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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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Dieses letztere war wahrscheinlich aus dem Hauptflusse entnommen, dessen 
Wasser von Fluth und Ebbe beeinflusst wird. Die Einwohner haben so 
schlechtes Wasser zu ihrem Gebrauch, dass die Consuln und Zollbeamten für 
sich das Wasser beinahe 5 Seem. landeinwärts her beziehen. 
Küste. Die oben (pag. 507) gegebene Beschreibung des Ankerplatzes lässt 
die Schwierigkeiten , die Küste zu gewissen Perioden der Gezeiten zu erreichen, 
erkennen. Ungefähr 1 Seem. weit vom Strande ist bei Niedrigwasser in den 
tiefsten Stellen des besten nach der Stadt führenden Fahrwassers nur eine 
Wassertiefe von 0.3 Met., und an vielen Stellen nimmt diese Tiefe sogar bis 
auf 0.15 und 0.2 Met. ab. Als die Besatzung des „Ling-Feöng“ mit einem Boot 
von 0.2 bis O.as Met. Tiefgang hier landen wollte, musste das Boot zwei Dritt- 
theil des Weges durch den Schlamm und über den Sand geschleppt werden; 
der Grund war aber fest genug, dass die Bootsleute ihn betreten konnten. Die 
günstigste Zeit, um die Ladung von oder an Bord zu bringen, ist bei Springzeit 
von dreiviertel Ebbe bis einviertel Fluth, wogegen bei Nippzeit (unter Spring- 
und Nippzeit ist hier überhaupt nur die höchste und niedrigste Fluth gemeint, 
obgleich zuweilen das Hochwasser bei eigentlicher Nippzeit höher als dasjenige 
bei Springzeit ist) die Verbindung zu Wasser zwischen Land und Schiff von be- 
deutend kürzerer Dauer ist. Die Leute aus den Dschunken waten öfters bis zu 
den kleinen Fahrzeugen, die bis 1 Seem. weit von der Küste zu Anker liegen. 
Die Fahrwasserrinne für die Boote würde man durch Baggerung jeden- 
falls vertiefen können, aber für die Vertiefung des Ankerplatzes kann nichts 
geschehen. Die nur mit den Häfen auf Formosa vertrauten Personen haben 
übrigens eine weniger ungünstige Meinung von dem Ankerplatz zu Hot-how, als 
Dr. Dennys; dieser hält aber doch an der Ansicht fest, dass die ungeschützte 
Beschaffenheit des Ankerplatzes von Hoi-how und die dort häufig vorkommenden 
Teifune der ausgedehnten Anwendung desselben sehr hinderlich sein werden. 
Der Küstenstrich in der Nähe von Hoz-how ist augenscheinlich vulkanisch; 
zwei erloschene Vulkane, bekannt unter dem Namen „the Hummocks“, liegen 
ungefähr 9 Seem. landeinwärts und bilden bei klarer Luft für die den Hafen 
ansegelnden Schiffe eine ausgezeichnete Landmarke. Längs den Ufern des 
Hauptflusses befinden sich viele Bänke von Austern und anderen Muschelthieren. 
Hoi-how — Stadt. Die Stadt Hoi-how nimmt zwar eine offiziell sehr 
untergeordnete Stellung zu K’iung-chow ein, ist aber in Wirklichkeit, was 
Handel und Leben betrifft, die bedeutendere von beiden. Zwei Beamte, ein 
Tsan-fu (Oberstlieutenant) und ein Schou-fu (Capitain), residiren stets zu Hot- 
how, die Beamten von K’iung-chow kommen nur bei besonderen Gelegen- 
heiten, z. B. wie bei der Einführung des britischen Consuls etc., eigens nach 
Hoi-how. Die Bevölkerung von Hoi-how wird auf 12000 Seelen geschätzt; die 
Wohnungen derselben liegen an der Küste einer flachen Bucht und an den Ufern 
eines noch flacheren Baches oder Flusses (dieser Fluss ist nämlich bei Niedrig- 
wasser nur ein Bach zu nennen, während er bei Hochwasser einen Nebenarm des 
Hauptflusses bildet); obwohl sich durch diese Lage dem Handel grosse Hinder- 
nisse entgegen stellen, nimmt dieser doch rascher zu, als man glauben sollte. 
Gleich den meisten chinesischen Städten, ist auch diese von einer Mauer um- 
geben und hat ausgedehnte Vorstädte. Drei oder vier grosse Thore stehen im 
rechten Winkel zum Flusse. 
Bis jetzt hat sich nur ein Europäer (aber kein Engländer) als Agent 
zweier Handelshäuser niedergelassen. Dieser und die britischen Consuln und 
Zollbeamten sind die einzigen Europäer auf der Insel. Der Aufenthalt daselbst 
wird als kein beneidenswerther geschildert, Es ist vor der Eröffnung des Hafens 
für den europäischen Handel verabsäumt worden, mit den chinesischen Behörden 
Arrangements wegen einer europäischen Niederlassung und deren Schutz zu 
treffen. Es ist auch nach Lage der Dinge schwer zu bestimmen, wo der beste 
Platz zu Hoi-how für eine solche Niederlassung zu finden sei, und ob nicht 
überhaupt als Handelscentrum für den Handel mit dem Auslande Hoi-how weniger 
von Bedeutung sei, als Pak-Hoi, das „Canton der Westküste“ und der Verkehrs- 
mittelpunkt für die südchinesischen Provinzen und für Hatnan selbst,') ja ob nicht 
Hoi-how sogar von einigen anderen Hafenplätzen Hatnan’s übertroffen werden könne. 
+ Vgl. pag. 517.
	        
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