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jedoch gebraucht man einen Lootsen nicht. Schleppdampfer sind nicht vor-
handen.
Vor der Flussmündung ist der Ankerplatz, auf welchem man während
des Nordost-Monsuns ganz ruhig legen kann, da der Grund gut haltbar ist, aber
während des Südwest-Monsuns sind schon öfters Schiffe vertrieben und ge-
strandet. Der Ankerplatz wird jedem Schiffe angewiesen und darf derselbe
ohne Erlaubniss und ohne Lootsen auch nicht verändert werden.
Hafenunkosten. Die Hafengelder incl. Feuergelder betragen 6!/4 Cents
für die spanische Tonne. Für Ein- und Ausclariren muss man gewöhnlich
25 Dollars bezahlen. Trinkgelder beanspruchen die Zollbeamten und durch
Zahlung derselben entgeht man manchen Unbequemlichkeiten.
Ein Trockendock oder eine Slip sind nicht vorhanden, Reparatur bedürf-
tige Schiffe müssen im Flusse kielholen. Telegraphische Verbindungen hat man
nur nach den benachbarten Inselu der Philippinen.
Laden und Löschen. Kleinere Schiffe können im Flusse laden und
löschen, grössere aber auf der Rhede; die Ladung wird den Schiffen durch
Leichterfahrzeuge abgeholt bezw. an Bord gebracht. Das Löschen des Ballastes
ist nicht theuer, überhaupt haben die Leichterfahrzeuge keine hohe Preise,
Während der Zeit des Nordost - Monsuns von November bis incl. April stehen
die Frachten gewöhnlich am niedrigsten. Der Staulohn für Zucker beträgt durch-
schnittlich 15 bis 16 Cents für die engl. Tonne und für Hanf 4 Cents für den
Ballen. Ein Arbeiter erhält 50 bis 75 Cents den Tag. Zimmerleute und Kal-
faterer 1 Dollar den Tag.
Der Einfuhrzoll ist sehr hoch, er beträgt von den meisten Waaren 10 pCt,
des Werthes. Schmuggler werden strenge bestraft und ist gewöhnlich die ge-
ringste Strafe 500 Dollars. Die hauptsächlichsten Ausfuhr-Artikel sind Zucker
und Hanf. Von ersterem kann man volles Gewicht laden, doch muss man spe-
siell trockenen Zucker bedingen, weil man sonst stets nassen erhält, der wäh-
rend der Reise oft 20 pCt. an Gewicht verliert. Hanf rechnet man die Tonne
zu 1.0, 1.5 oder 2.5 Kubikmeter, je nachdem man nach England, den Colonien
oder nach Amerika bestimmt ist.
Geldwährung. Der Dollar steht bei Wechseln, 6 Monate nach Sicht
zahlbar, 4 bis 4’/4 Shilling englisch.
Ausrüstung und Proviant, Werg, Pech und hartes Holz ist zu haben,
aber Rundhölzer, wie Masten, Raaen und Stengen aus weichem Holz sind selten
zu erhalten, Schiffsartikel und weisses Manila-Tauwerk sind sehr theuer,
Butter kostet gewöhnlich 1 Dollar, Brod 7 Cents, Fleisch 13 Cents, Kar-
toffeln 3 bis 8 Cents das Pfuhd. Matten zu Unterlagen kosten 100 Stück
6 Dollars, Bambus 8 bis 14 Dollars das Hundert,
Wasser ist ziemlich gut und wird in Tanks an Bord gebracht, es kostet
1.25 Dollars die Tonne.
Klima. Die Zeit des Nordost-Monsuns, von November bis incl. April, ist
die angenehmste und gesundeste. Fieber und Krankheiten sind in der heissen
Jahreszeit häufig, Das Honorar für einen englischen Arzt beträgt für den
Monat 25 Dollars, jedoch müssen Extra-Visiten noch ausserdem bezahlt werden.
5) Ho-Ilo.*%)
Einsegelung. Der nördliche, auch südliche Eingang zum Hafen ist sehr
durch Untiefen verengt, aber die darüber vorhandenen Specialkarten sind zu-
verlässig. Im Februar 1875 waren nur Binnenlootsen vorhanden, die Schiffe in
den Fluss brachten, aber es sollen Lootsenstationen auf beiden Hafeneingängen
für Seelootsen errichtet werden. Bis in den Fluss kann man mit Schiffen von
4 Met. Tiefgang kommen.
Schleppdampfer sind nicht vorhanden.
Der Änkerplatz auf der Rhede ist ziemlich geschützt und hat gut halt-
Grund.
Hafenunkosten. Da dieses Schiff auf der Rhede blieb, so betrugen
dessen Hafengelder nur 5 Dollars, da aber der Fluss ausgebaggert werden soll,
*) S. „India Directory“ Vol. II, J. Horsburgh pag, 574,