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als Handelsplatz, Der Hafen, an der Mündung des gleichnamigen Flusses, hat
genügend Wasser für Dschunken von 1000 bis 1500 Piculs Tragfähigkeit; 2. Ling-ko,
an der Nordküste, 45 Seem. westlich von Hoi-how; 3. Tam-chow, an der NW-
Küste, ungefähr 90 Seem. von Hot-how, ist ein wichtiger Hafen auf dem
Tandelswege nach Tong-king; der Hafen ist am Südufer ungefähr 10 Seem. von
der Mündung eines schiffbaren Flusses; 4. Tien-ling, etwas westlich des letzteren
Hafens; 5. S’un-yün, ein kleiner Hafen an der Westküste von Hainan; 6. Kan-en,
an der WSW-Küste; 7. Yai-chow, an der SW-Küste (grosser Verkehr mit Annam);
3. Wan-chow an der SE-Spitze der Insel (hauptsächlich von Dschunken besucht,
die mit Annam und Cochinchina verkehren; letztere beiden Häfen scheinen die
wichtigsten auf Hainan zu sein, wenigstens nach Vorstellung der Chinesen, ob
sie es wirklich sind, darüber wird und kann erst ein Besuch durch die Europäer
entscheiden.
Die einzigen, Städte an schiffbaren Flüssen, welche irgendwie Bedeutung
haben, sind: Ling-swi und Man-chow. Letzterer Ort ist der Sitz der einheimischen
Manufacturen von Stückgütern; er liegt ca. 15 Seem. landeinwärts von der Ost-
küste aus und treibt einen lebhaften Handel mit den andern Häfen und Städten
von Hainan,
Es ist gegenwärtig noch. schwer zu entscheiden, ob Hoi-how oder einer
ler obengenannten Häfen der beste Hafen auf Hainan ist; zu Gunsten Hoi-how’s
3zprechen für jetzt noch seine Nähe bei der Provinzial-Hauptstadt und der Um-
stand, dass die West- und Südküsten sehr ungesund sind.
Bergbau. Die metallreichsten Distriete der Insel Hainan befinden
sich auf der westlichen Hälfte der Insel, Kupferbergwerke sollen nahe bei
Shih-lu-shan, einem kleinen Orte circa 30 Seem. von Hoi-how entfernt an der
NW-Küste der Insel, vorhanden sein. Etwa 20 Seem, von diesen entfernt soll
Gold gefunden worden sein, während Silber und Blei weiter nach SW und Süd
hin angetroffen wird. Eisen- und Bleierze sollen sich gleichfalls in der Nähe von
Shih-Iu-shan vorfinden. Aber alle diese Angaben sind zu ungenau, als dass man
grossen Werth darauf legen darf. Der einzige Beweis von dem Vorhandensein
dieser Metalle und Erze liegt in der Thatsache, dass in dem Reiche von Kang-hsi
ein Verbot bei Todesstrafe erlassen ist, fernerhin dieselben auszubeuten, da die
Beamten zu grosse Summen Gold und Silber sich angeeignet haben. Von Tam-
chow wird nach dem Festlande Malachit in kleinen Quantitäten ausgeführt.
Gesundheitsverhältnisse. Die fortwährende Feuchtigkeit der Atmo-
3phäre zu Hoi-how erzeugt Wechselfieber, welches aber stets einen leichten
Verlauf nimmt, Die ungesundeste Zeit beginnt im Mai oder Juni und währt
bis October. Im März und April treten häufig sehr heftige Gewitterstürme auf,
welche die Atmosphäre reinigen und den Gesundheitszustand bessern, indem
Fieberanfälle in diesem Monat fast gar nicht vorkommen. Die West- und SW-
Küste der Insel ist wegen der heftigen hitzigen und Wechselfieber ungesunder,
als die Nord- und Ostküste. Im Allgemeinen aber gilt selbst bei den Chinesen
die Insel Hainan als ungesund, weil die Beamten nur auf 5 Jahre hingeschickt
werden und auch nur Chinesen aus den südlichen Provinzen von China, die sich
besser acclimatisiren, als die nördlicher herstammenden. Aus diesem Grunde
kann man auch bis jetzt für die Gesundheitsverhältnisse unter den Europäern
hoch keine guten Aussichten annehmen. Eigenthümlich ist der Umstand, dass die
Chinesen die höheren Theile der Insel für ungesunder halten, als die niedriger
yelegenen nördlichen Küsten.
2. Hafen Hai-phong in Tong-king.:
Lage und Ansegelung ete. Der Hafen Hai-phong ist nach einem Ab-
kommen zwischen der französischen Regierung und der Regierung von Tong-king
dem fremden Handel kürzlich geöffnet worden.!) Die Lage des Hafens ist
20° 39‘ Nord-Br. und 106° 40' Ost-Lg.; derselbe befindet sich in keiner eng-
lischen Karte, wenigstens nicht unter demselben Namen verzeichnet. Die ein-
zigen Vermessungen dieses Hafens, welche für die neueste Zeit aber noch
1) Seit dem 15. Septbr. 1875 steht die annamitische Provinz Zong-king(Tonquin) in Gemäss-
geit des Vertrages zwischen Frankreich und dem Königreich Annam vom 31. Aug, 1874 dem Welt-
zerkehr offen. A. d. Rı