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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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ken und veränderlichen Strömungen grosse Vorsicht. Es verdienen unter sol- 
chen Umständen die schmaleren Passagen durch die Flores- oder die Boleng- 
Strasse den Vorzug, weil in ihnen des Nachts gecankert werden kann. 
Aehnlich wie bezüglich der Berge auf der Südspitze Pantars varliren 
auch die meisten anderen Längen der vorbesprochenen Inseln in den englischen 
und holländischen Karten. Es sind durchschnittlich die englischen Längen 
richtiger gefunden worden als die holländischen. 
Die starke Strömung in der verhältnissmässig breiten Ombay-Strasse 
wird zum Theil dadurch erklärlich, dass das Meer auf beiden Seiten der Strasse 
erheblich tiefer ist, als in der Strasse selbst, namentlich als sie in ihrem öst- 
lichen Theile ist. Während die Strasse zwischen Ombay und Kambing nur 
500 bis 1000 Faden (914 bis 1829 Met.) Wassertiefe besitzt, sind sowohl süd- 
westlich davon zwischen Pantar und Timor, wie nördlich der Strasse über 2000 
Faden (3658 Met.) Tiefe gefunden worden. Es geht hieraus und aus den in den 
westlicheren Strassen anderweit gelotheten Tiefen hervor, dass eine Bodenerhebung 
von über 1000 Faden (1829 Met.) die kleinen Sunda Inseln mit einander verbindet. 
Insel Gunong Api. Die Insel Gunong Apt ist nur ein, sich kegelförmig 
hoch und steil aus dem Meere erhebender Krater. Ein Theil der Kraterwand 
des Gipfels ist eingestürzt, weshalb von einzelnen Seiten aus zwei Bergspitzen er- 
scheinen. An den schrägen Wänden sieht man den rothen Lavafluss. Dazwischen 
erscheint ein wenig Strauchvegetation. Auf dem Krater pflegen weisse Dampf- 
wölkehen zu lagern, ein eigentliches actives Verhalten war nicht wahrnehmbar. 
In der kurzen Entfernung von 12 Seem,. im Nordwest der Insel wurden 
2300 Faden (4206 Met.) "Tiefe gelothet. 
Lucipara Inseln und Wilhelms Riff. Von diesen Korallen-Inseln kommt 
die grösste auf 14 bis 15 Seem. Kntfernung als ein kleiner haufenartiger Busch 
in Sicht, nach und nach tauchen die Palmen dieser und der anderen Inseln aus 
dem Wasser auf, Die grösste Insel hat zwei bebuschte Erhebungen, die übrigen 
Inseln sind eben, alle belaubt, vorzugsweise mit Kokospalmen. Das die Insel- 
gruppe umgebende Riff geht ziemlich dicht an das Westende der grösseren 
Insel heran, während es sonst weiter von den Inseln abbleibt und eine — wie 
gs schien flache — Lagune einschliesst. 
Drei bis vier Bootslängen vom Strande hat man 55, eine Schiffslänge 
davon 73 Met. Wasser, auf kaum 2 Seem. Entfernung (alles westlich der 
grösseren Insel) schon 580 Faden (1061 Met.) felsigen Grund. Das Ankern ist 
also — wenigstens an dieser Seite — nicht. möglich. Ebensowenig befindet sich 
hier ein Eingang in die Lagune. .Die Lage der Inseln untereinander, sowie die 
Länge wurde mit der niederländischen Karte in Uebereinstimmung gefunden, 
die Breite dagegen ist in der englischen Karte richtiger. Die für das Nord- 
ende der westlichsten und grössten Insel bestimmte Position ist: 5° 27‘ 24“ 
Süd-Br. und 127° 31‘ 54“ Ost-Le. 
Das westliche Ende des Wilhelm-Riffs wurde in einer Entfernung von 
6 bis 7 Seem. trocken (gelber Sand), an anderen Stellen dieses Riffes in etwas 
kürzerer Entfernung aber Brandung gesehen. 
Wind und Wetter. Der Südost-Passat in der Banda See (zwischen den 
Sunda-Inseln und Amboina) wurde Ende Mai und Anfang Juni zwischen SSE 
und ESE und in Stärke zwischen Windstärke 1 und 5 schwankend gefunden, 
Bei SE und ESE pflegte der Wind am frischesten zu wehen. Das Wetter war 
dabei gut. Erst mit dem Sichten Amboinas machte‘ sich die zu der Zeit dort 
herrschende Regensaison geltend. 
Strömungen. Unmittelbar nördlich der Sunda Inseln hat die Driftströ- 
mung eine südwestliche Richtung, im Uebrigen wurde ein westnordwestlicher 
Strom von 0,7 bis 2.2 Knoten per Stunde gefunden, Der stärkere Strom lief 
zwischen Gunong Api und den Lueiparas, zu welcher Zeit allerdings gleich- 
zeitig der Südost-Passat frisch wehte. 
Diesem Berichte des Commandanten S. M. S. „Gazelle“, Freiherrn v. Schloei- 
nitz schliessen wir hier noch cine Ucbersicht der von Dr. Studer, wäh-. 
rend der Fahrt der „Gazelle“ im Indischen Occan von der Capstadt bis zu
	        
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