselbe das letzte Cap passirt hat, macht es beinahe einen rechten
Winkel und führt in der Richtung NW nach dem Cap Nale, dann in die Nähe
des Caps Tchil nach Nikolajewsk, welches 70 Seem. oberhalb Cap Lazareff liegt,
hin. Die Breite dieses Fahrwassers schwankt zwischen 183 Met. und 2 Seem.; die
Tiefe desselben zwischen dem Cap Lazareff und den Hagemiff-Inseln beträgt
7.3 bis 18 Met., von wo ab dieselbe allmälig abnimmt. Die flachste Stelle
desselben ist zwischen dem Cap Dchaore und dem Cap Pronge und bildet die
eigentliche Barre des Amur. Öberhalb dieser Barre nimmt die Tiefo wieder
bis 11 Met. zu, mit Ausnahme zwischen dem Cap Nale und dem Cap Techil,
woselbst nur 6.4 bis 5.3 Met. sich befinden. Von dem Cap Techil bis zum Cap
Ticolajefsk ist tiefes Wasser.
Das nördliche oder Sachalin - Fahrwasser zieht sich längs der Insel
Sachalin 6 Seem. weit von der Küste hin und hat tieferes Wasser; dasselbe
endet zwischen dem Cap Golowatchoff und der Insel Langer, woselbst es in
das Ochotzkische Meer strömt.
Diese beiden Fahrwassser sind vom Cap Lazareff bis zu dem Parallel der
Inseln Tchome durch eine Bank getrennt; sie vereinigen sich wieder bis zu den
Hagemiff-Inseln, woselbst sie wieder von Neuem getrennt werden.
Ausser diesen existirt noch ein Fahrwasser, welches von dem Amur nach
dem Ochotzkischen Meere führt. Dasselbe zieht sich längs dem linken Ufer des
Flusses bis zum Cap Tabach (Taback) hin, biegt dann nach NO und führt nahe
am Cap Oserpach, Cap Petch und Cap Puir vorbei; bei dem letzten Cap theilt
es sich in zwei Arme, von denen der östliche 329 Met. breit und 5.5 bis
16.5 Met, tief ist, und der westliche 146 bis 219 Met. breit und 5,5 bis 12.s Met.
tief ist. Dieselben haben gleichfalls jeder eine Barre mit 4 bis 5 Met. Wasser,
Ungefähr 4 Seem. im NO des Cap Puir vereinigen sich diese beiden Arme
wieder und die Tiefe beträgt dann 5.5 bis 10 Met. Kin russisches Kanonen-
boot benutzte dieses Fahrwasser im Jahre 1864, um nach dem Ochotzkischen
Meere zu steuern,
Bis zu den Monaten Juli und August herrschen Süd-, Südo st- und Ost-Winde,
die im Frühjahr frisch sind und dann allmälig an Stärke abnehmen; zuweilen
sind diese Winde von Nebel und Regen begleitet. Während des August und
September sind Windstillen und veränderliche Winde vorherrschend, Westliche
Winde sind im Sommer flau und von schönem Wetter begleitet. Im Herbst
herrschen starke NW-Winde, im October kommen häufig starke Nordost-
Stürme mit Schnee vor, die mehrere Tage anhalten.
Der Amur-Fluss. Der Amur ist an seiner Mündung 8 Seem., bei dem
Cap Nale 5 Seem., bei dem Cap Wasse (Vasse) 2 Seem. und bei Nikolajewsk
1.4 Seem. breit. Die Wassertiefe desselben wechselt zwischen 5.5 und 20.1 Met.
und an einigen Stellen beträgt dieselbe sogar 45.7 Met.
Um das Passiren der Barre und die Schifffahrt im Flusse zu erleichtern,
sind dreieckige Baken errichtet, deren Benutzung später beschrieben ist.
Die Stadt Nikolajewsk liegt am linken Ufer des Flusses, 26 Secem. ober-
halb der Mündung in 53° 8‘ Nord-Br. und 140° 43‘ Ost-Lg. Auf der Rhede
sind 12.8 bis 27.4 Met. Wasser, und die Geschwindigkeit des Stromes ist 2 bis
38 Seem. die Stunde. Von Ende October bis zu Mitte Mai ist der Fluss
gewöhnlich zugefroren (s. S. 82.).
Auf der Insel Constantin, beinahe 1 Seem. im SW 'der Stadt, steht ein
9 Met. hoher, weisser, hölzerner, viereckiger Leuchtthurm*) mit grauer Kuppe.
Das weisse feste Feuer desselben befindet sich 12.2 Met, über der Meeresfläche
und ist 7 Seem. sichtbar. Seitdem die Marine-Werft nach Wladiwostock verlegt
ist, wird dieses Feuer jedoch nicht mehr angezündet.
Im Frühjahr und Sommer herrschen SE- und Ost-Winde, die häufig von
Nebel und Regen begleitet werden, Windstillen sind sehr selten. Westliche
Winde bringen im Sommer schönes Wetter. Im Herbst wehen gewöhnlich die
West- und NW-Winde sehr stark.
Segelanweisung von der De Castries-Bucht bis Nikolajewsk. - Nachdem man
das Cap d’Assa passirt hat, muss man 20 Seem. NO'/40O bis zu dem Parallel
des Caps Suchoff (Suschef) steuern, woselbst die 4-Faden-Bank (7.3 Met.) durch
*) 5. „Verzeichniss der Leuchtfeuer aller Meere“, Theil II, pag. 58, lfd, No. 113.