accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

Zwischen der Nordwest-Küste Australiens und den kleinen Sunda-Inseln 
herrschte im April und Anfang Mai flauer Wind zwischen NE und ESE, die 
Hauptrichtung war ENE und Ost gogen ESE der Windkarten. 
Strömung. In derselben Jahreszeit wurde der in den, von der Bri- 
tischen Admiralität herausgegebenen, Stromkarten längs der West-Küste von 
Australien verzeichnete ziemlich starke Nordstrom trotz südlicher Winde nicht 
constatirt. Es fand vielmehr zwischen 33° und 20° Süd-Br. entweder keine 
oder eine nur ganz schwache Versetzung nach NW statt (3 bis 9 Seem. in 
24 Stunden). 
Eine Ausnahme hiervon griff Platz dicht unter Dirk-Hartog Island, wo 
eine Versetzung von 16 Meilen in 24 Stunden nach SO erfolgte. 
Es ist übrigens wahrscheinlich, dass die nördliche Strömung an dieser 
Küste zur Zeit des West-Monsuns der nördlich gelegenen Gewässer (October 
bis März) stärker ist, aber ebenso wahrscheinlich, dass dicht unter Land sich 
oft ein Gegenstrom geltend macht, wie wir ihn bei Dirk-Hartog Insel fanden. 
Zwischen der Nordwest-Küste Australiens und den Sunda-Inseln (auf 117° 
bis 120° Ost-Lg. wurde im Allgemeinen eine Strömung zwischen SW und NW 
von !/4 bis 1'/a Knoten gefunden. Der 13, Breitenparallel scheint, nach dem 
specifischen Gewichte zu schliessen, zu dieser Zeit eine Art von Stromgrenze 
zu bilden, von welcher südlich das aus der Torres-Strasse kommende Wasser 
Niesst, während das Wasser nördlich aus der Banda- resp. Molukken - See 
kommt. 
Dirk-Hartog Insel. Dirk-Hartog Insel ist eine hellbraune oder gelbe, 
grossentheils steil ins Meer abfallende Sandsteinküste von 60 bis 200 Met. 
Höhe, ab und zu etwas wellig, im Allgemeinen aber mit so gleichmässig ver- 
laufenden Conturen, dass es ganz an Marken für die Navigirung fehlt, 
Der südliche Theil der langen Insel ist durchschnittlich höher als der 
nördliche. Von diesem höheren südlichen Theil fällt das Land in der Richtung 
des „falschen Kanals“ (false entrance) also nach Süd hin ab, worauf wieder 
eine hügelartige Erhebung folgt, welche wahrscheinlich Steep Point ist. 
Die Küstenlinie der Insel besitzt ein paar Einbuchtungen, welche in dem 
kleinen Maassstabe der Küstenkarte (Segelkarte) kaum markirt sind, indess, 
wenn man von Süden kommt, leicht zu dem Irrthum verführen, dass dort der 
Kingang in den Naturalisten-Kanal zu suchen sei. Insbesondere tritt ungefähr 
'/s der Insellänge von der Nordspitze ein dunkles niedriges Cap hervor, an 
welchem sich ein paar Abfälle kennzeichnen und welches nach der in den 
englischen Segelanweisungen gegebenen Beschreibung wohl für Cap Inseription 
gehalten werden kann, indem man das allmälig nördlich in Sicht kommende 
Land für Dorre-Inseln ansieht. Das wirkliche Cap Inscription ist indess daran 
leicht kenntlich, dass die Nordspitzo der Insel bis zum Cap fast genau parallel 
mit dem Wasser verläuft (also ohne wellige Conturen). Diese Spitze fällt dann 
im Winkel von ca. 70° als Cap Inseription mit ein paar aus der Ferne wenig 
markirten Absätzen ins Wasser ab. Erst wenn man näher herangekommen ist, 
markirt sich namentlich ein Absatz als Felsenspitze. Der Naturalisten - Kanal 
ist ausserdem eine so breite Wasserstrasse, dass man Dorre- Insel, wenn man 
von Süd kommt, überhaupt gar nicht sieht. Selbst von Cap Inseription aus ist 
die Insel nur bei klarem Wetter einigermaassen deutlich zu sehen. 
Turtle-Bay. Der Ankerplatz in dieser flachen Bai ist in dieser Jahreszeit, 
in der noch die südlichen Winde vorherrschend sind, ein ziemlich guter. Wenn 
man auf 8 bis 9 Faden (14.6 bis 16.5 Met.) ankert, liegt man ca, !/s Seem. 
vom Strande und hat Cap Inseription in WNW, das östliche Cap Levilloin in 
0zS Schutz von Dorre-Inseln und von der Küste des Festlandes hat man hier 
nicht, da beide zu weit ab und vom Ankerplatz kaum sichtbar sind. Der west- 
liche Theil der die Bai bildenden Küste besteht aus ziemlich steilen Abhängen 
von Sand und Sandstein junger Formation, viel versteinerte Muscheln enthal- 
tend, welche, nach Ost hin niedriger werdend, mehr dünenartige mit einigem 
Buschwerke bewachsene Sandhügel bilden. 
Das Ufer ist von dunklen, niedrigen Sandstein- resp. auch Korallenriffen 
umgeben, die an einigen Stellen, namentlich unter dem steileren Theile der 
Küste, einen zum Landen gut geeigneten Sandstrand frei lassen, an welchem 
mit südlichem Winde nur wenige Brandung steht.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.