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Witterungsverhältnisse wichen sehr häufig von den für diese Monate in den
Segelanweisungen angegebenen ab, so dass sie wohl als anomale zu bezeichnen
sein dürften. So fand Graf von Monts im Monat Juni zu Hongkong, statt
des angezeigten starken immer beständigen SW-Monsuns viele Stillen und sehr
leichte SW-Winde an, welche mit nordöstlichen abwechselten; ebenso klagten
fast alle von Süden einkommenden Schiffer darüber, dass sie von Singapore ab
(ast keine SW-Winde, dagegen viele leichte östliche Winde angetroffen hätten.
Ferner trat die Regenzeit im Jahre 1876 in Hongkong erst Ende Juni, statt
Anfang Mai, ein; erst im Juli fielen mehrstündige Regen.
Während der Reise der „Vineta“ von Hongkong nach Chefoo (25. Juli
bis 9. August) stellten sich, statt des erwarteten frischen SW-Windes, östliche
Winde aus SE—E—NE ein, die allmälig eine Windstärke 7——8 bei fallendem
Barometer und drohendem Aussehen der Luft erreichten. Fast alle von Norden
ner nach Amoy kommenden Schiffe haiten mit dem ausnahmsweise wehenden
starken NE-Wind schnelle Reisen machen können.
Färbung der See. Auf der Reise der „Vineta“ von Chefoo nach
Nagasakt (29. August bis 1. September) fand Graf von Monts in der Nähe
der Koss-Insel eine eigenthümliche gelbliche Färbung des Wassers, welche sich
in langen von SW nach NE ziehenden Streifen darstellte; eine nähere Unter-
suchung ergab, dass diese Färbung von Samenkapseln von Pflanzen , vermischt
mit einzelnen langen Gräsern und Seetang, herrührte. Gleichzeitig wurde am
30. August zwischen Ross- und Quelport-Insel eine Stromversetzung von
Os Seem. die Stunde nach NE bemerkt. Dieselbe Färbung des Wassers
wurde später im Ku-Fahrwasser bemerkt, wo die Streifen auch dieselbe Rich-
zung von SW—NE hatten.
Wassertemperaturen, gemessen auf der Reise von Hiogo nach Yokohama am
Rande des Kuro-siwo. ;
Am 11. September kam S. M. 8. „Vineta“ von Hiogo aus am nördlichen
Eingang des K%-Fahrwassers an. Von hier ab bis zum Eingange der Yedo-
Bai wurde jede halbe Stunde in kurzen Distanzen die Temperatur des Wassers
vestimmt, um den Eintritt in den Kuro-siwo festzustellen. Die Temperaturen
wurden jedoch, wie aus nachstehender Tabelle (die für jede volle Stunde
zusammengefasst ist) hervorgeht, keineswegs so bedeutend erhöht gefunden, um
daraus das Vorhandensein des Kuro-siwo in jenen Gegenden für den Monat
September ableiten zu können. !)
Temperatur (C°) der Oberfläche des Wassers und der Luft
am Rande des Kuro-siwo,
gemessen an Bord S. M. S. „Vineta“ zwischen Hiogo und Yokohama
vom 11. bis 13. September 1876.
Datum nd Temperatur Iowa Sun Temperatur oma] Temperatur
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Schifsort/Sept.11/34° 31‘ N 185° 80
— am » 1233° 34’ N1136°34‘0,
‚6.9 | 28.4 | Mittag | » 13/Rhede v. Yokohama)
26.8
26.8
27.1
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m N + M.
„ 12 p. m.
27.2
976 l
1) Nach den Beobachtungen S. M. S, „Arcona“ im März 1875 hat sich der Einfluss des
Xuro-stwo in diesem Monat bis zu einigen Seemeilen westlich von den Redfield-Rocks (138° 48‘
Jst-Lg.) bemerklich gemacht (s. Ann. d. Hydr. 1875, pas. 226). A. a. R