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Beim Ansegeln müssen die Schiffe die Spitze Caracoli, welche das Ööst-
lichste Ende der Halbinsel Caravelle ist, innerhalb '/a Seem. passiren und dann
'/a Seem. weit von der Küste abbleiben. Die beste Landestelle findet man,
wenn man um die Spitze Brunet, sobald solche NWzN peilt, herumsteuert und
lann daselbst, ungefähr !/a Seem. von der Küste, auf 9 Met. Wasser ankert.
Die westliche Seite der Spitze Brunet ist schroff und steil abfallend.
Auf Lootsen darf man sich hier nicht verlassen, da dieselben gewöhnlich
uicht eher erscheinen, als bis das Schiff beinahe seinen Ankerplatz erreicht hat,
und dann ihr Dienst nicht mehr in Anspruch genommen zu werden braucht.
Beim Auskreuzen muss man grosse Vorsicht gebrauchen, die zahlreichen
Untiefen in dieser Gegend zu vermeiden; die Karte giebt dazu den besten
Führer ab.
Wenn der Wind NE oder ENE ist, so ist es anzuempfehlen, dass die
nach See gehenden Schiffe das Fahrwasser südlich von Mitan Cay wählen.
Mitan Cay ‘ist ein niedriger Fels, welcher 6 Seem. SzE'LAE von der Spitze
“aracoli Kegt.
Kin Lootse ist den mit den hiesigen Verhältnissen nicht bekannten See-
fahrern höchst nöthig.
Francois-Ankerplatz. Ungefähr 8 Seem. südlich der Spitze Caracoli
befindet sich der Ankerplatz und die Stadt Frangois, wo gleichfalls eine Zucker-
’abrik ist.
Die Stadt liegt im Innern einer kleinen, ungefähr %4 Seem. tiefen Bucht;
der Ankerplatz in derselben ist geschützt und hat gut haltbaren Grund, ist
aber so von Riffen und Untiefen umgeben, dass ein Schiff nur unter Beistand
ines Lootsen ein- oder auslaufen kann. Durch die Riffe und Untiefen müssen
die Schiffe sowohl beim Einkommen wie beim Ausgehen sich warpen oder ge-
schleppt werden.
Simon - Ankerplatz. Derselbe liegt bei dem Orte Aubin und ist
ungefähr 2 Seem. SE von dem vorhergehenden entfernt. ;
; Eine Zuckerfabrik, genannt Usine de Simon, befindet sich in dem Orte.
Jie Ansegelung zu dem Ankerplatz ist wie bei dem von Frangois sehr schwierig
und sehr gewunden; der Ankerplatz liegt grade gegenüber von dem Pinsonelle
Cay, einer trockenfallenden, flachen Klippenreihe an der Südseite des Mitan-
Fahrwassers, An diesem Cay ging im Mai 1869 der United States and Brazil
Mail Steamer „Mississippi“ verloren, dessen einer Kessel noch am Südende des
Cays sichtbar ist.
An der Ostküste der Insel Martinique beträgt die Fluthhöhe ungefähr
1.4 Met.; die Gezeiten werden aber sehr durch die Winde beeinflusst.
Die Strömung ist sowohl in Richtung als in Stärke veränderlich, aber
im Durchschnitt soll dieselbe nach SW bei NE-Wind und nach NW bei SE-Wind
setzen, zuweilen mit einer Geschwindigkeit von 3 Seem. die Stunde.
Lootsen für die Ostküste von Martinique kann man zu Fort de France
oder St, Pierre in der Fort Royal- Bai erhalten. An den Küsten der Bai von
Fort Royal, welche an der SW-Küste von Martinique liegt, sind zwei oder drei
Zuckerfabriken. Die Küsten sind nicht leicht anzusegeln, man kann aber zu
Fort de France stets Lootsen und Schleppdampfer bekommen.
Beschreibung der neueröffneten Häfen Hoi-how (K’iung-chow) auf
der Insel Hainan und Hai-phong (Hanoi) in Tong-king.
(Nach einer Denkschrift des Dr. N. B. Dennys zu Hongkong.)
Der Secretair der Handelskammer zu Hongkong, Dr. N. B. Dennys,
hat über die kürzlich dem fremden Handel eröffneten Häfen Hoi-how (officiell
K’iung-chow genannt) auf HMainan und Hai-phong in Tong-king einen ausführ-
lichen Bericht veröffentlicht. Wir theilen hier aus dieser, in Europa noch wenig
ekannten Denkschrift, im Auszuge die Beschreibung jener Häfen und ihrer
Ansegelung, sowie einige sich auf die dortigen Verkehrs- und Lebensver-
1ältnisse beziehende Angaben mit.